Mainz gibt die Führung aus der Hand

Gegen die Großen gewinnen sie, gegen die Kleinen holen sie nichts – ein Vorurteil über unsere Mainzer? Nun, so klein ist weder Arminia Bielefeld noch Mainz 05 so groß. Dennoch tun wir uns gegen Mannschaften am Tabellenende immer viel schwerer als gegen jene weiter vorne. Das lief gegen die Arminia nicht anders. Obwohl wir mit etwas mehr Glück auch drei Punkte hätten holen können.

Ohne Danny Latza und da Costa, aber mit Boëtius und Brosinski ging 05-Trainer Bo Svensson in dieses wichtige Spiel gegen Bielefeld. Die beiden Pausierenden waren noch nicht wieder bei 100 Prozent. Überdies stand Stöger nicht im Kader – er hatte im Testspiel gegen Nürnberg eine Zerrung erlitten. Unsere Mainzer traten wieder mit ihrem Sturm-Duo Glatzel und U21-Mann Johnny Burkardt an. Und noch ein Bekannter auch mal wieder auf dem Mainzer Platz: Schiedsrichter Deniz Aytekin. Ob er auch heute wieder einen Elfmeter pfiff? In meiner subjektiven Erinnerung pfeift er das in Mainz recht häufig.

Boëtius hatte gleich in der dritten Minute die Chance zum 1:0, doch flog er am Ball vorbei. Knapp vier Minuten später setzte Brosinski einen Freistoß aus dem linken Halbfeld leider ans Außennetz. Zwei Minuten später war es die Arminia, die knapp an Robin Zentners Tor vorbeiköpfte, da wäre er bei nur etwas mehr Präzision zu spät gekommen. Und in der 11. Minute wäre mit etwas mehr Glück das 1:0 für unsere Mainzer gefallen – der Bielefelder Nilsson hatte den Ball versehentlich zu Glatzel gespielt, doch war diesem das Spielgerät versprungen.

Johnny Burkardt in Aktion.

Barreiros Chance in der 16. Minute hatte Arminias Torwart Ortega vereitelt. Der Bielefelder Schlussmann war immer um weite Abschläge bemüht, nach vorne in die Spitze, um das Mittelfeld zu überbrücken. Dann wurde es oft gefährlich für unsere Jungs. Im Gegenzug servierte vor allem Mwene die Bälle ebenfalls weit in die Hälfte des Gegners hinein, wo unsere Jungs auf die zweiten Bälle lauerten. So hatten sich beide Teams in ihrer Taktik eingerichtet, ohne bislang aber richtig zuzustechen. Vermutlich war auf beiden Seiten die Angst recht groß, hier in Rückstand zu geraten, denn zu viel stand auf dem Spiel. Bislang sprachen die Daten für die Mainzer – mit Ausnahme der Zweikampfquote. Da lag Bielefeld mit 58 Prozent doch deutlich vorne. Ein Wert, der Trainer Svensson kaum gefallen dürfte. In der Pause wird er das vermutlich angesprochen haben.

Das Spiel setzte sich fort, wie es in der ersten Halbzeit geendet hatte. Den ersten Aufreger gab es dann schon in der 55. Minute – Burkardt war gefoult worden, Deniz Aytekin gab einen Elfmeter für Mainz. Und nein, ich berichte hier linear, das mit dem Elfmeter weiter oben habe ich nicht nachträglich eingefügt – kein Witz. Daniel Brosinski verwandelte – knapp war’s, oder sagen wir besser: souverän, sehr platziert! 1:0.

Gäste-Trainer Frank Kramer reagierte mit Auswechslungen. Wobei Brosinski im Anschluss an seinen verwandelten Elfmeter angeschlagen auf dem Platz herumhumpelte – vermutlich auch nur eine Frage der Zeit, bis da Costa für ihn kommen sollte. Jetzt noch einen Treffer hinterher – das wäre es. Das 1:0 sollte unseren Mainzern mehr Sicherheit geben.

Svensson wechselte erstmals in der 68. Minute, er brachte Onisiwo für den diesmal glücklosen Glatzel. Kurz darauf dann auch da Costa für Brosinski und Latza für Boêtius, während Kramer seine offensive Stammkraft Fabian Klos aufs Feld schickte.

Und dann sollte wirklich der Ausgleich fallen – wieder mal kurios. Bielefeld hatte vor dem Mainzer Strafraum einen Freistoß. Voglsammers erster Schuss ging direkt gegen Bells Unterleib. Den Nachschuss traf der Schütze nicht mal richtig, aber der Ball torkelte und sprang seltsam ins lange Eck an Torwart Robin Zentner vorbei. Ausgleich. Ärgerlich. Dumm gelaufen.

Für die Schlussphase warf Svensson seine geballte Offensive auf den Platz – Szalai kam für Burkardt. Und der angeschlagene Bell machte Alexander Hack Platz. Sie drängten jetzt nach vorne, wollten wieder in Führung gehen, mussten aber gleichzeitig höllisch auf der Hut sein, da Bielefeld immer wieder nach vorne durchbrach. Da Costa hatte die Führung in der 88. Minute auf dem Fuß, verzog jedoch. Etwas wild stürmten sie in die letzten Minuten, wobei da Costa ordentlich auf die Knochen bekam. Er dürfte erneut ausfallen.

Es blieb beim 1:1. Sieglos gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Es war mehr drin für unsere Farben. Immerhin einen Punkt geholt.

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