Gegen Bielefeld ein besonderes Spiel? Nein, sagt Bo Svensson

Kellerkinder unter sich, so könnte man die Begegnung unserer Mainzer an diesem Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Bielefeld betiteln. Das würde dieser Paarung jedoch ganz und gar nicht gerecht. Für beide Teams geht es um extrem viel, um den Klassenverbleib, darum, dem direkten Konkurrenten Punkte wegzunehmen und um die Positionierung über dem ominösen Tabellenstrich. Beide Mannschaften gehen mit ähnlichen Spielweisen in diese Begegnung. Wo sind die Unterschiede? Wer hat wo die Nase vorn, wo nicht?

05-Trainer Bo Svensson geht es vor dem Spiel gegen die Arminia und nach dieser Länderspielwoche vor allem um „die mentale Frische“ seiner Akteure, vor allem seiner zu den Nationalteams abgestellten Spieler, sprich, nicht zu hart zu trainieren, die Abläufe noch einmal in Erinnerung rufen bei einem Abschlusstraining am Freitag. „Wir sind mittlerweile so gut in unseren Abläufen drin und ich schätze das so ein, dass es vor allem auf mentale Frische ankommt.“

Mit Frank Kramer kommt ein Bielefelder Trainer ins Mainzer Stadion, der ein Jahr lang bei RB Salzburg unter Vertrag stand, dort zunächst das Nachwuchsleistungszentrum leitete, dann die U19. Svensson selbst trainierte zur selben Zeit das Farmteam der Salzburger, den FC Liefering, und kennt Kramer gut. Svensson hatte ihn damals kontaktiert, bevor er zum FC Liefering ging. „Wir hatten einen sehr, sehr engen Austausch, kamen auch menschlich sehr gut miteinander aus, haben den Kontakt bis heute gehalten, wenn auch zuletzt nicht mehr so. Er ist ein absoluter Top-Mann.“ Beide Trainer kennen sich also gut und haben praktisch dieselbe Spielidee. Das sollte spannend werden an diesem Samstag.

Wie bereitet der Trainer seine Jungs auf dieses so wichtige Spiel vor?, lautete eine Journalisten-Frage. Sozusagen auf ein Spiel der Wahrheit. Sein Team habe acht, zehn Punkte vor dem Relegationsplatz gelegen und sich herangekämpft. Warum solle er nun diesem Spiel gegen Bielefeld eine größere Bedeutung geben, fragte Svensson zurück. Das spräche gegen jede Logik. Er sehe keinen Unterschied zu dem Moment seines ersten Spiels gegen Frankfurt und zwölf Spieltage später gegen Bielefeld, alle Spiele seien doch Spiele der Wahrheit. „Für uns geht es doch darum, unser Spiel auf den Platz zu bringen, an jedem Spieltag, in jeder Trainingseinheit.“ Egal, welcher Gegner kommt. „Ob Wolfsburg oder Bielefeld. Unser Anspruch ist immer derselbe. Wir wollen eine Leistungsgarantie von unseren Spielern sehen.“

Was hat Frank Kramer bei der Arminia bereits bewegt? Er habe schon einmal die Defensive stabilisiert, sagte Svensson. „Sie agieren kompakter und es ist schwer für den Gegner, sich Torchancen zu erspielen.“ Mit Klos, der extrem körperlich spielt, und den Spielern drumherum, die immer wieder Überzahl schaffen können – das sei eine klare Spielanlage. „Und es ist nicht so einfach, dagegen zu spielen.“

Personell kann der Mainzer Coach aus dem Vollen schöpfen, um gegen diese starken Ostwestfalen zu bestehen; auch die Nationalspieler kehrten unverletzt zurück. Besonders gefreut haben dürfte sich Adam Szalai, der für sein Land Ungarn einmal traf und mehrfach assistierte.

Hoffentlich haben alle noch genügend Körner übrig. Die Begegnung gegen Bielefeld dürfte aus meiner Sicht ein extremer Aufwand werden – kämpferisch wie läuferisch –, kein schön anzuschauendes Spiel, ein Abnutzungskampf, in dem es sicher auch die ein oder andere Gelbe Karte geben dürfte. Ein Sieg würde uns (wie auch dem Gegner) extrem helfen, vielleicht entscheidet am Ende nur eine, eventuell glückliche Aktion. Aber die ist hoffentlich bei uns.

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