Mainz 05: 32 Punkte in 17 Spielen

Mainz 05 hat im letzten Spiel der Saison noch mal gezeigt, warum es sich in dieser Rückrunde aus schier aussichtsloser Situation hat retten können. In einer Begegnung, in der es eigentlich um nichts mehr ging, siegte das Team von Bo Svensson beim VfL Wolfsburg mit 3:2. Welch eine erstaunliche Rückrunde, die beste der Vereinsgeschichte, welch eine unfassbare Leistung. Zumal einer der Leistungsträger der Rückrunde den Siegtreffer erzielte – Stefan Bell, der im Anschluss sagte, er wolle gerne in Mainz bleiben.

Alle Abwanderungswilligen, zumindest von denen es bekannt ist, saßen auf der Bank, als die Partie in Wolfsburg angepfiffen wurde. Ganz vorne Onisiwo, Quaison, in der Mitte wieder Boëtius, Kohr und Barreiro, in der Fünferkette – oder Dreierkette, wie man es will – Brosinski, Niakhaté, Bell, St. Juste und da Costa. Im Tor ersetzte den wegen Bauchmuskelproblemen ausgefallenen Robin Zentner wieder Finn Dahmen.

Unsere Jungs waren recht schnell drin in der Partie, so hätte Onisiwo aussichtsreich durchaus einen Treffer landen können. Erst in der 11. Minute kam Weghorst sehr gefährlich vor das Mainzer Tor, doch reagierte Dahmen auf den Kopfball des Wolfsburgers einfach hervorragend. Schnell hatte sich Wolfsburg gefunden und drückte die Mainzer sehr früh in die eigene Hälfte zurück. Die Gastgeber waren nun dominant und hatten mehr vom Spiel.

Hätte Quaison genauer gepasst, hätte er Onisiwo in der 22. Minute so angespielt, dass dieser alleine vor dem Wolfsburger Tor aufgetaucht wäre. Ohnehin fehlte es im Spiel nach vorne an Genauigkeit, verteidigte Wolfsburg allerdings immer auch sehr giftig und blieb aufmerksam. Dann endlich mal in der 28. Minute eine schöne Stafette auf Quaison, doch wurde der Schwede im allerletzten Moment noch geblockt. Barreiro verletzte sich dann am linken Oberschenkel – für ihn kam Danny Latza zu seinem letzten Einsatz für unsere Nullfünfer.

Eine gute Chance bot sich Boëtius in der 42. Minute, als der gegnerische Keeper seinen Schuss gerade noch so abwehren und erst im Nachfassen klären konnte. Nicht mal zwei Minuten später trafen dann unsere Jungs aber doch bei einer schönen, schnellen Umschaltaktion – Onisiwo brachte den Ball über rechts in die Mitte, wo Latza weggegrätscht wurde, der mitgelaufene Quaison aber noch an den Ball kam und auf Boëtius passte, der ganz lässig ins Tor einschob. Da hatten unsere Jungs viel zu viel Platz. Nun führte der Gast eigentlich überraschend. Und so ging es auch in die Pause.

Der Vorsprung währte nicht lange. Philipp musste im Strafraum nur sein Bein hinhalten, denn er wurde nicht angegriffen, so dass der Ball über Dahmen hinweg ins lange Eck flog. Ausgleich. Svensson schickte alle seine Bankdrücker sofort zum Warmlaufen, da die Truppe auf dem Platz bis dato nicht wieder energisch genug auftrat.

Dann spielte Boëtius in der 54. Minute einen wunderschönen Pass in die Tiefe direkt auf Onisiwo, der auf und davon lief, aber am Schlussmann der Wolfsburger scheiterte. Der Ball jedoch, den der Keeper nur prallen ließ, kam zu Quaison, und der Schwede zielte supergenau – 2:1 aus Mainzer Sicht, jetzt führte der Gast erneut. Wolfsburg aber gab nicht auf, drückte immer wieder, und erzielte den Ausgleich dank eines unglaublich tollen Schusses des erst kurz zuvor eingewechselten Victor – aus 25 Metern direkt in den rechten Winkel. Da hatten unsere Nullfünfer nicht mehr genügend Zugriff vor dem eigenen Tor, ließen zu viel Platz und beim frühen Pressing ziemlich nach.

Der Trainer reagierte, nahm Quison und Brosinski vom Platz, brachte Szalai und Fernandes. Es wäre dem Ungarn in seinem vermutlich letzten Spiel für die Mainzer zu gönnen gewesen, hier noch einmal zu treffen. Und das schafften sie. Und dem Torschützen hatte ich es nicht weniger gegönnt – es war nämlich Stefan Bell, der in der Rückrunde noch einmal unfassbar zur Topform aufgelaufen war. Ecke Brosinski, Kopfball Bell, er traf erst mal seit vier Jahren wieder in einem Bundesligaspiel. 3:2 aus Mainzer Sicht, und dieser Treffer brachte die Mainzer wieder in Führung. Unglaublich – das war schon ziemlich effizient.

Svensson brachte dann die beiden Spieler, die in der nächsten Saison nicht mehr dabei sein werden – Mwene und Öztunali. Die ganze Truppe spielte noch einmal richtig munter auf und wirkte motiviert. Es ist erstaunlich, dass die Nullfünfer hier dreimal in Führung gingen. Am Ende besiegten sie einen Champions-League-Teilnehmer in dessen eigenem Stadion und ließen alle Sorgen vergessen.

Stefan Bell zum Sky-Reporter: „Ich möchte sehr gerne in Mainz bleiben.

Schön zu sehen, wie alle Spieler und der gesamte Staff sich noch einmal um den Hals fielen und diese 39 Punkte feierten – 32 da von alleine aus der Rückrunde. Da verwunderte es nicht, hier einen Champions-League-Teilnehmer geschlagen zu haben.

„Der Trainer und wieder die Ruhe im Verein“, nannte Martin Schmidt nach dem Spiel im Gespräch mit dem Sender Sky die Hauptursachen für diese bravouröse Rückrunde. Und er stellte in Aussicht, dass Stefan Bell gehalten werden soll. Und das scheint ganz gut auszusehen – der Spieler selbst sagte im Anschluss, dass er sehr gerne in Mainz bleiben würde.

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