Wahlkommission – Wer lichtet den Nebel?

Die Wahlkommission der Nullfünfer hat auf die Kritik reagiert, nur 12 von 16 möglichen Kandidaten für den Aufsichtsrat zugelassen und damit vier amtierende Mitglieder ausgeschlossen zu haben. Nur: Diese Reaktion macht nicht viel besser, zumindest aus meiner Sicht. Die Kommission hätte hier noch weitergehen müssen, finde ich.

Bei beiden Statements habe ich den Eindruck, dass man eigentlich nicht reagieren wollte, sich aber letztlich wegen der massiven Kritik dazu gezwungen sah – und sich die Kommission weiter hinter der Satzung, also schweigen zu dürfen, versteckt. Unzweifelhaft blieb die Wahlkommission satzungskonform, aber in ihren Entscheidungen auch intransparent, wie sie nun immerhin eingesteht (Klick).

Warum gibt es keine Entschuldigung für die knappe und unpersönliche Absage an die vier noch amtierenden Aufsichtsratsmitglieder? Und warum keine Erklärung, dass sie telefonisch noch gefragt wurden – vielleicht auch gedrängt? –, ob sie ihre Bewerbung jetzt zurückziehen wollen? Den Ton der jetzigen Erklärung empfinde ich als ähnlich knapp, fast beleidigt und immer noch leicht arrogant wie den im ersten Statement, wenn er dort auf mich auch deutlich aggressiver und ablehnender wirkte. Viel mehr Durchblick bekomme ich jetzt auch nicht.

Von „haltlosen Behauptungen“ ist jetzt die Rede und dennoch wird nicht klarer, warum die neuen Bewerber innerhalb von etwa vier Monaten höher qualifiziert sein sollen als vier Mitglieder, die sich bereits eingebracht und bewiesen hatten. Zumal man sich für jeden Bewerber anscheinend gerade mal zehn Minuten Zeit fürs Vorstellen gegeben hat (Klick). Aber gut, diese Darstellung müssen wir der Kommission dann schon glauben, detaillierte Begründungen liefert sie ja nicht, und dass sie das nicht muss, darauf verweist sie ja auch hier wieder. Sie äußert sich trotzdem. Auch zu dem Umstand, dass sie nur 12 von 16 möglichen Kandidaten zuließ, heißt es wenig erhellend: „Wir haben Verständnis, dass dieser Vorgang als nicht transparent wahrgenommen wird, aber dies ist genau so und aus gutem Grund in der Satzung festgehalten.“ Dass dieser Umstand faktisch auch die Wahlrechte der Mitglieder beschränkt, steht da nicht.

Es liegt auch ein großes Stück an der Schwäche dieser Satzung, dass sie das Schweigen zulässt und Transparenz nicht herstellt, wie sich auch die drei Gremien Ehrenrat, Wahlkommission und Aufsichtsrat bei der Bildung dieser Kommission gegenseitig bedingen. Das hatte bei der Geburt der Satzung wohl kein Mitglied richtig im Blick. Aber das öffnet die Tür für Spekulationen und Verdächtigungen.

Dass nun Mitglieder der Kommission von außen angegriffen werden – das ist entschieden zu verurteilen. Ein Mitglied der fünfköpfigen Kommission ist sogar schon zurückgetreten. Ob deshalb, ist nicht bekannt. Kritik wurde an Ehrenpräsident Harald Strutz laut, er gieße immer wieder Öl ins Feuer, doch traue ich dem Mann zu, von den Hintergründen mehr zu wissen als die Allermeisten.

Sehr zu begrüßen ist, dass der Vorstand nun reagierte und bereits einen weiteren Fahrplan vorgelegt hat, zunächst die Satzung zu ändern und dann die Gremien zu wählen. In diesem Zusammenhang gefällt mir der Vorschlag der Wortpiratin gut, der mehr Transparenz gewährleisten soll: Pro Wahl immer nur einen Teil des Aufsichtsrats zu wählen und die Verweildauer der Mitglieder im Aufsichtsrat von deren Stimmenanteil abhängig zu machen. Schließlich schreibt sie: „Nachdenken sollte man auch über eine Art Sperrfrist der Personen, die Änderungen an der Satzung mit erarbeiten, bezüglich eines Amtes im Verein.“ (Klick, Plus-Artikel). Das sollte eine persönliche Karriereplanung durch gezieltes Wirken in den Gremien verhindern. D‘accord!

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