Mainz dominiert Schalke, trifft aber nicht

Torlos endet das Spiel der Kellerkinder. Mit einem Plus an Mainzer Chancen, die teilweise fahrlässig vergeben wurden. Mainz 05 ging als dominantes Team vom Platz gegen eine Schalker Mannschaft, die am Ende nur noch reagierte. Aber den Knockout, den Todesstoß, den brachten unsere Jungs nicht an.

Mit Burkardt und Kohr statt Onisiwo und Stöger, ansonsten ohne Änderungen in seinem Team ließ 05-Trainer Bo Svensson auf Schalke spielen. Onisiwo hatte eine leichte Oberschenkelblessur erlitten und war erst gar nicht mit nach Gelsenkirchen gefahren.

Stefan Bell am Dazn-Mikrofon.

Die Gastgeber versuchten von Anfang an, die Mainzer schon im Mittelfeld zu stellen, Bälle zu erobern und dann auf Konter zu gehen. Die Gäste waren mit sehr ähnlicher Taktik unterwegs, beide Teams zudem hochnervös, so dass die Akteure recht verkrampft um den Ball kämpften. Kampf um jeden Ball. Ohne Körperlichkeit dürfte hier kaum etwas zu holen sein.

Robin Zentner hatte in den ersten 15 Minuten nur eine Szene, in der er sich auszeichnen konnte, zu sehr war Rot-weiß am Drücker, ohne aber wirklich gefährlich zu sein, denn viele Pässe blieben ungenau, zu viele Bälle gingen verloren. Zwei Minuten später war Zentner wieder da, hatten unsere Jungs viel Glück, dass Schalke seinen Eckball nicht vergoldete, da blockte Zentners Bein gerade noch Mustafis wuchtigen Kopfball.

Immer wieder drangen unsere Mainzer in den Schalker Strafraum ein oder belagerten diesen, verloren jedoch viel zu oft den Ball. Ihre Passquote lag zu diesem Zeitpunkt bei gerade mal 58 Prozent, Schalke bei 77. Sie kamen auch selten mal ins Tempo nach Balleroberungen, da die Gastgeber auf der Hut waren und sehr kompakt standen. Mehr Tempo in Überraschungsmomenten wäre wichtig gewesen, aber diese Momente gab es zu selten. Sie wurden entweder verpasst oder die entscheidenden Pässe geblockt oder ins Nirwana gespielt. Beide Torhüter versuchten das Spiel mit langen Abschlägen schneller zu machen und das dichte Mittelfeld zu überbrücken, da wurde es dann auch mal etwas gefährlicher.

Richtig Gefahr drohte Schalke in der 37. Minute, als da Costa mal eine genaue Flanke in den Strafraum servierte. Barreiro rutschte aber knapp am Ball vorbei. Gegen Ende der ersten Halbzeit drehten unsere Jungs auf, kamen immer wieder zu Gelegenheiten – Szalai verpasste nur knapp. Kurz darauf flog der Ungar mit dem Kopf voran nur knapp am Ball vorbei, dahinter Burkardt ebenso. In der Umschaltbewegung gleich darauf waren sie dann zu hektisch, vertändelten höchst fahrlässig den Ball. Das wäre eine Spitzenchance gewesen. Mehr Ruhe am Ball, weniger Hektik, mehr Konzentration. Und sie wären mit einer Führung in die Pause gefangen.

Bo Svensson ließ Latza nach der Pause draußen, brachte Boëtius – eine taktische Entscheidung. Im Spiel ging es nun noch verbissener zu, es wurde zerfahren. Szalai und Bell sahen jeweils Gelb. Mancher Pass ging daneben – nun verstärkt auch auf Schalker Seite. Doch Mainz drückte. Eckball um Eckball erspielten sich unsere Jungs. Keiner ging hinein. Aber sie holten die Schalker jetzt viel weiter vorne ab, wollten sich kurze Wege zum Tor erkämpfen. Noch fehlte es dabei an Konsequenz und Präzision, nicht am Willen. Und das Spiel hatte enorm Kraft gekostet, das war hüben wie drüben offensichtlich. Bei Schalke lagen die Spieler mit Krämpfen am Boden.

Dann kam Glatzel für Szalai, den aufopferungsvoll Kämpfenden. Das Pegel war längst zugunsten der Mainzer ausgeschlagen. Es wurde sehr unruhig im Schalker Strafraum. Unsere Jungs schafften es jetzt häufiger, verlorene Bälle zurückzugewinnen, auch ins Tempo zu kommen. Und sie hätten längst ein Tor verdient gehabt.

Brosinski kam schließlich für den aktiven da Costa. Fast hätten wir die beste Chance der Schalker in der zweiten Halbzeit verpasst, Serdar prüfte Zentner in der 81. Minute. Burkardt scheiterte eine Minute später an Rønnow, Glatzel ebenso. Verrückt. Jetzt muss es doch mal endlich klingeln im Schalker Tor…. Glatzel hatte erneut die Chance, aber Mustafi war da.

Stöger und (der erblondete) Quaison kamen – mehr Offensive für noch wenige verbliebene Minuten. Burkardt und Barreiro gingen runter. 5 Minuten gab Schiedsrichter Brych oben drauf. Jetzt spielten hier nur noch die Mainzer, Schalke schien k.o., doch unsere Jungs brachten den Knockout trotz Powerplays nicht an. So blieb es beim 0:0. Zu wenig für den gesamten Aufwand. Aber die Leistung geht absolut in Ordnung.

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