Nichts zu holen für harmlose Mainzer in Stuttgart

Keine Tore für unsere Nullfünfer in Stuttgart, der VfB schickte unsere Jungs vielmehr mit 0:2 wieder nach Hause. Hinten machen wir nach wie vor die alten Fehler (Stichwort Kontersicherung) und nach vorne bringen wir nichts zustande, da bleiben wir zu harmlos. Der VfB Stuttgart war hingegen ein Musterbeispiel an Effektivität, denn so viele Chancen hatten sie gar nicht.

05-Trainer Bo Svensson musste auf den leicht verletzten Leandro Barreiro verzichten – sehr schade, denn der Luxemburger hat sich Zug um Zug weiterentwickelt. Für ihn spielte nach seiner Quarantänezeit wieder Edimilson Fernandes. Das war die einzige Veränderung in der Aufstellung gegenüber dem siegreichen Leipzigspiel. Also erneut mit Fünferkette und ganz vorne wieder mit Onisiwo und Quaison, zudem mit den beiden Neuzugängen: Kohr in der Mitte, und da Costa auf der rechten Außenverteidigerposition. Danny Latza agierte diesmal mehr als Zehner direkt hinter den beiden Spitzen.

Schon wieder ein Rückschlag. Bo Svensson nachdenklich.

Unsere Jungs pressten zu Beginn deutlich früher und weiter vorne als gegen Leipzig, stellten den Gegner gut zu. Stuttgart machte es ganz ähnlich, zwang unsere Jungs immer wieder zu weiten und hohen Bällen nach vorne. Doch hatten wir dort nicht immer die Hoheit. Mancher Angriff gelang jedoch, auch der ein oder andere Abschluss. Giftig genug waren sie auch in den Zweikämpfen – Kohr bewegte sich früh nah an einer Gelben Karte. Die erste Gelbe des Spiels bekam dann aber Niakhaté für ein taktisches Foul an Wamangituka. Die Bilanz war eindeutig: Unsere Jungs begingen zur Pause viermal mehr Fouls als der VfB. Doch solche Hörte hatten wir bislang eher vermissen lassen. Aber das zeigt auch, wie sehr die Mannschaft gewillt ist, zu kämpfen.

Glück für uns dann in der 24. Minute, dass Torwart Zentner einen von Bell abgewehrten Ball noch fassen konnte. Bis dahin die einzig wirklich gefährliche Szene der Stuttgarter. Quaison musste dann angeschlagen runter, er hatte Probleme mit dem Knie, für ihn kam Burkardt. Einer hätte den Schweden im Sturm nicht mehr ersetzen können: Dong-Won Ji war am selben Tag an den Zweitligisten Eintracht Braunschweig ausgeliehen worden. Vielleicht kommt nun doch noch ein neuer Stürmer.

Es war ein laufintensives und kraftraubendes Spiel unsere Nullfünfer. Und immer wieder schwierig, sich im Strafraum aus der Umklammerung der Schwaben zu befreien. Aber es gab Entlastungsmomente, eigene Strafraumszenen und immer wieder Ballgewinne. Genau hier fehlten aber die glücklichen, die schnellen und genutzten Umschaltmomente und auch eine Art Killerinstinkt für solche Momente. Ein besseres Passspiel vorne wie auch das Glück fehlten, hinten hatten sie es jedoch, denn da waren sie manchmal (noch) immer nicht aufmerksam genug. Sehr hilfreich, dass auch die Stürmer hinten aushalfen.

Über die Härte des Gegners klagte dann zur Pause Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat. Gegenüber dem Dazn-Reporter forderte er ein noch konsequenteres Durchgreifen des Schiedsrichters. Hallo? Auch wir hatten mit Quaison schon einen Ausfall zu beklagen. Und nach Wiederanpfiff ging auch der VfB härter in die Zweikämpfe. Was das Spiel noch zerfahrener machte und ständig zu Unterbrechungen führte. Die ein oder andere lautere Bemerkung brachte dann auch unserem Trainer Bo Svensson eine gelbe Karte ein.

Es blieb dabei: Ihre Angriffe spielten unsere Jungs nicht konsequent genug aus, da hätten wir mit strukturierterem Spiel eher Treffer erzielen können. Stattdessen traf Stuttgart: Sosa durfte auf unserer rechten Seite ungehindert flanken, exakt auf den Kopf des langen Kalajdzic, und der Österreicher konnte sich gleich gegen drei Mainzer Gegenspieler leicht durchsetzen, machte per Kopf das 1:0. Zu unkonzentriert, unsere Abwehr. Das Tor brachte Unruhe ins Mainzer Spiel, da fehlte jetzt oft die Ordnung. Besser wäre gewesen Ruhe zu bewahren und nachzusetzen. Wie gegen Leipzig.

Saša Kalajdžić freut sich über seinen Treffer zum 1:0.

Onisiwo antwortete in der 60. Minute mit einem satten Lattentreffer per Kopf bei einem Freistoß. Da hatte wieder das Glück gefehlt. Ob es sich erzwingen lässt? Svensson wechselte. Er nahm den blassen Fernandes raus, brachte Ötztunali und Stöger für Latza.

Doch ging nichts nach vorne: Ball zu weit vorgelegt, Fehlpass gespielt, Ball verloren, Mitspieler nicht gesehen, Tempo verschleppt. Die Partie hatte zudem Kraft gekostet, und genau das wäre für ein Aufbäumen in dieser Phase sehr wichtig gewesen. Sie versuchten es, Bell ging mit nach vorne. Und genau da verloren sie den Ball durch ein Missverständnis – Wamangituka schnappte sich die Kugel, sprintete auf und davon, spurtete über mindestens den halben Platz und machte ganz locker das 2:0. Da fehlte bei unseren Jungs klar eine echte Kontersicherung.

Noch mal wechseln. Szalai kam für Onisiwo, Boëtius für Bell. Da fehlte es aber weiter an jeder Effektivität im Sturm vorne. Noch einmal liefen sie schier verzweifelt an – aber sie trafen nicht. Offenbar fehlte am Ende auch die Kraft.

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