Mainz überm Strich dank Powerplay gegen TSG Hoffenheim

Mit nur einer Änderung in seiner Mannschaft ging 05-Trainer Bo Svensson in die Begegnung bei der TSG Hoffenheim – aber die hatte es in sich. Anstelle von Adam Szalai spielte von Anfang an Robert Glatzel. Erstmals überhaupt in der Startelf. Der von Cardiff ausgeliehene Spieler stürmte neben Johnny Burkardt. Szalai saß zunächst neben dem wiedergenesenen Onisiwo auf der Bank. Und welch glückliches Händchen der Trainer bewies – das Spiel war gerade mal 26 Sekunden alt, da erkämpfte sich Glatzel den Ball weit vorne von Richards und erzielte den ersten Treffer für seine Farben (Foto). Kaltschnäuzig nennt man das. Zwei Minuten später hatte er erneut die Chance und verpasste nur knapp den zweiten Treffer. Noch mal 30 Sekunden später setzte St. Juste seinen Kopfball knapp neben das Tor. Welch ein Auftakt!

Nicht leichtsinnig werden, musste jetzt das Ziel sein, denn in der siebten Minute schon hätte Bebou leicht den Ausgleich erzielen können, da war unsere Abwehr einfach unaufmerksam und hatte Glück, dass der Hoffenheimer den Ball über das Tor setzte. Die Gastgeber ließen sich nicht so leicht das Heft aus der Hand nehmen. Sie setzten nach, waren immer drauf und dran, ebenfalls sehr schnell umzuschalten. Mit einem hatten die Hoffenheimer jedoch ihre Probleme – mit Robert Glatzel. Der hochgewachsene Stürmer war kaum zu stoppen, stahl den Hoffenheimern häufig den Ball. Immer wieder brachen unsere Jungs nach vorne durch, eroberten dort Bälle, und dann herrschte Alarm im Strafraum der TSG. Burkardt kämpfte sich in der 18 Minute durch – und hätte das 2:0 machen müssen, aber er scheiterte am Hoffenheimer Torwart Baumann. Noch fehlt es unseren Jungs an mehr Effektivität vor dem Tor.

Dann musste da Costa mit einem muskulären Problem vom Feld – Brosinski ersetzte ihn. Ihre Angriffe aber fuhren unsere Jungs weiter fort, mussten nach hinten jedoch immer sehr aufmerksam bleiben, weil Hoffenheim gut zu kontern wusste. Das machten die Nullfünfer bis dahin mit drei Innenverteidigern gut, die reichten für die Kontersicherung aus. Dennoch unterlief unserer letzten Reihe ein schwerer Fehler in der 39. Minute – da ließen sie sich mit einem schlichten Pass ins Zentrum übertölpeln. Bebou bekam den Ball und setzte den aus spitzem Winkel ins Tor von Robin Zentner. Ausgleich. Vorsprung perdu.

Dominik Kohr köpft hier zum 2:1 für Mainz ein.

Aber nur für sehr kurze Zeit. Der erste Angriff der Mainzer lief nach diesem Gegentreffer, da spielten sie einen Eckball heraus, den Dominik Kohr völlig freistehend per Kopf vergoldete. Erneute Führung. 2:1.

Welch ein Spiel. Die Gastgeber hatten deutlich mehr Ballbesitz, die Mainzer aber mehr Sprints, die größere Laufleistung und vor allem: die besseren Chancen, von denen sie sogar viel zu viele liegen ließen. Mehr Effektivität – und hier hätte es bereits zur Pause 4:1 für die Gäste stehen können. Ja, müssen.

Die TSG entfachte mehr Druck nach dem Seitenwechsel, stellte sich auch früher dem Mainzer Pressing. Trotzdem kamen unsere Jungs noch immer gefährlich in den Mainzer Strafraum. St. Juste hatte den dritten Treffer in der 53. Minute auf dem Fuß. Baumann parierte. Der TSG gelang es anschließend, die Mainzer Pressinglinie immer wieder mal zu überlaufen. Dadurch kam mehr Druck auf Zentners Tor. Svensson brachte Quaison und Onisiwo für Glatzel und Burkardt. Quaison hätte – den Torschrei hatte ich schon auf den Lippen – in der 75. Minute das 3:1 machen müssen, aber da ging noch ein Hoffenheimer Bein dazwischen. Acht Minuten vor Schluss scheiterte der Schwede an Baumann. So fahrlässig darf man nicht mit seinen Chancen umgehen.

Die reguläre Spielzeit war vorüber, es waren noch 2 Minuten in der Nachspielzeit zu absolvieren, da erhielt Hoffenheim im zentralen Mittelfeld einen Freistoß. Den aber holte sich Robin Zentner. Keine Gefahr. Und auch den nächsten Angriff entschärfte er. So blieb es beim 2:1 für Mainz. Grandios. Erstmals in diesem Kampf gegen den Abstieg stehen wir über dem Strich.

Es ist ein hauchdünner Vorsprung. Aber ein wichtiger direkt vor der Länderspielpause. Wir haben einen enormen Abstand verkürzt. Das zu schaffen, hatte uns kaum jemand zugetraut. Das bietet uns jetzt in dieser Pause einen psychologischen Vorteil.

Jetzt kommen Bielefeld, Köln und die Hertha. Jetzt wird es erst richtig schwierig. Darauf kann sich die Mannschaft nun in Ruhe einstellen. Und vor allem ihre Effektivität verbessern.

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