Mainz 05 kommt nicht aus dem Tabellenkeller

Neuer Versuch in der Fußball Bundesliga und dritter Versuch gegen einen Mitkonkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, diesmal zu Hause gegen die Geißböcke aus Kölle. Doch dieser Versuch geriet wie zuletzt die anderen: Dummen Fehler gemacht, Tor gefangen, im Endspurt festgerannt – diesmal auch in Überzahl. Und am Ende mit leeren Händen das eigene Stadion verlassen. Köln hat dank des 1:0 nun 5 Punkte Vorsprung auf uns. Das rettende Ufer für Mainz ist ein ganzes Stück entfernt.

Wirkte am Ende frustriert und ziemlich ratlos: Kevin Stöger

05-Trainer Jan-Moritz Lichte änderte drei Positionen in seiner Aufstellung – Brosinski kehrte zurück auf die linke Verteidigerseite, Latza kam für Barreiro ins defensive Mittelfeld und Onisiwo stürmte anstelle von Quaison. Ansonsten wieder mit der Dreier- beziehungsweise Fünferkette in der Abwehr. Köln holte die Gastgeber schon in deren Hälfte ab, machte so die Räume eng und provozierte viele Ballverluste bei den Mainzern. An schnelles Umschalten war da zunächst einmal kaum zu denken, vielmehr suchten unsere Jungs Anspielstationen und Lücken in des Gegners Hälfte. Ein erster von Brosinski getretener Eckball geriet misslungen und ungefährlich, was sich mindestens noch einmal wiederholte.

Unsere Mainzer versuchten es mit Gegenpressing, so dass beide Seiten um jeden Ball kämpften und sich zunächst kein flüssiges Spiel entwickelte. Nach hinten wirkten die Gastgeber zudem wacklig, unsicher, vor allem wenn Köln nach vorne durchbrach. So auch in der 17. Minute, doch zählte Kölns Treffer wegen abseits nicht. Glück gehabt. Und hoffentlich eine Warnung – sie wirkten hinten bisweilen zu passiv, auch beim Abseitstor. Vier Defensivspieler auf einer Reihe, aber der Ball durfte ungehindert rollen.

Offensiv funktionierte nur sehr wenig bei unseren Jungs. Bislang blieben sie viel zu harmlos. Ihren ersten Abschluss verzeichneten sie in der 25. Minute, doch verzog Onisiwo weit übers Tor. Wie es auch diesmal wieder oft genug an der Passgenauigkeit fehlte. Bei diesem extrem positionstreuen Spiel beider Mannschaften suchten die Akteure oft vergeblich nach Abnehmern ihrer Pässe, und dabei wirkten sie dann doch insgesamt zu statisch. Spannend wurde es mal bei einem Freistoß direkt am Mainzer Strafraum, weil Niakhaté gefoult und dabei die gelbe Karte gesehen hatte. Sie klärten dies genau wie den ersten Eckball der Kölner in der 38. Minute.

Ihre bis dahin beste Chance hatten unsere Mainzer in der 41. Minute, als Latza flach in den Strafraum hereingab, Mateta das Spielgerät allerdings nicht mehr optimal traf. Fast im Gegenzug ergab sich für die Gäste eine Großchance bei einem Freistoß, bei dem unsere Hintermannschaft nicht auf der Hut war – Zentner konnte die Kugel jedoch einfangen. Insgesamt war das bislang ein sehr zähes Spiel mit wenigen Höhepunkten, aber vielen Fehlern. Fünf Torschüsse zählten wir bis zur Pause unterm Strich. Konnte das noch besser werden, vor allem für unsere Rot-weißen?

Auch im zweiten Durchgang kamen unsere Mainzer nicht ins Tempo, weil Köln sehr dicht und aufmerksam stand. Es blieb ein ständiges Hin und Her mit Ballverlusten auf beiden Seiten. In der 54. Minute hatte Latza die Chance zum Tor, aber seinen Schuss zirkelte er exakt in die Arme von Kölns Schlussmann Horn. Ob das unsere Mainzer so ärgerte, dass sie unaufmerksam wurden? Denn praktisch im Gegenzug fing unser Team ein Tor. Die Kölner Flanke in den Strafraum wurde schon nicht geblockt, so dass der Mann mit dem unaussprechlichen Namen Rexhbecaj überhaupt keine Mühe hatte, den Ball ins Tor zu schießen. Unsäglich verteidigt, völlig nachlässig, komplett passiv.

Sie rannten weiter an, aber meist rannten sie sich fest. Trainer Lichte brachte dann Stöger für Latza und Quaison für Boëtius. Mit beiden kam etwas mehr Leben ins Spiel. Und nach einem Foul an Stöger war der FC sogar nur noch zu Zehnt – Duda sah rot. Lichte reagierte erneut, stellte anscheinend auf ein 4-4-2 um, indem er Kunde für Hack und Abass für Burkardt brachte. Fernandes musste vermutlich in die letzte Reihe.

Ging da jetzt was in Überzahl? Dem Spiel unserer Jungs fehlte es jedoch weiterhin an Biss, auch wenn Abass mehr Zweikampfhärte zeigte. Fernandes hatte den Ausgleich sechs Minuten vor Schluss auf dem Fuss, doch sein abgefälschter Schuss konnte Horn sichern. Die dickste Chance versemmelte Quaison – das war in der 90. Minute die glasklarste Mainzer Gelegenheit. Als dann noch Robin Zentner, der mit nach vorne ging, zweimal verpasste, war klar, dass auch dieses Spiel eine Pleite wurde.

Vertan. Der Auftritt unserer Jungs gegen Köln ist ein erneuter, sehr trauriger Tiefpunkt. Ehrlich gesagt bin ich ratlos. Wie sagte doch anschließend Kevin Stöger: „Es war ein Scheißspiel. Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv.“ Der Fan darf es vernehmen, gleichwohl wird er mit seiner Geduld möglicherweise schon am Ende sein.

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