Mainz muss jetzt gegen Bremen alles raushauen

Rein gefühlt liegt das 3:1 gegen Bremen, das uns im Sommer den Klassenerhalt sicherte, noch nicht lange zurück. Nun kommt Bremen erneut ins heimische Stadion und schon wieder dreht sich alles um das Thema Abstiegskampf. Diesmal ist jedoch vieles anders, der Gegner spielt anders, wie 05-Trainer Jan-Moritz Lichte sagte, und unser eigens Team trifft kaum mehr. Zuletzt gegen die Hertha defensiv stabiler, müssen unsere Nullfünfer jetzt noch einmal genau so kompakt und kämpferisch auftreten wie in Berlin. „Ein, zwei Dinge“ haben sie im Training gemacht, vor allem für die Torgefährlichkeit, verriet der Coach.

Niemand sollte jedoch glauben, dass diese Begegnung wie vor einem Jahr 5:0 für unsere Mainzer ausgehen könnte – „das hat mit dem Werder Bremen, wie sie momentan auftreten, nicht mehr viel zu tun“, sagte der Coach mit Blick auf diesen Samstag (15.30 Uhr). Selbst das 3:1 zuletzt in der heimischen Arena muss sich nicht wiederholen. Bremen ist ganz ordentlich in die neue Saison gestartet, zuletzt mit etwas Pech auch in der Tabelle nach unten gerutscht. Eine Veränderung im Spielstil hat Lichte bei den Hanseaten ausgemacht – „dass sie sehr kompakt und tief verteidigen. Bremen setzt sehr aufs Umschaltspiel, und in der Spieleröffnung haben sie sichere Abläufe. Wir erwarten insgesamt einen tiefstehenden Gegner, der versucht, die Dinge im Umschaltspiel für sich zu gestalten.“ Die Begegnung dürfte also jenen in Bielefeld und gegen Köln gleichen, und in beiden hatten unsere Nullfünfer das Nachsehen. Ausgerechnet gegen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf.

Genau dies könnte auch in Bremen der Fall sein. Im letzten Bundesligaspiel des Jahres jedoch sollten unsere Jungs wirklich noch einmal alles raushauen und sich nicht mit den paar kleinen Erfolgen gegen Hertha zufriedengeben. Dafür wurde einfach nichts erreicht. Während der Pressekonferenz zum Spiel gingen die Fragen der Journaille in die Richtung einzelner Spieler wie auch um die Verfassung des Trainers, das könnt Ihr hier Euch im Video anschauen.

Die Situation insgesamt ist klar, der Tabellenstand verdeutlicht das, auch wenn Sport-Vorstand Rouven Schröder das beiseite schiebt und sagt: „Wir müssen bei uns bleiben.“ Man müsse seine Spiele schon selbst „positiv gestalten“. Tatsächlich ist das Team insgesamt (noch) nicht abgeschlagen. Wenn die Entwicklung in der Liga so weitergeht, könnte das in dieser Corona-Saison noch zu einem historischen Punkte-Tiefststand führen, mit dem man noch die Liga halten kann.

Jetzt aber gilt erst mal: Anknüpfen an die gute Defensiv-Leistung gegen Hertha und Erkenntnisse aus den Offensiv-Übungen des Trainings mitnehmen, vorne gefährlicher werden und endlich mal den ersten Dreier der Saison im heimischen Stadion holen. Das wäre uns jetzt allen zu wünschen. Und vielleicht können die Jungs langsam auch mal ihre Standards weiter verbessern. Vor allem: Positiv aus diesem Jahr gehen. Aus diesem Seuchenjahr. Und immer daran denken: Die Hälfte der Spielzeit ist noch gar nicht erreicht, zu Hoffnung gibt es genauso viel Anlass wie es Zeit gibt, den Lauf des Schicksals noch zu drehen.

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