Mainzer Sensationssieg in Mönchengladbach

Keine 10 Minuten waren in Mönchengladbach gespielt, da kämpfte sich Karim Onisiwo vor das Tor der Gastgeber zum bis dahin zweiten richtigen Angriff der Mainzer. Der Stürmer sah aus dem Augenwinkel heraus, dass der Gladbacher Torwart Sommer am kurzen Pfosten stand, drehte sich blitzschnell ein wenig nach rechts und hielt einfach mal drauf in Richtung langes Eck. Tor! Frühe Führung für die Mainzer bei Borussia Mönchengladbach. Eine Minute später pfiff der Schiedsrichter Elfmeter für die Borussia. Robin Zentner hatte den Ball nicht festhalten können und war den Gladbacher Jonas Hofmann etwas angegangen.

Karim Onisiwo wird für seinen Treffer gefeiert.

Der Video-Schiedsrichter entschied dann jedoch anders: Hofmann hatte zuvor im Abseits gestanden. Wir atmeten langsam wieder aus und beruhigten uns. Denn bislang war der Auftritt unserer Jungs auch nicht schlecht, sie kämpften wie zuletzt, pressten aggressiv und versuchten, die turboschnellen Umschalter in den Gladbacher Reihen aus dem Spiel zu nehmen.

Der Mainzer Trainer Bo Svensson hatte sich wieder für dieselbe Elf entschieden, die in Leverkusen einen Punkt geholt hatte. Die Jungs pressten teilweise wieder tief in des Gegners Hälfte, liefen extrem viel, attackierten früh und giftig und verschoben gut zum Ball. Vor allem aber kamen sie immer wieder in den gegnerischen Strafraum. Szalai hätte in der 25. Minute fast das 2:0 gemacht. Stattdessen erzielte Stindl für seine Borussia fast im Gegenzug den Ausgleich. Von der rechten Mainzer Seite kam der Ball in den Strafraum, wo Stindl durch die Reihen der Mainzer ins lange Eck treffen konnte. Ausgleich. Aber die Gäste schienen kaum beeindruckt, spielten sich weitere Chancen heraus.

Gladbach kombinierte sehenswert nach vorne, oft mit flachen, kurzen Bällen, schnell und sicher – ein einstudierter Automatismus. Dazwischen gelang unseren Jungs immer wieder mal eine Balleroberung, oft genug aber mussten sie zurückweichen und verloren dabei ihre Kompaktheit. Immerhin blieb dann noch Torwart Robin Zentner – oder der Gegner zielte vorbei. So ging es remis in die Pause.

Zu erwarten war noch eine anstrengende zweite Hälfte, da unsere Jungs schon bis zur Pause extrem viel gelaufen waren, bis dahin fast 2 km mehr als die Gastgeber. Gladbachs Trainer Marco Rose hatte zur Pause Zakaria für Kramer gebracht. Sein Gegenüber Bo Svensson ließ noch unverändert weiterspielen.

Der läuferische Aufwand unserer Elf in ihrer Jagd nach dem Ball setzte sich fort. Barreiros Kopfball in der 50. Minute ging knapp am Tor vorbei. Das war für einige Zeit die letzte Offensivaktion unserer Mainzer. Insgesamt fehlte es oft an Geradlinigkeit auf den letzten Metern, auch an Übersicht und Präzision. Svensson brachte dann Hack für Bell, der sich vermutlich ein wenig verletzt hatte in einer Szene, sowie Stöger für den heute etwas blasseren Danny Latza. Kurz darauf durften dann Glatzel für Szalai ran sowie Burkardt für Onisiwo – den Sturm einmal komplett getauscht. Frische Kräfte waren nach dieser Laufleistung dringend nötig.

Und diese Kräfte mobilisierten noch einmal zu diversen Sturmläufen auf das Borussentor. Oft fehlte nicht viel, nur ein Schritt mehr Schnelligkeit, versprang der Ball bei der Annahme, spritzte ein Abwehrspieler noch dazwischen. Sie liefen immer noch deutlich mehr als die Gastgeber, die ihrerseits mehr Ballbesitz und mehr Torschüsse verzeichneten.

Gleich fällt das 1:2

Svensson wechselte ein letztes Mal, Boëtius durfte für Barreiro ran. Das Spiel wurde jetzt immer häufiger unterbrochen, weil hier und da doch ein Foul bremste. Wie schon gegen Leverkusen standen unsere Mainzer im zweiten Durchgang noch tiefer in des Gegners Hälfte – um nach Balleroberung kürzere Wege zum Tor zu haben. Wie in der 87. Minute – ein abgewehrter Ball kam wie schon in der Schlussphase des Leverkusenspiels zu Kevin Stöger. Der fackelte erneut nicht lange, versenkte die Kugel zum Führungstreffer für die Gäste! Welch ein Jubel!

Zwei Minuten waren offiziell noch zu spielen. Plus Nachspielzeit. Hier lag eine Sensation in der Luft.

Drei Minuten gab es oben drauf. Gladbach holte noch einmal aus zu einem Freistoß vor dem Mainzer Strafraum. Hofmann brachte den Ball scharf rein, aber da rauschte Robin Zentner heran und katapultierte das Ding weit weg. Gleich noch mal fast die identische Situation, doch hielt Zentner diesmal fest. Burkardt hätte sogar noch den dritten Treffer erzielen können. Aber dann, dann pfiff der Schiedsrichter ab. Drei Punkte für unsere Mannschaft in Mönchengladbach. Wer das zuvor gesagt hätte, dem hätte ich niemals geglaubt! Aber echte Mainzer Tugenden haben dieses Spiel entschieden. 

Bielefeld – wir kommen!

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