Mainz 05 beeindruckt die Liga

Eine ganz ähnliche Spielweise wie unsere Mainzer pflegt die TSG Hoffenheim – früh pressen, Räume eng machen, schnell umschalten. So trafen sich beide Teams vor allem im Mittelfeld und kämpften mit viel Körpereinsatz um jeden Ball. Am Ende sollte das Pendel aber klar für die Mainzer ausschlagen, weil sie druckvoll, leidenschaftlich und defensiv konsequent sowie sehr kompakt auftraten.

05-Trainer Bo Svensson hatte neben St. Juste und Niakhaté wieder Bell in die Verteidigung berufen, auf den Außen Widmer und Lucoqui, Im Mittelfeld Kohr, Boëtius und Barreiro, ganz vorne mit Burkardt und Onisiwo, Zentner hütete wieder das Tor.

Das sah von Anfang an ganz gut aus. Schon in der siebten Minute hatte Onisiwo die erste Chance, zumindest kam er in eine aussichtsreiche Position. In der elften Minute hatte Niakhaté den ersten Treffer auf dem Fuß nach einem Eckstoß, aber die TSG vereitelte diese Chance. Die beste Chance hatte Barreiro in der 15. Minute, stellte sich dann aber selbst ein Bein. Bis dahin kamen unsere Jungs häufiger in den gegnerischen Strafraum als umgekehrt. Und hinten waren sie bislang auf der Hut, verhinderten wirkungsvoll, dass ihnen der Gegner in den Rücken spielte.

Johnny Burkardt trifft zum 0:1.

Dann pfiff der Schiedsrichter einen Freistoß in der 18. Minute direkt an der Strafraumgrenze der TSG. St. Juste schoss sehenswert, aber ebenso sehenswert parierte Hoffenheims Torwart Baumann. Dann aber: Kohr erwischt den Ball im Mittelfeld, treibt ihn nach vorne und passt ihn in die Tiefe – eher etwas unpräzise – auf den weiter vor dem Tor lauernden Burkardt. Der U21-Kapitän bekommt den Ball trotzdem, steht mit dem Rücken zum Tor, dreht sich aber wie weiland Gerd Müller und knallt die Kugel mit seinem linken Fuß ins rechte untere Eck (aus Sicht des Schützen). 1:0 für unsere Jungs. Unglaublich. Bislang wirkten sie hier im Kraichgau schon wie eine abgeklärte Spitzenmannschaft.

Dann musste leider Moussa Niakhaté verletzt runter, den Alexander Hack ersetzte. Das Spiel wurde in dieser Phase deutlich robuster, die Fouls mehrten sich. Hoffenheim musste diesen Mainzern, die immer wieder resolut nachsetzten, in ihrer Körperlichkeit (Onisiwo!!!) trotzen, etwas dagegensetzen. Das taten aber auch die etwa 600 Mainzer Fans, die mit ihren Gesängen am TV gut rauszuhören waren. Weiter so!

Mit ihrem 1:0 gingen unsere Jungs in die Pause. Und kamen unverändert zurück, während TSG-Coach Hoeneß Gacinovic und Posch runternahm, stattdessen Kaderabek und Baumgartner brachte. Sofort entwickelten die Gastgeber deutlich mehr Druck aufs Mainzer Tor, setzten konsequenter nach und machten die Räume enger.

Aber sie waren hinten nicht immer präsent. In der 50. Minute tankte sich Lucoqui auf links durch, sah den völlig frei stehenden Barreiro, dessen zu zentral platzierter Schuss Baumann entschärfte. Mit mehr Konsequenz wäre hier längst das zweite Mainzer Tor gefallen. Doch wollte ich Lucoqui mal hervorheben, wie hart der Junge im Zweikampf ist, vorne wie hinten positiv auffällt und super umschalten kann. Eine echte Verstärkung.

Die TSG meldete ihren ersten Eckball in der 54. Minute an. Daraus entstand nichts. Dann wechselte Hoeneß den lange verletzten Grillitsch für Rudy ein. Kurz darauf leistete sich Barreiro ein Foul vor dem eigenen Strafraum – Freistoß. Den Kramaric jedoch kläglich verzog. Svensson hatte kurz zuvor Szalai für Onisiwo gebracht – könnte der Ex-Hoffenheimer, der gerade eine falsche Corona-Testreihe hinter sich hatte, einen Akzent setzen?

Zunächst blieb jedoch Hoffenheim dran. David Raums Flanke hätte Kramaric beinahe verwertet. Die Zweikampfquote fiel bei den Gastgebern nun besser aus, sie rückten gut nach und kamen jetzt öfter gefährlicher vors Mainzer Tor. Robin Zentner hatte nun gut zu tun.

Svensson wechselte in der 76. Minute dreifach, Stach, Ingvartsen und Lee kamen für Burkardt (starkes Spiel!!!), Barreiro und Boëtius. So schnell konnten wir dann gar nicht schauen, wie das 2:0 für unsere Mainzer fiel. Die Neuen schlugen gleich zu: Stach trieb die Kugel auf der rechten Seite im D-Zugtempo nach vorne, setzte sich gegen zwei gegnerische Spieler durch und passte in die Mitte auf Ingvartsen, der zunächst so tat, als wolle er auf den mitgelaufenen Lee durchstecken, dann aber trocken einnetzte. 2:0 für die Gäste. Einfach unglaublich.

Jetzt hieß es, hinten dicht halten. Fast alle Mainzer Spieler verteidigten nun eisern im Kollektiv, Alex Hack riskierte gar eine Gelbe Karte. Und bekam sie. Es half. Unsere Jungs durften mit sauberer Weste aus dem Sinsheimer Stadion. Geil gemacht! Und ein ganz starkes Debut von Marcus Ingvartsen!

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