Mehr auf die einfacheren Dinge setzen

Die Enttäuschung ist groß nach diesem 0:2 gegen die Frankfurter Eintracht. Einige Fans hatten nach den wenigen Einsatztagen des neuen Trainers Bo Svensson offenbar mehr erwartet. Warum habt Ihr nicht gespielt wie in der ersten Halbzeit gegen die Bayern, war vielfach im Netz zu lesen. Tja, hätte uns die Eintracht mal diese Räume gelassen, die es bei den Bayern gab… Die Eintracht stand kompakt und ging anfangs mit deutlich mehr Aggressivität in die Zweikämpfe als wir. Erst als auch unsere Jungs mit mehr Biss ans Werk gingen, holten sie mehr Chancen heraus.

Klar – ein Sieg dank zweier Elfmeter ist nicht gerade schmeichelhaft. Es zeigt, dass aus dem Spiel nichts gegen die Nullfünfer zu holen war. Und das ist schon mal ein positiver Aspekt am Mainzer Spiel. Zudem stellte sich Schiri Dankert aus meiner Sicht kein gutes Zeugnis aus – Elfmeter hin und her, zweimal machte er seine Entscheidungen rückgängig. Das zeugt für mich eher von Unsicherheit als von Souveränität. Zudem ließ er für mich viele Fouls bei Frankfurt ungeahndet. Doch wollen wir die Niederlage mal nicht allein auf den Schiri schieben.

Gute Vorstellung gegen Frankfurt, hatte aber viel Pech: Johnny Burkardt. Er wird für Mainz 05 immer wichtiger.

Die Eintracht ist zudem ganz offensichtlich eine wesentlich besser eingespielte Mannschaft als unser Team, da sitzen viele Abläufe blind, vor allem im defensiven Umschalten. Unsere Mannschaft muss es lernen, sich gegen solch kompakte Teams besser durchzusetzen. Hier fehlt es an schnellen Außenläufern, die zudem gefährliche, also maßgenaue Flanken schlagen können. Ötztunali ist schnell, konnte ins Spiel gegen die SGE aber nur für die letzten zehn Minuten aufs Feld – er war ja lange verletzt. Auf der linken Seite fehlt ein schneller Außen. Die schnellen Außen braucht man schon, um einen Tempo-Fußball à la Jürgen Klopp spielen zu können, um hinter die letzte Reihe des Gegners zu kommen. Zu oft rennen wir uns derzeit in der Mitte fest und treffen dort falsche Entscheidungen – verschleppen das Tempo, passen zum Gegner oder auf den schlechter postierten Mitspieler.

„Ich hätte es mit mehr Aggressivität gegen den Ball versuchen müssen anstatt mit spielerischen Lösungen“, gestand neulich ein selbstkritischer Ex-Trainer Sandro Schwarz in einem Interview mit der FR. Heißt: Sich mehr auf die einfacheren Dinge zu konzentrieren. Klick. In einer derart negativen Phase muss ein Team einfache und gut umsetzbare Automatismen abrufen können. Vermutlich wird darauf auch Bo Svensson setzen. Noch hatte er dafür praktisch keine Zeit.

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