„Ich bin kein Magier“– Mainz 05 soll in Bremen gewinnen

„Wir hätten gerne gespielt, aber wir akzeptieren die Umstände so, wie sie sind“, sagt 05-Trainer Bo Svensson über das ausgefallene Spiel gegen Hertha BSC am vergangenen Sonntag. Sein Team sei sozusagen im Flow, aber er habe im letzten Training nichts wahrgenommen, was die Abläufe irgendwie gestört hätte. Immerhin: Drei Tage mehr hatten unsere Mainzer zur Regeneration vor dem Match am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Werder Bremen – das seine letzten fünf Spiele verlor, gegen Dortmund sogar ganz deutlich mit 1:4, nun dick mit drin ist im Abstiegskampf und sich gegen Mainz mit einem Sieg wieder etwas absetzen könnte. „Klar, sie haben das selbst gesagt, dass sie sehr fokussiert sind auf das Spiel gegen uns“, sagt Svensson. Dessen Team sich bei einem Sieg gegen Werder selbst noch stärker absetzen könnte von den Abstiegsrängen und der deshalb sagt: „Wir erwarten ein intensives Spiel, das sehr, sehr wichtig ist.“

Die Quarantänepflicht für die Hertha hat den Bundesliga-Spielplan nicht nur für die Berliner durcheinandergewirbelt. Der Hauptstadtklub wird nach der Quarantäne drei Begegnungen nachholen müssen, aber der Spielplan ist eng. Und wird nun noch enger. Das könnte sich negativ auswirken für die Hertha, die ja ebenfalls noch abstiegsbedroht ist. Oder gar gewisse taktische Überlegungen bei einigen Gegnern auslösen, je nachdem, wie so manches Berliner Spiel ausgeht. Das ist im Moment nicht zu ändern. Aber es kann auch nachteilig sein, wenn die gut eingespielten Abläufe unserer Mainzer dadurch aus dem Blick geraten sollten.

Gedanken an den Dezember 2019 drängen sich auf – Mainz hatte zuletzt 0:4 gegen Dortmund verloren und musste einen Befreiungsschlag in Bremen landen. Der gegen das abstiegsbedrohte Werder auch gelang. Schon zur Pause stand es 4:0 für aufgedrehte Mainzer, am Ende gar 5:0, drei Tore alleine vom Schweden Robin Quaison. Der derzeit leider sehr weit entfernt ist von dieser Form damals. Bremen ist schon mental derzeit anders drauf als damals, die Situation ist auch nicht ganz so bedrohlich, da man die notwendigen Punkte zum Klassenerhalt – diesmal könnten 31 vielleicht genügen – vermutlich noch holen wird und bereits 30 Punkte eingefahren hat. Anders für 05. Ein Sieg unserer Mainzer wäre ein weiterer wichtiger Schritt zum Klassenerhalt. Aber er ist nicht zwangsläufig, nur weil dieses Team in der Rückrunde mehr Spiele gewinnt und anders auftritt.

Stichwort anders auftreten, Mentalitätswandel. Woher kommt der? Und wie ist es möglich, diesen so lange zu halten, war eine Frage, die Mannschaft war ja früher immer wieder buchstäblich eingebrochen. „Viele Initiativen sind von den Jungs selbst gekommen“, sagte Svensson dazu in der Pressekonferenz zum Bremenspiel (siehe Video oben). „Es harmoniert zwischen uns einfach gut.“ Auch mit dem Trainerteam. „Wenn wir das investieren, was wir uns vorgenommen haben, dann stehen wir auch zusammen, egal ob das Ergebnis stimmt. Mehr ist es nicht. Ich bin nicht der Magier, der irgendwas Besonderes umgestoßen hat.“ Svensson kann mit allen Akteuren nach Bremen fahren, alle sind wieder fit, er hat die Auswahl.

Auch Bo Svensson verurteilt die Super-League und macht klar, dass es da nur ums Geld gehe. Er empfehle jedem, sich mal anzuhören was Man-United-Legende Gary Neville dazu zu sagen hat. Nachstehend das Video („I’m absolutely disgusted“).

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