Wirtz macht den Unterschied

Schreck für die Gäste aus Mainz noch vor dem Anpfiff: Der doppelt geimpfte Alexander Hack wurde positiv auf Corona getestet. Statt aufs Spielfeld also in die Quarantäne. Kurzfristig musste Trainer Bo Svensson deshalb die ganze Abwehr umstellen. Lag es daran, dass unsere Jungs mal wieder verloren? Die Passivität in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit lässt sich damit nicht erklären. Aber zumindest der Gegentreffer selbst.

Wegen Hacks Fehlen rückte Widmer in die Innenverteidigung neben Bell und St. Juste, Brosinski kam dafür auf die rechte Seite. Lucoqui spielte wieder auf der anderen Seite. Das Mittelfeld gewohnt mit Barreiro, Kohr und Boëtius, vorne stürmten Burkardt und Onisiwo. Das Tor hütete wieder Robin Zentner.

Leverkusen stand dicht im Mittelfeld, war der erwartet schwere Gegner. Doch erkämpften sich unsere Jungs früh die Bälle vor allem im Mittelfeld und schalteten gleich zu Beginn sehr schnell um. In der elften Minute hätten sie fast das 1:0 erzielt. Kurz darauf köpfte Stefan Bell beim ersten Eckball aufs Tor, doch konnte Bayer-Torwart Hradetzky gerade noch vereiteln.

Verhinderte Schlimmeres: der Mainzer Torwart Robin Zentner. Foto: Onefootball/imago-images/Eibner

Beide Teams brachten viel Bewegung ins Spiel: Ging der Ball auf der einen Seite verloren, versuchte die gegnerische Mannschaft sofort, ihn zurückzuerobern. Mit jeweils ordentlich Körpereinsatz. Das führte zwangsläufig zu diversen Nickligkeiten zwischen einigen Spielern, so dass Schiedsrichter Dankert unserem Lucoqui und Bayers Diaby die gelbe Karte zeigte. Zum 0:0 zur Pause hatten unsere Jungs zwar die schlechtere Passquote und die schlechteren Zweikampfwerte. Dafür hatten sie deutlich häufiger aufs Tor geschossen und waren eineinhalb Kilometer mehr gelaufen. Erst in den letzten 15 Minuten des ersten Durchgangs hatte Bayer mehr Gas gegeben und Offensivszenen gehabt.

Leverkusen kam genauso gut aus der Kabine zurück und baute sofort Druck auf. Da waren unsere Jungs plötzlich im Rückwärtsgang, zu weit weg vom Gegner, machten die Räume nicht mehr eng genug. Zentner hatte nun einiges zu halten, parierte einmal absolute Weltklasse gegen einen Schuss von Diaby. Sonst hätte es hier 1:0 für die Gastgeber gestanden. In dieser Phase konnte unser Trainer nicht zufrieden sein, denn seine Jungs verpassten ihr energisches Pressing und scheuten auch diverse Zweikämpfe. Nach vorne gab es so gut wie keine Entlastung mehr, so dass es nur eine Frage der Zeit war, wann der erste Treffer für die Gastgeber fiel. Den schaffte Wirtz in der 61. Minute, genau in Bayers bester Phase. Und praktisch ohne echte Gegenwehr. Die gesamte Abwehr stand dabei und schaute zu, wie der Ball ins linke Toreck flog (Foto: Onefootball/imago-images/Siegfried Wensierski).

Auch nach dem Treffer blieb Leverkusen am Drücker. Die schnellen Demirbay, Schick, Wirtz und Diaby konnten unsere Jungs nun kaum noch bremsen. Mit Mühe verhinderten sie das 2:0. Svensson reagierte, brachte Stach für Barreiro und Ingvartsen für Onisiwo, kurz darauf auch Stöger und Lee für Kohr und Boëtius. Dann mal wieder ein Mainzer Angriff, Lee mit der Hacke auf Lucoqui, der gab den Ball von links vors Tor, wo Ingvartsen knapp verpasste. Hui. Das kam jetzt angesichts des Leverkusener Drucks überraschend, war aber ein Hoffnungsschimmer in dieser umkämpften Partie. Auch Stachs strammer Torschuss einige Minuten später, den Hradecky noch so eben abwehren konnte. 

Riesenchance für Ingvartsen

Sie warfen noch einmal alles nach vorne. Vor allem Stach erwies sich als echter Antreiber. Die Top-Chance zum Ausgleich verpasste Ingvartsen in der neuen 89. Minute. Sein Kopfball konnte Bayers Keeper mit einem Reflex, einer Riesentat, noch entschärfen. Zwei Top-Torleute prägten dieses Spiel.

Der Mainzer Trainer wechselte ein letztes Mal: Er nahm Bell raus und brachte Nebel. Der Jungspund konnte dann auf dem Spielfeld miterleben, wie Zentner noch einmal in höchster Not vor Paulinho klärte. Jetzt hätten unsere Mainzer dennoch einen Treffer verdient gehabt, denn sie waren wieder nahe dran am Ausgleich. Leider nicht nah genug.

Es blieb bei der knappen Niederlage. Schmerzhaft und verschmerzbar gleichermaßen.

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