Im Zweifel zählt die Verankerung im Club

Die gute Nachricht zuerst: Unser Stadion bekommt einen neuen Rasen, der bis zum nächsten Heimspiel am 13. März gegen Freiburg bespielbar sein soll. Das wird unseren Verein vermutlich eine sechsstellige Summe kosten – nicht schön, wenn jetzt zu Coronazeiten die Kasse kaum gefüllt ist. Beim nächsten Punkt begrüße ich es, dass sich die Verantwortlichen Gedanken gemacht haben über eine Satzungsänderung im Hinblick auf die Wahlkommission, die Kandidaten für den Aufsichtsrat sichtet und vorschlägt.

Den fundamentalen Unterschied zur bisherigen Satzung sehe ich nicht so recht, wohl aber jene Formulierung, mit der man offenbar all die bislang verdienten Aufsichtsratsmitglieder oder Vereinsschaffenden berücksichtigen will: Die Wahlkommission soll sich eine Geschäftsordnung geben. „In dieser Geschäftsordnung sollte insbesondere das Bestreben verankert sein, den Aufsichtsrat fachlich möglichst breit aufgestellt mit wirtschaftlicher, juristischer und sportlicher Expertise zu besetzen, dabei aber auch möglichst eine Verankerung der Kandidatinnen und Kandidaten im Vereinsleben zu berücksichtigen.“ Damit soll wahrscheinlich verhindert werden, dass bewährte Kräfte wie Sven Hieronymus, Eva-Maria Federhenn oder Michael Schuhmacher plötzlich außen vor bleiben können. Hoffen wir, dass dieser Passus alleine dafür genügt.

Die Entscheidung der Wahlkommission wird aber weiterhin intransparent bleiben. Die Begründung dafür lautet: „Der Wunsch der Mitglieder nach einer möglichst transparenten Entscheidung ist verständlich, allerdings wäre dies zum Schutz der Bewerberinnen und Bewerber nicht sinnvoll. Eine öffentliche Diskussion über die inhaltliche Entscheidung der Wahlkommission, respektive die Eignung oder auch Nicht-Eignung von Bewerberinnen oder Bewerbern, birgt die Gefahr, diese zu diskreditieren. Dies würde potenzielle Bewerber fast zwangsläufig von Bewerbungen abschrecken und damit die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten für die Mitglieder begrenzen.“ Klick

Die Begründung finde ich plausibel, habe dennoch etwas Bauchschmerzen dabei. Eine öffentliche Diskussion wird es immer geben, wenn ein Kandidat, der bei den Fans favorisiert ist, abgelehnt wird. Wer antritt, sollte durchaus wissen, dass er riskiert, dass über ihn geredet wird, und er sollte sich seiner Eignung deshalb sicher sein, nicht nur glauben, die geforderte zu haben. Schmutzige Wäsche sollte jedoch nicht gewaschen werden können, insofern würde ich der Geheimhaltung noch zustimmen.

Mir wäre es jedoch lieber, wie würden die oben genannten Kriterien, also die wirtschaftliche, juristische und sportliche Eignung sowie die Verankerung im Vereinsleben gewichten – will sagen: Nicht nur eine Eignung alleine sollte letztlich entscheidend sein. Wenn zwei Bewerberinnen gleichermaßen juristische Kompetenzen haben, eine davon aber schon länger dem Verein angehört und sich verdient gemacht hat, dann darf es da kein Zögern geben: Im Zweifel zählt die Verankerung im Club. Der Rest ist ohnehin Vertrauen in die Kommission.

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