Warum Neuzugang Ingvartsen zu den Nullfünfern wollte

Kurz vor Ablauf der Transferfrist haben unsere Mainzer noch einen Stürmer verpflichtet. Die Nullfünfer liehen den dänischen Nationalspieler Marcus Ingvartsen (Foto: Mainz 05) von Union Berlin aus. Der 25-Jährige soll die Offensive verstärken. Während er bei Union als offensiver Mittelfeldspieler aktiv war, wollen die Nullfünfer den Dänen als Stürmer aufbauen. Der Spieler wird noch nicht sofort zur Mannschaft stoßen, weil er in den WM-Qualifikationsspielen der dänischen Nationalmannschaft eingesetzt wird.

Ingvartsen wurde einst beim FC Nordsjaelland unter Trainer Kasper Hjulmand ausgebildet. Laut Mainzer Allgemeine Zeitung beträgt die Leihgebühr für die aktuelle Saison 600.000 Euro. Die Kaufoption soll bei 2,4 Millionen Euro liegen – ziemlich viel in Coronazeiten und anscheinend sinnlos, da der Spieler zumindest offiziell nur noch einen Restlaufvertrag von einem Jahr hat. Von einer Vertragsverlängerung mit Union ist nichts bekannt. Hier hat jetzt das Fachblatt „Kicker“ ein wenig Licht ins Dunkel gebracht: Die Nullfünfer haben sich quasi automatisch zum Kauf des Spielers verpflichtet, wenn sie die Klasse halten. Dann gibt es außerdem „eine niedrige sechsstellige Summe obendrauf“ (klick). Puh. Übrigens: Berlin selbst hat seinerzeit 1,5 Millionen Euro für Ingvartsen bezahlt.

Warum aber will der Däne nun zu uns? Er spielte für Berlin zu selten, da er mit Topstürmer Max Kruse konkurrierte. Zudem braucht er Spielpraxis, um seinen Status als Nationalspieler zu halten. Obendrein soll die Mainzer Spielweise dem laufstarken Dänen sehr zusagen, auch weil er dann wieder als Stürmer agieren kann.

Offiziell liest sich der Wechsel wie folgt.

Marcus Ingvartsen wird 05ER.

Der 1. FSV Mainz 05 hat den 25-jährigen Offensivspieler von Union Berlin bis Saisonende mit Kaufoption ausgeliehen. Ingvartsen soll den Angriff der 05ER verstärken. Der 1,87 m große Däne ist gelernter Stürmer, weist in dieser Rolle eine beeindruckende Quote auf. Bei seinem Ausbildungsverein FC Nordsjaelland hat Ingvartsen in 76 Pflichtspielen 30 Tore in der dänischen Super League erzielt. Sein Trainer dort war der ehemalige 05-Chefcoach und heutige dänische Nationaltrainer Kasper Hjulmand.

Auch in der dänischen U21-Auswahl netzte der Linksfuß in der Sturmspitze 17 Mal in 29 Länderspielen. Bei Union Berlin wurde der variable Angreifer hauptsächlich im offensiven Mittelfeld eingesetzt, hat für die Eisernen insgesamt 68 Pflichtspiele in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Qualifikation für die UEFA Conference League absolviert (neun Tore, elf Assists).

Der Däne erhält beim FSV die Rückennummer 11, wird allerdings ehe er zu seinen neuen Teamkameraden stößt, noch zur Nationalmannschaft reisen. Ingvartsen wurde am Montag für die WM-Qualifikationsspiele gegen Schottland, die Färöer-Inseln und Israel ins dänische A-Nationalteam berufen und verlässt Mainz für die Dauer der Abstellungsperiode direkt nach Vertragsunterschrift in Richtung Kopenhagen.
05-Cheftrainer Bo Svensson sagt: „Marcus Ingvartsen hat in den vergangenen Jahren konstant seine Qualität in der Bundesliga unter Beweis gestellt – allerdings auf einer anderen Position als wir für ihn im Sinn haben: Wir werden ihn in Mainz als Stürmer einsetzen. Mit Marcus bekommen wir einen Spieler im besten Fußballeralter, der viel Lust auf unser Projekt hat, viel fußballerische Qualität mitbringt und darüber hinaus ein super Typ ist.“

„Ich habe mit Mainz 05 richtig gute Gespräche geführt – die Spielidee der Mainzer und von Trainer Bo Svensson gefallen mir, und auch die Position, auf der mich Mainz 05 auf dem Platz einsetzen will, kommt mir entgegen. Ich bin gelernter Stürmer, und in dieser Rolle fühle ich mich auch am wohlsten. Jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe hier in Mainz und darauf, meine Stärken in der Spitze gewinnbringend für das Team einzusetzen“, so Marcus Ingvartsen.

05-Sportdirektor Martin Schmidt: „Wir haben intensiv nach einer optimalen Verstärkung für unsere Offensive gesucht und sind sicher, dass wir sie gefunden haben. Mit Marcus Ingvartsen verpflichten wir einen gestandenen Bundesligaspieler, der unsere Offensive mit seiner Qualität und Variabilität vom ersten Tag an verstärken wird. Nun haben wir im Angriff eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Wir sehen uns personell gut aufgestellt und freuen uns, mit einem starken Team die weitere Saison zu bestreiten.“

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