Heidel: Svensson ist nicht zu haben

„Ich habe insgesamt ein ganz gutes Gefühl“, sagt Christian Heidel, Mitglied des Sportvorstands bei Mainz 05, im Video-Interview mit der VRM über die Chancen seiner Profis auf den Klassenerhalt. Eine Garantie dafür gebe es nicht, aber wenn jemand wetten wolle, sollte er auf die Nullfünfer wetten. Heidel wirkte im Video-Interview (weiter unten) recht gelöst, vor allem war er voll des Lobs über Trainer Bo Svensson. Ob der Däne eine ähnliche Entwicklung nehmen könnte wie seine berühmten Vorgänger und ein zweiter Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel werde, ist Heidel egal, er möchte, dass Svensson Svensson bleibt oder eben ein Svensson wird – und vor allem Trainer von Mainz 05. Mittlerweile nämlich klopfen etliche Vereine in Mainz an, ob denn der Bo Svensson zu haben sei. „Nein, er ist nicht zu haben“, sagte Heidel.

Aber da Ausstiegsklauseln inzwischen nicht nur bei Spielern, sondern auch bei Trainern üblich sind – siehe Adi Hütter und Marco Rose – ließ Heidel durchblicken, dass es für Bo Svensson keine Ausstiegsklausel gebe und er nicht zu haben sei. Was vermutlich in letzter Konsequenz eh nur eine Frage der Summe ist. Aber Christian Heidel sagt: „Es gibt ja keine Möglichkeit, ihn von Mainz 05 wegzubekommen, aber Bo wäre unverkäuflich.“ Der Fußballmanager erwartet jedoch allgemein, dass Trainer künftig trotz laufender Verträge mit immer höheren Ablösesummen den Verein wechseln werden. „Ich befürchte es, finde es aber nicht gut.“ Er könne nicht verstehen, wenn ein Trainer sage, dass er bei einem Verein etwas aufbauen wolle, sich aber gleichzeitig eine Wechselklausel in seinen Vertrag schreiben lasse.

„Bo hat eine riesengroßen Vorteil: Er ist total authentisch“, sagt Heidel, und auch die Rückmeldungen der Spieler seien überaus positiv. Dem Sportvorstand geht es jedoch darum, eine Glorifizierung Svenssons zu verhindern, und auch keine Diskussion über einen Trainerwechsel zu führen, der nicht ansteht.. „Wir sind jetzt mal gerade drei Monate hier und haben einen Job zu erledigen, nämlich Mainz 05 in der Bundesliga zu halten. Ich glaube, das Thema stellt sich zurzeit gar nicht.“ Gewonnen ist noch nichts, der Klassenerhalt noch nicht geschafft. „Ich glaube, wir sind nicht auf dem Weg, überheblich zu werden“, sagte Heidel im Interview. Der übrigens von einem Millionenverlust wegen der Corona-Pandemie sprach. Das bedeute aber nicht, dass man jetzt unbedingt diesen oder jenen Spieler abgeben müsse. Ohnehin werde darüber erst verhandelt, wenn die Ligazugehörigkeit feststehe. Und dann auch nur im Hintergrund.

Wenn es am Ende doch nicht reichen sollte für den Klassenerhalt? Damit beschäftigt sich Heidel noch nicht. Genau so wenig mit der Aussage Dominik Kohrs, dass er nach Saisonende mit Rettung der Mainzer auf jeden Fall zurück zu Eintracht Frankfurt gehe. Über eine Verpflichtung dieses eisenharten Mittelfeldmanns würde ich mich dennoch freuen… Aber dies hier ist ja kein Wunschkonzert. Erst mal die Klasse halten!

Was sonst noch Thema war im VRM-Interview: Corona und Fußballer, Corona und Zuschauer, Fußball-EM, das NLZ in Mainz, seine Zeit bei Schalke, seinen Schlaganfall,

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