Mainz siegt 1:0 – Bremen am Boden

Mainz 05 fährt sehr wichtige Punkte im Abstiegskampf ein. In einem überaus heftigen Kampfspiel gewannen unsere Jungs in Bremen knapp und glücklich mit 1:0. Adam Szalai hatte den Treffer, den Siegtreffer, bereits in der 16. Minute erzielt. Für Werder beginnt nun doch noch eine sehr schwierige Zeit, da unsere Mainzer die Bremer mit in den Abstiegsstrudel gezogen haben. Werder dürfte auch mit einer Entscheidung des Schiedsrichters hadern, der den Ausgleichstreffer aberkannt hatte.

Frohe Kunde zu Beginn des Spiels: Danny da Costa wird (oder wurde schon) Vater. Leider konnte er deshalb beim wichtigen Spiel in Bremen nicht dabei sein. Brosinski sprang ein. Ansonsten spielte zu Beginn dieselbe Mainzer Elf wie zuletzt.

Nervenflattern bei den Gastgebern? Nein, im Gegenteil. Werder entwickelte von Anfang an viel Druck, drängte unsere Mainzer zurück in die eigene Hälfte. Da fand sich in den ersten Minuten kaum eine Chance, mal bis zum gegnerischen Strafraum zu kommen. In der 9. Minute erspielten sie sich ihre erste Ecke, die prompt in einen Bremer Konter mündete. Barreiro war schneller, klemmte den Angreifer Rashica gerade noch ab. Stark gemacht. Im Gegenzug scheiterte Szalai.

Nicht jedoch in der 16. Minute. Onisiwo, Szalai und Boëtius versuchten, vom linken Halbfeld aus in den Bremer Strafraum zu kommen. Onisiwo schoss, und Werders Torwart Pavlenka wehrte mit dem linken Fuß ab. Der Ball ging genau auf Szalais Fuß, wobei der Angreifer die Situation wohl gut antizipiert hatte und mitgelaufen war. Sozusagen als One-Touch landete der Ball von Szalais Fuß und dank dessen geistesgegenwärtiger Reaktion etwas glücklich im Bremer Tor. Riesenjubel bei unseren Jungs, vor allem beim Torschützen, der lange nicht mehr getroffen hatte. Während Bremens Trainer Kohfeldt sein Team mit einem mehrfachen „Wir sind besser, wir sind besser“ zu motivieren suchte.

Freude beim Mainzer Trainerstab.

Werder brauchte etliche Minuten, sich zu berappeln, kam dann aber wütender auf. Füllkrug hatte den Ausgleich in der 31. Minute auf dem Fuß, hatte sich schon geschickt an der Mainzer Abwehr vorbeigestohlen, kam frei vor Torwart Zentner und schoss, doch sein Schuss durch des Keepers Beine misslang. Gerade noch so. Zentner hatte es vermutlich geahnt, ließ sich im letzten Moment noch auf den Ball fallen und verhinderte so Schlimmeres.

Ebenso knapp verpasste Barreiro das 2:0 in der 37. Minute, er traf den Ball nicht richtig, wodurch sein Schuss unberechenbar tückisch wurde, gerade noch so am rechten Torpfosten vorbeitorkelte. Ein intensives Kampfspiel hatte sich da entwickelt. Die Teams kämpften teilweise verbissen um jeden Ball.

Dann noch mal Luftanhalten vor der Pause: Möhwald stocherte den Ball unserem Torwart Zentner aus den Händen, der Ball wurde von Barreiro zurück auf Mitspieler Sargent gedroschen, von dem das Ding ins Mainzer Tor zurückprallte. Ausgleich? Schiedsrichter Fritz schaute sich die Szene noch mal an und entschied auf Foul an Zentner – kein Tor. Ganz viel Schwein gehabt bislang! So ging es mit einem knappen Vorsprung in die Pause. Bislang kein schlechtes Spiel trotz großem Bremer Druck. Viel ging über die linke Seite. Und in der Mitte machten die Fighter Onisiwo und Szalai ihre Sache gut.

Hat er ihn oder nicht? Strittige Szene vor dem aberkannten Bremer Tor. Torwart Zentner sagt, Möhwald habe ihm gegen die rechte Hand getreten.

Unverändert ging es in den zweiten Durchgang – und unsere Jungs versuchten gleich, die Bremer etwas früher in ihrer Hälfte abzuholen. Szalai war dann zwei Minuten später frei vor dem Tor – sein Drehschuss knallte an die Latte. Riesenchance. Diesmal Glück für Bremen. Die Spieldaten sprachen zu diesem Moment aber fast alle für Bremen, doch unsere Mainzer waren bislang effektiver.

Werder versuchte sich festzubeißen in die Mainzer. Das gelang nicht so richtig. Onisiwo hatte im Gegenteil eher die Chance auf das 2:0, aber Bremens Torwart Pavlenka parierte. Das Spiel wurde wilder, ungeordneter. Unsere Jungs verteidigten hinten mit allem, was sie hatten, weil Werder ebenso wild immer wieder durchbrach. Stefan Bell haute hinten unglaublich viel weg, warf sich rein, wo er nur konnte. Er sollte der Hero des Abends sein. Ein Kampfspiel. Niemand wollte hier verlieren.

Svensson wechselte in der 73. Minute, brachte Glatzel für Szalai und Latza für den wohl etwas angeschlagenen Dominik Kohr.

Bremens Trainer löste dann die Viererkette auf, stellte auf Dreierkette um, damit sein Team noch mal offensiver werden konnte. Und Werder drängte, stürmte wild in den Mainzer Strafraum, holte Eckball um Eckball heraus. Kaum mal eine Verschnaufpause. Zentner kassierte die gelbe Karte wegen Spielverzögerung.

Kohfeldt wechselte den Torschützen des Hinspiels (1:0 aus Bremer Sicht) ein, Dinkci. Aber unsere Nullfünfer blieben am Drücker. Mwene hätte fast das 2:0 gemacht. Dann wechselte Svensson noch einmal, nahm Onisiwo raus, brachte Burkardt und Stöger für Boëtius.

Hero im Abstiegskampf: Stefan Bell.

Sage und schreibe fünf Minuten ließ Schiedsrichter Fritz nachspielen. Warum so viel? Alle anderen Begegnungen waren um diese Zeit längst abgepfiffen. Glatzel hatte dann die Super-Chance zum 2:0, aber da fehlten doch Zentimeter. Auf der Gegenseite verpasste der eingewechselte Schmid nur knapp. Unsere Jungs gingen teilweise schon auf dem Zahnfleisch, Brosinski hatte längst Krämpfe.

Noch einmal ein Eckball für die Gastgeber. Die allerletzte Chance für Bremen. Zentner wehrte ab, konnte gar noch einen Angriff für seine Jungs initiieren. Aber dann, vorbei.

Bo Svensson jubelte natürlich, war aber mit der Leistung seiner Jungs nicht so zufrieden. Das konnte er nicht, weil sie oft ihre Ordnung verloren hatte. Aber er war stolz auf seine Mannschaft.

Am Samstag kommen die Bayern. Bei dieser Leistung, vor allem defensiv, dürften wir da nicht ganz so schlecht aussehen.

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