Überraschungen gegen Bayern nicht ausgeschlossen

Die neuen Führungsfiguren beim 1. FSV Mainz 05 sind kaum im Amt, da wurden die ersten Personalentscheidungen getroffen. Der Blick geht jedoch zum Spiel an diesem Sonntag (18 Uhr) beim mehrfachen Deutschen Meister FC Bayern München, für dessen Vorbereitung Nachwuchstrainer Jan Siewert verantwortlich ist. Die Pressekonferenz zum Spiel hatte schon eine andere Tonalität als zuletzt. Sportdirektor Martin Schmidt sprach von einem „sehr positiven Eindruck“ aus dem Training. Und Jan Siewert ist die Bedeutung seiner Aufgabe bewusst. Er habe zunächst Gespräche mit den Spielern geführt, Gespräche, in denen er nach vorne blickte.

Siewert sagte am Schluss der Pressekonferenz einige für mich entscheidende, klare Sätze, als er gefragt wurde, ob er ein bestimmtes Spielsystem bevorzuge: „Kein festgelegtes Spielsystem, es muss ja auch auf die Spieler passen. Du musst sie ja auch mitnehmen, egal, was du ihnen da hinlegst. Wir müssen uns ja verstehen und umgekehrt müssen sie auch fühlen, dass das umsetzbar ist.“ (Minute 21:50 im Video der PK).

„Es geht darum, mit den Jungs sehr konzentriert und bewusst zu arbeiten. Jeder weiß, München ist ein Spiel, da wirst du in gewissen Phasen leiden, du wirst aber auch Spielfreude verkörpern müssen“, sagte der Interimstrainer. Alles reinwerfen, damit man am besten vorbereitet sei. Das bedeute jedoch nicht, dass sich sein Team hinten reinstelle und alles zumauere. Vorne aggressiv angreifen und hinten aggressiv verteidigen. Das gelte es, in Einklang zu bringen. Siewert hat sich dazu mit dem ganzen Trainerteam ausgetauscht, zum Beispiel mit Sören Hartung, Trainer des U17-Teams Bundesliga Süd, der auch schon gegen München gespielt hat. „Es gibt verschiedene Phasen gegen München, Phasen, in denen man nur verteidigen muss und welche, in denen etwas geht.“

Mit welcher Aufstellung er gegen die Bayern antreten will, verriet Siewert wie alle Trainer-Vorgänger nicht. Er werde so aufstellen, dass er im Spiel auch noch nachlegen könne und wolle seine Auswahl von den letzten beiden Trainingseinheiten abhängig machen. Er schloss jedoch Überraschungen nicht aus, „dass wir Spieler sehen, die in der Saison noch nicht so oft auf dem Platz gestanden haben“. Paul Nebel und Niklas Tauer werden nicht dazugehören, beide sind angeschlagen. Und auch Levin Ötztunali ist noch im individuellen Training nach seiner Muskelverletzung.

Das Ausscheiden Aaróns, der an Celta Vigo ausgeliehen wurde, beschäftige ihn nicht so sehr, sagte Siewert, man müsse einfach mit dem Kader arbeiten, der zur Verfügung stehe. „Da müssen dann andere ran. Genau so ist es ja auch in den nächsten Wochen und Monaten. Wir wollen unbedingt den Kampf um den Klassenerhalt schaffen, und dann musst Du einfach auch mal improvisieren können.“ Im Training habe sich jeder Spieler reingelegt und gemerkt, dass eine neue Situation besteht. „Wir müssen für den richtigen Moment jeden Spieler finden.“ Vor allem sei es wichtig, aus einer kontrollierten Defensive heraus zu spielen.

Martin Schmidt wollte nicht zu sehr an den 2. März 2016 denken, als er damals als Trainer mit seinen Mainzern bei Bayern gewann. „Ich war ja nicht der Erste, der dort gewann, Thomas Tuchel ja auch“, relativierte Schmidt. Apropos Trainer: Was den neuen angehe, wolle er keine Zwischenmeldungen geben. „Wir sind nah an der Lösung“, die nach dem Bayernspiel verkündet werde. Jetzt gelte es, den Fokus auf das Spiel beim FC Bayern München zu richten. „Wir werden da hingehen mit Jan Siewert als Gruppe und mit Charakter.“

Was Spielerwechsel und neue Transfers angehe, verwies Schmidt auf den neuen Trainer und dessen Blick auf den Kader. „Das sind Themen, wo wir dann mit ihm in die Gespräche gehen.“ Qualität im Kader sei jedenfalls vorhanden. Im Falle von Aarón habe der Spieler schon Wochen zuvor angemeldet, wieder in seiner spanischen Heimat spielen zu wollen. Der freie Kaderplatz eröffne nun anderen Spielern eine neue Perspektive. „Wir sind da voller Hoffnung, dass hier Reaktionen kommen, aber natürlich können wir das Ding jetzt nicht in einer Woche umdrehen, so dass wir nun die Bayern an die Wand spielen.“

Das vordere Foto zeigt eine Szene aus dem 1:3 vom 1. Februar in Mainz, Latza kontra Thiago. Foto: Onefootball, imago-images, Jan Hübner.

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