Eisenhart gegen die Eisernen auftreten

Pflichtsieg oder Siegpflicht gegen den FC Union Berlin? 05-Trainer Bo Svensson hält den Klub für den zweikampfstärksten der Bundesliga. Eine Siegpflicht gebe es aber für alle restlichen Spiele. „Wir arbeiten an dem, was wir beeinflussen können. Und hoffentlich reicht das aus, gegen Union zu gewinnen“, sagte der Coach in der jüngsten Pressekonferenz. Dort kamen Fragen vor allem zum neuen Stürmer Robert Glatzel. Der vom walisischen Klub Cardiff ausgeliehene Spieler wird an diesem Freitag erstmals trainieren können – falls der Coronatest dann negativ ausfällt. Ob Glatzel aber auch am Samstag spielen wird, konnte der Coach noch nicht sagen.

Fest stehe jedenfalls, dass der junge Mann „Bock hat, für Mainz in der Bundesliga zu spielen“, sagte Svensson. „Fußballerisch ist er ein großer Spieler, er hat eine gewisse Physis und ein gutes Kopfballspiel, kann auch die Bälle gut festmachen, er arbeitet gut gegen den Ball und gibt uns eine gewisse Präsenz im Kopfballspiel.“ Glatzel habe man schon damals im Fokus gehabt, als er noch in Heidenheim gespielt hatte, aber Cardiff hatte wohl mehr für den Transfer geboten, verriet Sportdirektor Martin Schmidt. Der Stürmer wird nun bis Sommer ausgeliehen. Ob er bleiben kann oder es eine Option für einen Kauf gibt, sagte Schmidt nicht, doch hänge das letztlich auch von der Ligazugehörigkeit ab.

Und was sagt der Trainer zum Gegner, dem FC Union Berlin, der in etwa die Rolle in der Liga einnimmt, die der 1 FV Mainz 05 auch mal gespielt hatte. In der Hinrunde besiegte er unseren FSV deutlich mit 4:0. „Es wird eine sehr, sehr schwere Partie gegen Union, weil sie genau wissen, wie sie spielen wollen. Union steht zu Recht da oben. Sie haben zwar eine andere Spielweise als diejenigen, die mit da oben [in der Tabelle] stehen, aber sie wissen genau, wer sie sind, wie sie spielen wollen, welche Stärken und Schwächen sie haben. Das ist eine eingespielte Mannschaft. Dass es in den letzten drei Spielen keinen Sieg für sie gab, heißt nicht, dass ihre Leistung schlechter war“, analysierte Bo Svensson.

Der Coach war voll des Lobs über den nächsten Gegner. „Jeder tut sich schwer gegen Union. Alle sehen, wie sie spielen, aber dagegen ein Mittel zu finden, ist schon etwas anderes.“ Der Kader sei gut zusammengestellt mit körperlich robusten Akteuren, er biete eine gute Mischung aus jungen und älteren Spielern. „Sie sind zweikampfstark, athletisch, stehen kompakt, arbeiten knallhart gegen den Ball, machen die Räume gut eng und schalten gut um, haben viel Power, sind sehr fleißig und kommen mit gefährlichen Standards. Das ist eine abgeklärte Mannschaft, gegen die sich jeder schwer tut, auch die Top-Teams.“

Auch Martin Schmidt lobte die gute Arbeit seines Landsmanns Urs Fischer, dem Trainer der Eisernen. Das Team seit gut eingespielt, solide und mit zahlreichen Automatismen, schon seit dem Aufstieg, inzwischen aber sei Unions Spiel noch kultivierter. „Sie haben das Team sehr gut verstärkt, Knoche war so einer, und sich weiter entwickelt. Das ist eine gewachsene Mannschaft, da weiß jeder, was er macht. Im dritten Jahr können sie jetzt in der Euro League angreifen“, sagte Schmidt und auch er verglich die Eisernen mit Mainz 05 vor einigen Jahren, als das Team gut eingespielt war. „Es ist ein wichtiges Zeichen für die Bundesliga, dass solch ein Verein mit weniger Mitteln erfolgreich sein kann, dank Kontinuität, klarem Plan und Ordnung“, so der Schweizer. Das mache den Verein sehr interessant, obendrein könne er für die nächsten Jahre für 05 ein Vorbild sein.

Gegen Union will Svensson von seiner Truppe eine überzeugende Leistung wie gegen Leipzig sehen. „Da kommt eine große Körperlichkeit, viel Tempo und eine geschlossene Mannschaft – das musst du auf der anderen Seite spiegeln, da musst du dagegenhalten können“, so Svensson. Um eine Chance zu haben, müsse das Team genauso geschlossen auftreten wie der Gegner. Aber: „Die Mannschaft lebt, sie will.“ Sein Team arbeite täglich hart, die Mittel und Abläufe zu finden, um besser zu werden. Gegen Union müssten Taktik, Mentalität und Aufmerksamkeit stimmen. Es werde darum gehen, selbst die richtigen Räume zu bespielen. „Alles reinwerfen, was man reinwerfen kann, dann schauen wir, was am Ende dabei rauskommt.“

Auf einen müssen wir am Samstag verzichten: Robin Quaison ist nicht einsatzbereit sein, er hatte sich im Spiel gegen Stuttgart eine Knieprellung zugezogen. Also – gute Chancen für Robert Glatzel.

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