Mainzer „Riesenaufgabe“ gegen Stuttgart

„Klar gehst Du mit einer anderen Gefühlslage in die nächste Woche rein, wenn Du gewonnen hast. Aber wir müssen inhaltlich bei uns bleiben und so schnell wie möglich dorthin kommen, wo wir spielerisch hin wollen“, sagt 05-Trainer Bo Svensson vor dem Spiel an diesem Freitag (20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart. „Die guten und die schlechten Sachen“ aus dem Spiel gegen Leipzig habe man den Spielern noch einmal aufgezeigt. Egal ob Sieg oder Niederlage. Er habe genau dieselben Dinge gesagt wie nach dem verlorenen Match gegen Wolfsburg.

Es gehe ihm aber um mehr, als nur ein Spiel zu bewerten. „Es sind viele Komponenten, die wir noch verbessern müssen durchgehend in unserem Spiel“, sagte Svensson, um auf das Niveau zu kommen, das er gerne haben möchte. Und er nannte eine ganze Reihe von Komponenten: „Besser und noch enger verteidigen, noch aggressiver werden im Pressing, noch besser erkennen, wann wir Druck auf den Gegner aufbauen müssen, in welchen Räumen wir den Ball erobern müssen und wie wollen wir umschalten und mit welcher Qualität wollen wir umschalten.“ Wenn er aber die Qualität und Offenheit seiner Jungs sehe, „dann werden sie sich auch verbessern. Das ist auch dringend nötig“.

Wird es vor dem Ende der Transferfrist am Montag, 18 Uhr, noch Neuzugänge geben? Man müsse noch schauen, sagte Sportdirektor Martin Schmidt, „aber Fakt ist, dass wir zwei gute Transfers gemacht haben“, schränkte Schmidt ein und sagte: „Eher also nicht.“ Sind Ausleihen in der Coronakrise das neue Kaufen? Nein, meinte Schmidt, Leihe sei im Moment das probate Mittel. Es liege weniger an Corona als mehr an den bestimmten Typen, die die Mannschaft brauche, „an Qualität, die uns hilft. Wie bei Kohr und da Costa. Und tendenziell sind solche Typen bei einem großen Verein zu finden und zu unserem Glück sind das vielleicht nur Backups, Spieler, die für Mainz immer schwierig zu kaufen waren“, sagte Schmidt. Das Vorgehen jetzt habe mehr etwas mit der Qualität zu tun, die der Verein gerade brauche. Sollte nun doch noch ein Linksverteidiger kommen, dann nur einer, der sofort weiterhelfen könne, niemand, der sich noch entwickeln müsse und „nicht einfach deshalb, damit was gemacht ist“.

Wer jetzt nun welchen Part übernimmt bei Neuverpflichtungen, Christian Heidel oder er, Martin Schmidt, könnt Ihr aus dem hier eingebetteten Video von der Pressekonferenz erfahren.

Wie sieht Bo Svensson den nächsten Gegner, den VfB Stuttgart. „Bevor ich hierher kam, habe ich mir Stuttgart immer besonders gerne angesehen“, sagte der Coach. „Sie haben viele Qualitäten.“ Mit vielen guten Einzelspielern, mit klarer Handschrift des Trainers, mit vielen guten Abläufen vor allem im Offensivspiel. „Um das gut zu verteidigen, brauchen wir schon eine gute Defensive.“ Viele würden jetzt sicher denken, dass man die Spiele gegen große Clubs erst einmal hinter sich gebracht habe. Doch sieht Svensson den VfB derzeit unter den Top-Mannschaften der Liga. „Eine Riesenaufgabe erwartet uns da.“

Der Trainer verweist auf das Spiel des VfB vorige Woche in Freiburg sowie auf das 2:2 gegen Mönchengladbach. „Die Ergebnisse passen vielleicht nicht im Moment, aber die Leistung passt wie zuvor.“ Wer ist fit für Stuttgart? Bei Fernandes und Barreiro müsse man noch sehen. Der Luxemburger hatte gegen Leipzig mächtig eine aufs Ohr bekommen. „Er hat ein tolles Spiel abgeliefert“, lobte Svensson. „Barreiro wird in Zukunft für Mainz 05 noch ein sehr wichtiger Spieler sein.“ Über Fernandes, der jetzt aus der Quarantäne zurückkommt, sagte der Däne: „Er ist ein talentierter Spieler, der sein Potenzial noch nicht voll abgerufen hat. Aber das werden wir gemeinsam schaffen.“ Über Johnny Burkardt sagte er: „Er hat noch nicht getroffen, seit ich hier bin. Aber wenn Du siehst, wie er den Gegner beschäftigt und in der Lage ist, inhaltliche Dinge gut umzusetzen, dann ist er auf einem guten Weg.“ Sowohl Burkardt und Barreiro seien in der Lage, noch besser zu werden.

Was ist mit Brosinski und Kunde? Beide wären einsatzfähig fürs Spiel gegen Stuttgart. Dann lassen wir uns mit der Aufstellung mal überraschen.

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