Joker Quaison sticht: Mainz klettert nach oben

Sieg gegen Freiburg, wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Mainz 05 kann doch gewinnen und ein deutliches Signal an die Mitkonkurrenten im Tabellenkeller senden. Wir sind noch da und wir leben noch. Intensiv. Und wir wollen nicht absteigen.

Mit nur einer Veränderung gegenüber dem Spiel gegen Schalke ging der Mainzer Trainer Bo Svensson in das Heimspiel gegen Freiburg: Anstelle von Latza (muskuläre Probleme) spielte Boëtius im offensiven Mittelfeld. Und natürlich gingen die Akteure mit zwei Mainzer Torhütern ins Spiel – der ausgeliehene Florian Müller steht seit dieser Saison in den Diensten der Breisgauer. Er macht seine Sache so gut, dass man ihn dort am liebsten behalten würde.

Mitspieler umarmen und bejubeln den Torschützen.

Unsere Jungs konzentrierten sich wieder intensiv aufs frühe Pressing im Mittelfeld und noch ein gutes Stück weiter vorne in des Gegners Hälfte. Dort drückten sie, kämpften um jeden Ball, suchten den Abschluss. Burkardt wäre das in der frühen Phase beinahe gelungen. Freiburg löste sich nach etwa 10 Minuten erstmals vom nachlassenden Mainzer Druck und kam vor den Strafraum der Gastgeber – vorerst aber nicht weiter. Grifos Schuss In der 15. Minute ging weit über Robin Zentners Tor hinweg.

Noch waren es Kleinigkeiten, die den Erfolg unserer Jungs bremsten: ungenaue Pässe vorne, Ballverluste, Unkonzentriertheiten. Mwenes Schuss in der 19. Minute stellte Müller vor kein Problem, dann parierte er kurz darauf auch einen viel zu unplatzierten Schuss von Szalai. Ein Freistoß von Boëtius zwei Minuten später aus dem linken Halbfeld segelte äußerst harmlos ins Toraus. Deutlich gefährlicher war noch einmal zwei Minuten später da Costas 20-Meter-Schuss aus dem Rückraum – der Ball knallte satt an die Latte. Insgesamt bis dahin der 13. Aluminiumtreffer dieser Saison.

Boëtius‘ Freistoß in der 31. Minute aus fast der selben Position wie dem ersten verlief ebenfalls erfolglos. Wir mögen uns schon wünschen, dass unsere Mainzer ihre Standards besser ausspielen. Die Fouls auf Seiten der Gäste nahmen zu, doch griff der Schiedsrichter nicht immer ein. Höfler und Schlotterbeck jedoch kassierten jeweils eine gelbe Karte.

Bislang machte hier nur eine Mannschaft Druck – und das waren die Mainzer. Aber sie waren nicht effektiv. Bislang kam viel zu wenig heraus bei dieser Fülle an Chancen. Auf der Gegenseite brach der Freiburger Sallai in der 39. Minute durch, ungebremst und ungehindert, doch ging sein Schuss zum Glück an den Pfosten, auch deshalb, weil St. Juste gerade noch störte. Das war die erste richtige Chance bis dahin für die Gäste. Torlos ging es in die Pause.

Unverändert ging es weiter, auch unverändert, was das Chancenplus auf Mainzer Seite betrifft. Da Costas Flanke in der 51. Minute direkt in den Strafraum konnte Szalai nicht verwerten. Freiburg ließ kaum eine Chance auf schnelles Umschalten zu, zu dicht standen sie beim Gegner und rückten sofort wieder nach, wenn die Gastgeber angriffen. Aber die Breisgauer bedrohten nun häufiger das Tor der Mainzer, die nach vorne und besonders im Abschluss immer noch viel zu harmlos blieben.

Svensson brachte Glatzel für Szalai, der gerade noch zuschauen konnte, wie Freiburgs Sallai einen Freistoß an den Querbalken des Mainzer Tors setzte. Fast im Gegenzug konnte Müller einen abgefälschten Schuss von Barreiro noch parieren. Sehr knapp verpasste Freiburgs Lienhart dann den Führungstreffer nach einem Freistoß in der 62. Minute.

Robert Glatzel im Anflug.

Die größte Chance verpasste Glatzel in der 65. Minute, da nahm er den Ball direkt, erwischte diesen aber nicht richtig. Das hätte das 1:0 sein können. Hüben wie drüben wurden die Gelegenheiten nun besser. Freiburg kam immer häufiger durch und konnte nur per Foul gebremst werden, die Freistöße nahmen zu. Aber noch hielt Zentner, auch einen gefährlichen Kopfball von Sallai. Vorne verstolperten unsere Jungs so manches Ding, da wollte der Ball einfach nicht hinein.

Svensson versuchte es mit neuen Kräften, nahm Barreiro raus, Burkardt und den gelb verwarnten Bell, brachte Quaison, Hack und Stöger. Die letzte Viertelstunde war angebrochen. Sollte unseren Jungs erneut kein Tor gelingen, sich kein glücklicher Moment mit einer günstigen Chance auf ein Tor einstellen? Doch auch der Gegner war am Drücker. Freiburgs Günter versuchte es mit einer Einzelaktion – sein Schuss ging nur knapp an Zentners Tor vorbei, und der Keeper war mit den Fingern noch dran.

Längst war auch Freiburgs Trainer Christian Streich klar, dass er hier auch noch was holen konnte. Er wechselte dann für die letzten 10 Minuten ebenfalls noch dreimal. Svensson ein letztes Mal mit Brosinski für da Costa.

Und auf einmal dann doch. Boëtius flankte von links in den Strafraum, wo Glatzel mit dem Kopf da war. SC-Torwart Müller reagierte sensationell, ließ prallen, aber Quaison setzte den Nachschuss an. 1:0! Endlich! Welch ein Jubel bei unseren Jungs und auf der Ersatzbank.

Unser Team machte dann sofort klar, dass es sich auf dem dünnen Vorsprung nicht ausruhen wollte. Es stürmte weiter. Und letztlich reichte es, letztlich war es, wie auch Sportdirektor Martin Schmidt hinterher sagte, ein Resultat des größeren Willens. Unser schwedischer Joker stach letztlich im richtigen Moment zu. Ein unglaublich wichtiger Sieg, da die Konkurrenz im Tabellenkeller heute verloren hat. Und Bielefeld könnte morgen selbst noch punkten, uns aber nicht vom drittletzten Platz verdrängen.

Robin Quaison hat den Ball im Freiburger Tor versenkt.

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