Hertha in Mainz – „Wenn das 0 Punkte werden, Leute, natürlich tut das weh…“

Lange genug den Sieg gegen die Bayern genossen – jetzt kommt die Hertha, die 14 Tage in Quarantäne verbrachte, seit Freitag aber wieder trainieren kann und die Mainzer am Montag (18 Uhr) schlagen möchte. Auch den Berlinern schwebt eine Art Aufholjagd vor, wie sie unseren Jungs in der Rückrunde gelungen ist. „Ich erwarte eine starke Hertha“, sagt 05-Coach Bo Svensson, „sie wird voller Tatendrang in unser Stadion kommen“. Herthas Sportdirektor Arne Friedrich gibt sich schon mal recht zuversichtlich und sagt: „Uns ist egal, wer jetzt als Gegner kommt.“

Unsere Mainzer hatten nach ihrem 2:1-Erfolg gegen die Bayern erst mal zwei Tage frei, um sich zu erholen, auch mental, sagt Svensson. Nach dieser etwas längeren spielfreien Phase fällt es den Jungs vielleicht etwas schwerer, sich zu konzentrieren? „Die Jungs, die am besten zu dieser Aufgabe passen, werden aufgestellt“, sagt der Trainer. Auf Johnny Burkardt kann Svensson wieder setzen, er hat seinen schweren Kopfstoß aus dem Bayernspiel gut überwunden. Ansonsten sind alle außer Luca Kilian fit.

Ein Extra-Lob für die beiden Frankfurter Leihgaben Danny da Costa und Dominik Kohr hatte der Trainer auch übrig – weil er vom Vertreter der Frankfurter Rundschau danach gefragt worden war. Da Costa habe sich sehr bald gut eingefunden, und Kohr spiele eine wichtige, zentrale Rolle, die er „zu 90 Prozent“ gut ausfülle. Er sei froh, dass er beide Akteure für die nächsten vier Spiele habe, und was danach für die nächste Saison gehe, ob es überhaupt möglich ist, die beiden zu verpflichten, wisse er nicht, sagte Svensson.

Jetzt erst mal die Hertha. „Da kommt eine Menge Qualität auf uns zu, in allen Mannschaftsteilen“, sagte der Trainer über die Hertha und hob die Offensivkräfte Cunha, Piatek und Cordoba hervor. „Das sind hochmotivierte Jungs, die das Gefühl haben, nach dieser langen Zwangspause etwas gut machen zu müssen.“ Er glaube auch nicht, dass sich die Pause im ersten Spiel der Berliner negativ bemerkbar mache. „Es wird ein enges Spiel. Wir müssen defensiv eine sehr gute Leistung auf den Platz bringen, um das alles verteidigt zu kriegen.“ Hat sich der Trainerstab trotz Pandemie ein Training der Berliner anschauen können? Weder gab es die Möglichkeit noch die Notwendigkeit. „Wir wissen, was wir selbst auf den Platz bringen müssen, um unsere Ansprüche zu erfüllen, das ist die Kernaufgabe“, sagte Svensson. Alles andere bringe nichts, auch kein Kiebitzen nach dem Training des Gegners.

Wer muss jetzt wie spielen, damit 05 noch den Klassenerhalt schafft? Eine Frage, die dem Trainer nicht gefällt. Auf irgendwelche Rechenspiele im Abstiegskampf will sich Svensson nicht einlassen, welcher Verein jetzt wie spielen müsse, damit sein Klub das rettende Ufer noch erreicht. „Für uns geht es darum, Leistung auf den Platz zu bringen und auf die eigene Spielweise zu schauen. Dann sehen wir, was dabei herauskommt.“ Bislang sei das ganz gut gewesen, aber „es gibt keine Versicherung, dass es bei Mainz 05 so weiterläuft.“ Und all die Rechenspiele, „das bringt uns gar nichts“.

Auch der Trainer des Gegners, Pal Dardai, wollte nicht rechnen. Er sieht seine Jungs schon mal hochmotiviert. Das Training mit ihnen sei gut gewesen und ja, sie seien schneller als sonst „ins Pumpen gekommen“, aber das sei normal in dieser Situation. Unklar sei hingegen, wie sich ein langer, schneller Sprint oder ein kräftiger Schuss auswirke. Wenn ein Muskel zugehe, müssten die Spieler ehrlich sein und sich melden. Ansonsten sei er nicht negativ gestimmt. Der Tabellenstand sehe jetzt dramatischer aus, als er wirklich sei. „Wir haben drei Spiele weniger als die anderen“, sagte Dardai. „Aus diesen wollen wir mindestens vier Punkte mitnehmen, das ist machbar. Wenn es mehr wird, ist das schön.“ Die Begegnung in Mainz sieht der Coach nicht als Endspiel – weil er seine Jungs jetzt nicht groß unter Druck setzen wolle. „Erst mal müssen wir ohne große Spielpraxis eine gute erste Halbzeit spielen. Wenn das null Punkte werden, Leute, natürlich tut das weh. Aber so lange wir diese vier Punkte holen, bin ich nicht negativ.“

Ist Mainz jetzt der stärkste Gegner in den letzten Spielen? „Das ist alles spekulativ. Respekt an die Mainzer, wie sie das gemacht haben in den letzten Wochen und klar, sie sind schwer zu bespielen“, sagte Sportdirektor Arne Friedrich. „Aber auch wir sind eine gewisse Unbekannte für Mainz, auch für sie ist es nicht einfach, uns einzuschätzen.“ Es sei ja grundsätzlich schwer, in der Bundesliga zu gewinnen, egal gegen wen. „Uns ist völlig egal, wer jetzt als Gegner kommt, wir haben das Ziel Klassenerhalt“, sagte er.

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