Mentalität und Kampf gegen Union: 1:0

Zweites Heimspiel hintereinander gewonnen dank einer starken kämpferischen Mainzer Mannschaft, dank eines kompakt stehenden Teams gegen Union Berlin. Letztlich entschied ein von Niakhaté verwandelter Elfmeter dieses Spiel, doch hätten unsere Mainzer noch mehr mitnehmen können. Der Auftritt ist eine deutliche Weiterentwicklung.

Überraschend gleich zu Beginn: Adam Szalai stand als zweite Spitze neben Onisiwo in der Startelf. Erstmals überhaupt. Da Quaison verletzt war, konnten wir annehmen, dass Neuzugang Glatzel den Ungar im Sturm später noch ersetzen dürfte. Vorweg: Szalai machte ein tolles Spiel. Im Mittelfeld spielte wieder Barreiro, der Mann fürs Tempo.

Im Fastnachtstrikot und auf schwerem Boden ackerten unsere Jungs gegen die Eisernen, deren harter Abräumer Andrich gleich seinen ebenso harten Gegner in Dominik Kohr fand. Unsere Jungs liefen die Berliner früh an, gingen giftig auf den Gegner, um Bälle zu erobern und schnell nach vorne umzuschalten. Das gelang zu Beginn ganz gut, doch war vorne an Unions Strafraum meist Schluss. Keine Mühe für Union, die Angriffe der Mainzer zu stoppen. Alles zu umständlich, da wirkte nichts mehr einstudiert. Immerhin fighteten sie da vorne. Es wird ein Kampfspiel, hatte Trainer Bo Svensson prophezeit, und genau so sah das auch aus, vor allem im Mittelfeld.

Robin Zentner und Torwart Trainer Stephan Kuhnert freuen sich nach dem Spiel.
Robin Zentner und Torwart Trainer Stephan Kuhnert freuen sich nach dem Spiel.

Kaum waren die Gäste über die Mittellinie, gaben ihnen die Nullfünfer zu viel Raum. Doch waren sie auf der Hut und ließen zunächst mal kaum Chancen zu.

Und dann gab es plötzlich Elfmeter für Mainz: Schlotterbeck war Onisiwo im Strafraum auf den Fuß getreten. Niakhaté trat an – und vollendete mit viel Glück. Der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor. 1:0. Nicht unverdient war diese Führung zu diesem Zeitpunkt, unsere Jungs hatten mehr gearbeitet als der Gegner, ja, sie wirkten entschlossener als Union. Hoffentlich bis zum Abpfiff.

Onisiwo hatte in der 29. Minute die Chance auf einen weiteren Treffer, doch versprang ihm dann der Ball direkt vor dem Berliner Tor. Vier Minuten später hatten wir Glück, dass Awoniyi, der Ex-Mainzer, seinen Schuss übers Tor setzte. Das war bis dahin die beste Möglichkeit der Gäste gewesen in einem Spiel, das immer ruppiger wurde. Vor allem seitens unserer Nullfünfer. Aber auch das gehört zu einer gewissen Zweikampfhärte, deren Fehlen Trainer Svensson zuletzt beklagt hatte. Zudem hatte uns Union im Hinspiel schon mit seiner eigenen Zweikampfhärte den Schneid abgekauft. Diesmal nahmen unsere Jungs diese Härte an.

Bewundernswert fand ich die fixen Abläufe bei Union, vor allem dieses konzertierte Umschalten, offensiv wie defensiv. Letzteres klappte aus meiner Sicht gegen unsere Jungs besonders gut.

Die zweite Halbzeit begann mit einem tollen Spielzug – Mwene flankte (ja, er kann das) in den Berliner Strafraum, wo Szalai den Ball mit dem Kopf hervorragend erwischte, der Berliner Keeper jedoch die Hände im richtigen Moment noch hochreißen konnte. Kurze Zeit später rauschte Teuchert in den Mainzer Strafraum, wo Zentner Schlimmeres verhindern konnte. Unions Schlotterbeck sah kurz darauf die gelb-rote Karte – gefährliches Spiel erneut gegen Onisiwo. Nun also Union in Unterzahl. Doch das hatte bei diesem eisenharten Team erst einmal nicht viel zu bedeuten.

Unsere Jungs blieben dran, setzten nach, kombinierten, halfen sich gegenseitig, Selbst Szalai räumte hinten einiges weg. Onisiwo startete einige gute Angriffe, fand in Unions Luthe aber seinen Meister. Doch auch sein Gegenüber Robin Zentner parierte einen strammen Schuss von Ingvartsen sehenswert. Puh, der war nicht ungefährlich. Beide Teams fighteten immer verbissener.

Dann machte sich der Mainzer Neuzugang Robert Glatzel bereit. Er kam für den aufopferungsvoll arbeitenden Szalai und Tauer für Latza. Unions Trainer Urs Fischer schöpfte sein Kontingent hingegen voll aus, wollte wenigstens noch den Ausgleich packen. Bo Svensson reagierte daraufhin ein weiteres Mal, brachte Burkardt für den fleißigen Onisiwo. Was der Österreicher alles hatte einstecken müssen, war seinem Trikot deutlich anzusehen.

Unser Atem stockte in der Nachspielzeit, als es Union immer wieder mit langen Bällen in den Mainzer Strafraum versuchte und Pohjanpalo kurz vor Zentner noch an den Ball kam. Aber der Keeper hielt das Leser fest, da musste er sich zum ersten Mal richtig strecken. Auch Union musste kurz bangen – Glatzel hatte das 2:0 auf dem Fuß, doch reagierte Luthe erneut hervorragend.

Dann kam der erlösende Schlusspfiff. Drei Punkte mitgenommen! Spitze! Jetzt zwei Auswärtsspiele, Leverkusen und Gladbach.

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