So brachte Mainz die Eintracht an den Rand einer Niederlage

Mainz 05 muss die Feier zum Klassenverbleib erst einmal verschieben. Zumindest rein rechnerisch ist unsere Mannschaft noch nicht gerettet. In Frankfurt rauschte sie nur haarscharf an einem Sieg vorbei, kann dank des Punktgewinns aber nicht mehr direkt absteigen. Den 1:0-Vorsprung von Onisiwo aus der 11. Minute glich Frankfurt nur 5 Minuten vor Schluss aus. Die Eintracht hat sich damit aber nicht oder noch nicht für die Champions League qualifiziert. Und wir haben jetzt noch die Chance in den beiden letzten verbliebenen Spielen, selbst alles klar zu machen.

Der Mainzer Trainer baute seine Elf auf drei Positionen um – anstelle von Bell, Boëtius und Szalai spielten Hack, Burkardt und Quaison. Die Frankfurter Leihgaben standen freilich wieder mit im Team. Ganz vorne in der Spitze stürmte erneut Onisiwo. Bei der Eintracht standen mit Jovic und Silva gleich zwei schlagkräftige Stürmer in der Spitze und damit schon zwei richtige Hochkaräter, die das Mainzer Tor bedrängten.

Unser Team verteidigte von Beginn an wieder hoch und schaltete nach Balleroberungen fix um. Der schnelle Burkardt hatte gleich zu Beginn die Chance auf einen Treffer, zog der Eintracht-Abwehr davon und schoss hart aus spitzem Winkel – Trapp musste nachfassen. Die Eintracht kam zu Beginn oft über ihre rechte Seite, wo Mwene und Hack sich ins Zeug legten. In der Mitte schritt Niakhaté immer wieder gegen Jovic ein. Dann fiel das erste Tor – und manche hatten es zunächst nicht mal bemerkt: Kohr fing einen Abstoß vom Frankfurter Tor ab, spielte sofort steil auf Onisiwo, und der Österreicher hielt aus 20 Metern drauf: Der Ball schlug unhaltbar für Trapp links unten (aus Sicht des Schützen) ein. 1:0 für die Mainzer.

Frankfurt brauchte einige Minuten, um den Rückstand zu verdauen, kam dann aber immer giftiger und gefährlicher vor das Mainzer Tor. Zentner parierte großartig gegen einen Schuss von Jovic in der 20. Minute. Das Spiel wurde schneller. Vor allem Burkardt trieb die Angriffe immer wieder an, meist gut in Szene gesetzt von Kohr oder Barreiro. In der 27. Minute stürmten sie mal wieder nach vorne, verpasste Quaison den Ball nur um einen halben Meter.

Die Eintracht wechselte früh – in der 29. Minute just in der ersten Trinkpause – Hrustic kam für Rode, bei dem anscheinend ein Muskel zumachte. Der Atem stockte uns in der 37. Minute, als Silva alleine in den Strafraum eindrang, dann aber von St. Juste gerade noch abgegrätscht wurde, gerade noch fair. Stark auch, wie Hack In der 41. Minute zentral gegen Silva einschritt. Offensiv lieferten unsere Jungs kurz vor der Pause weniger Entlastung, mussten sich den anstürmenden Frankfurtern deshalb heftiger erwehren. Und kamen sie mal nach vorne, spielten sie zu umständlich. Das geht besser. Burkardt zum Beispiel – sein Offensivspiel machte wirklich Spaß, doch zog er oft genug ganz alleine davon.

Bis zur Pause ein recht gutes Spiel von unserer Mannschaft, vor allem defensiv als Kollektiv, vielleicht hätte sie aber noch etwas mutiger, noch überzeugender nach vorne spielen müssen. Offenbar spürte die Eintracht auch eine gewisse Unsicherheit beim Gegner, denn sie setzte zusehends vehementer nach. Hier lag jederzeit der Ausgleich in der Luft. Für die zweite Hälfte durften wir gespannt sein.

Zehn Minuten waren etwa im zweiten Durchgang gespielt, der sich kaum vom ersten unterschied, da wechselte Bo Svensson zum ersten Mal. Boëtius kam für Quaison, vielleicht damit auch mehr Kreativität für die Offensive. Die Spieldaten zeigen bis dahin für die Eintracht die deutlich besseren Werte – mit Ausnahme von Laufleistung und Zweikampfquote. Da war unser Team bislang knapp überlegen. Trotzdem musste es für die Offensive mehr tun. Der Vorsprung war knapp.

Die Eintracht mittlerweile nach dreifachem Wechsel nun mit Younes, Ilsanker und Chandler. Younes hatte kurz darauf den Ausgleich auf dem Fuß, doch geriet sein Schuss harmlos. In der 76. Minute hätte Onisiwo wohl alles klar machen können, stürmte nach Pass von Burkardt alleine auf Frankfurts Trapp zu, doch entschärfte der Keeper den Ball, weil er weit herauslief. Svensson brachte dann Ötztunali und Glatzel für Onisiwo und Burkardt, die beide sehr viel gelaufen waren.

Da kam Robin Zentner nicht mehr an den Ball: 1:1.

Die Eintracht gab jedoch nicht auf, drängte und drängelte. Wobei tatsächlich ein unfassbares Tor fiel für Frankfurt. Hrustic schaffte es, den Ball im Sitzen im hohen Bogen über Zentner hinweg ins Tor zu bringen. Ein schwerer Schlag. Aber kein Tiefschlag. Hätte Onisiwo doch….

Der leicht humpelnde Barreiro ging dann runter, Latza kam. Und die Eintracht drückte weiter in den letzten Minuten. St. Juste warf sich gerade noch so in einen Schuss von Zuber. Bei der anschließenden Ecke hatten wir ein Riesenglück, dass Silvas Schuss am Tor vorbeiging. Das Spiel hatte unsere Mainzer doch Kraft gekostet, das war jetzt zu spüren. Kaum mehr ein Angriff auf das Frankfurter Tor. Und noch eineinhalb Minuten.

Ob gewonnen oder nicht – Bo Svensson freute sich über den Punktgewinn

Es blieb beim 1:1, auch wenn unser Team knapp am Sieg vorbeigerutscht ist – es erkämpfte sich einen wichtigen Punkt. Und der kann am Ende entscheidend sein.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen