Zwei Elfmeter besiegeln Mainzer Niederlage

Auch der neue Trainer Bo Svensson konnte den Bock für unsere Nullfünfer noch nicht umstoßen. Zum ersten Mal seit 1986 gewann die Frankfurter Eintracht in Mainz. 2:0 hieß es am Ende. Dabei hätten unsere Jungs durchaus mehr holen können.

Nicht nur, weil es ein besonderer Spieltag für unsere Nullfünfer war – und gleich doppelt. Zum einen kam mit Eintracht Frankfurt ein besonderer Rivale in die heimische, aber leere Arena. Zum anderen beging Bo Svensson sein erstes Spiel als Cheftrainer in der Fußball-Bundesliga.

Dazu griff der neue Trainer auf die zuletzt eher bewährte Mannschaft zurück, baute insgesamt drei neue Akteure ein, im defensiven Mittelfeld mit Latza und Barreiro war Kevin Stöger neu dabei – Svensson spielte also eher mit drei Sechsern, wobei Stöger mehr im zentralen Mittelfeld zu finden war, sich aber vor allem bei gegnerischem Ballbesitz zurückfallen ließ. Die Abwehr stellte Svensson am stärksten um, da Niakhaté nach Gelbsperre zurückkehrte – diesmal als linker Außenverteidiger –, und anstelle von Mwene spielte Brosinski, allerdings auf der rechten Seite. Boëtius wieder zentral und vorne durfte erneut der zuletzt so starke Burkardt zusammen mit Quaison ran. Insgesamt sah das eher nach einem variablen 4-4-2 aus. Das Tor hütete wieder Robin Zentner.

Pechvogel Moussa Niakhaté

Die Begegnung verlief von Anfang an mit dem Fokus auf die taktische Ausrichtung bei beiden Teams. Im Mittelfeld trafen sie sich, um die zweiten Bälle zu erobern, die Räume eng zu machen, Zweikämpfe zu gewinnen, um dann schnell nach vorne zu stoßen. Die Eintracht erspielte sich hier Vorteile, doch waren unsere Jungs, vor allem Robin Zentner, auf der Hut. Nach vorne ging recht viel, aber vor dem Tor wussten unsere Mainzer zu wenig mit dem Ball anzufangen, brachten sie kaum ein konstruktives Spiel zustande, hatten keine Ideen, die kompakte Eintracht zu knacken.

Die Führung für die Eintracht fiel aus dem berühmten Nichts: Niakhaté zupfte den in den Strafraum eingedrungenen Silva am Trikot – der Schiri pfiff Strafstoß. Deutlich war in der Wiederholung zu sehen, wie der Portugiese nach leichter Berührung recht theatralisch zu Boden gesunken war. Den Elfer verwandelte Silva dann sicher zum 1:0 für Frankfurt. Wenige Minuten später pfiff Schiedsrichter Dankert hingegen nicht, als Burkardt im Strafraum der Eintracht fiel. Das war ebenfalls ein Foul. Unsere Jungs schienen nun angefressen, liefen eher hinterher, als dass sie das Spiel bestimmten. Einen Rückstand hatten sie schon lange nicht mehr gedreht. Hier war jetzt noch viel Zeit dazu, aber es kamen zu wenige echte Offensivmomente, schien das Team zu ungefährlich.

Unsere Nullfünfer ließen nach mit ihrer Aggressivität gegen den Ball, wirkten weniger motiviert als der Gegner, dem anzumerken war, dass er sich blind verstand, seine Abläufe verinnerlicht hat. Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit änderte sich die Körpersprache wieder, bauten die Gastgeber wieder mehr Druck auf. Da zückte Dankert auch seine erste gelbe Karte – für Robin Quaison. Mit dem Rückstand ging es in die Pause. Und mit dem letzten Tabellenplatz, denn Schalke war in Führung gegangen.

Gleich im zweiten Durchgang hätte die Eintracht auf 2:0 erhöhen können – Hack verhinderte Schlimmeres, aber wie schon gegen die Bayern wirkte das Team gegen eine kleine Kopfballstafette vor dem eigenen Tor chancenlos und passiv. Diesmal ging der Ball nicht hinein. Ins Überraschungsmoment nach vorne kamen sie so gut wie nie – zu kompakt stand der Gegner, zu träge reagierten oft unsere Mainzer. Einmal machten sie es in der 54. Minute besser, aber Burkardt verzog. Zwei Minuten später scheiterte er erneut, diesmal knapp mit einem Flugkopfball an den Pfosten.

Dann überschlugen sich die Ereignisse. Hasebe stoppte den Ball mit der Hand. Freistoß. Beim Freistoß schien Barreiro gefoult worden zu sein. Der Schiri pfiff zunächst Elfmeter, nahm diesen aber nach Überprüfung am Videoschirm zurück. Aber unsere Jungs wurden jetzt deutlich mutiger, waren sehr oft im gegnerischen Strafraum zu finden, wo Burkardt erneut nur knapp scheiterte. Sie gaben jetzt ordentlich Gas, hatten aber noch kein Glück. Genau das fehlte noch.

Das hatten wir diesmal wahrlich nicht. Denn der Schiedsrichter pfiff erneut Elfmeter für die Frankfurter Eintracht. Niakhaté hatte Hinteregger im Strafraum deutlich sichtbar festgehalten. Wieder ging Silva zum Punkt. Und traf zum 0:2. Das war frustrierend.

Onisiwo kam, Stöger ging. Dann noch Mateta für Boëtius und Ötztunali für Quaison. Später kam noch Szalai für Burkardt. Sie versuchten, wenigstens den Anschlusstreffer zu erzielen, hatten auch genügend Chancen, nutzten diese aber nicht. Dann ein weiteres Mal Luft anhalten: Noch einmal pfiff Schiri Dankert einen Elfmeter für uns – um ihn abermals zurückzunehmen.

Mit 2:0 gewann die Frankfurter Eintracht in Mainz, erstmals seit 1986. Dank eines 4:0 der Schalker gegen Hoffenheim stehen wir nun auf dem letzten Tabellenplatz.

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