Mainz lässt Chancen liegen, bleibt aber ungeschlagen

Hochspannung an diesem Nachspieltag unserer Mainzer zu Hause gegen die Hertha aus Berlin. Die Gäste müssen nach ihrer Zwangspause drei Spiele nachholen und dies in Einklang mit dem bestehenden Spielplan bringen. Unsere Mainzer hingegen mussten mindestens noch einmal gewinnen, um so gut wie gerettet zu sein. Trainer Bo Svensson baute sein Team auf vier Positionen um: Bell, Kohr, Boëtius und Szalai begannen anstelle von Hack, Quaison, Latza und Burkardt. Und gleich von Anfang an wurde klar angesichts der rustikalen Spielweise beider Mannschaften, dass es hier um sehr viel ging.

Boëtius hatte bereits in der 8. Minute die große Chance auf einen Treffer, kam vor dem Berliner Tor frei zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig. Gerade eine Minute später verpasste der Holländer erneut nur knapp, der Ball ging an die Latte. Vor beiden Szenen hatte jeweils Niakhaté weit ins Spielfeld eingeworfen. In der 13. Minute kam Berlin zu seiner ersten Chance, doch flog der Kopfball von Cunha weit am Tor vorbei. Stefan Bell holte sich dann seine fünfte Gelbe Karte ab, er muss am Sonntag gegen Frankfurt pausieren.

Volle Konzentration zu Spielbeginn.

Den Torschrei hatten wir dann erneut auf den Lippen, doch vereitelte Berlins Torwart Schwolow eine Riesenchance von Szalai, der den Ball zu lässig über den Keeper heben wollte. Drei dicke Chancen bis zur 22. Minute. Noch mussten sie effektiver werden.

Hertha stand oft dicht bei unseren Akteuren, versuchte, diese schon in der eigenen Hälfte abzufangen und sich Bälle zu erobern. Die Gastgeber taten sich deshalb bei der Spieleröffnung manchmal schwer, doch schafften sie es dennoch immer wieder, die Berliner in deren Hälfte zurückzudrängen. Bis dahin hatten sie ein deutliches Chancenplus.

Umso überraschender, dass Berlin das erste Tor gelang – nach Freistoß, verursacht durch Bell, der Glück hatte, dass er nicht vom Platz musste. Für ihn kam Alex Hack. So weiterspielen wie bisher, musste die Devise sein, denn so hatten sich unsere Jungs allerbeste Chancen erspielt. Und tatsächlich: Fast mit dem nächsten Angriff schnappte sich Philipp Mwene, der Mann, der sich in den letzten Spielen nur gesteigert hat, den Ball vor dem Strafraum, so richtig im Stile eines Torjägers, und setzte die Kugel blitzsauber ins rechte obere Eck. Keine Chance für Schwolow. Ein Wahnsinnstreffer. Und das erste Bundesligator überhaupt für unseren Österreicher (Foto oben: Onefootball/imago-images/Paul Kufahl).

Mit dem 1:1 ging es in die Pause – doch hätten unsere Jungs angesichts ihrer Chancen mehr verdient gehabt. Ohne Veränderungen kamen beide Teams zurück. Und unsere Mainzer starteten wieder sehr offensiv – Boëtius auf Szalai, der scheiterte im Strafraum nur knapp an seinem Gegenspieler. Beide Mannschaften egalisierten sich dann zusehends im Mittelfeld, aber Mainz weiterhin mit den besseren Chancen. Berlin verteidigte kompakt, versuchte es dann mit einem dreifachen Wechsel. Ascacibar für Tousart, Boyata für Khedira und Darida für Zeefuik.

Das half dem Offensivspiel der Berliner. In der 65. Minute stürmte Hertha mal wieder durch, doch parierte Zentner Cunhas Schuss. Den anschließenden Eckball entschärfte er ebenfalls. Unsere Jungs mussten sich jetzt einem verbesserten Spielaufbau der Hertha stellen. Berlin tauchte häufiger vor dem Tor auf. Dann wechselte Svensson, tauschte Glatzel gegen Szalai, der vorne gerackert und immer unter Sonderbewachung der Berliner gestanden hatte.

Beide Mannschaften stritten in dieser Phase verbissen um den Ball. Ein richtiger Spielfluss wollte nun nicht mehr so recht zustande kommen – zu viele Fouls, zu viele Unterbrechungen. Typischer Abstiegskampf. Dann tauchte Berlins Cordoba in der 79. Minute völlig frei vor Robin Zentner auf. Doch spritzte Niakhaté in letzter Sekunde dazwischen. Ja, jederzeit konnte hier ein Tor fallen, jederzeit auf einer der beiden Seiten. Hertha dürfte in der 83. Minute den Ball schon im Mainzer Tor gesehen haben – Piatek schoss drei Meter vor Zentner vorbei.

Svensson wechselte noch einmal 5 Minuten vor offiziellem Spielende, brachte Brosinski, Quaison und Latza für Onisiwo, Boëtius und da Costa. Dann noch einmal ein Mainzer Eckball in der letzten Minute, während 3 Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden. Niakhaté köpfte direkt in die Arme des Berliner Torwarts. Dann pfiff der Schiedsrichter ab – einen Punkt geholt. Angesichts der zweiten Halbzeit, in der die Berliner stärker wurden, war das vielleicht noch gerecht. Wir hätten unsere Chancen im ersten Durchgang besser nutzen müssen. Immerhin: Unsere Nullfünfer bleiben ungeschlagen im achten Spiel.

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