Mainz 05 gegen Köln – gebt Gas, denn diese Punkte zählen doppelt

Nein, nicht Zittern nächster Teil, sondern Chance ergreifen und Boden gut machen. Das muss die Einstellung an diesem Wochenende fürs Heimspiel gegen Köln sein. Mit voller Konzentration gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf – was einem sogenannten Sechspunktespiel gleichkommt. Alles wieder ohne Zuschauer. Aber es könnte noch schlimmer kommen, wenn bei einem härteren Corona-Lockdown, der uns blüht, auch der Profifußball komplett pausieren müsste. „Dann müssten wir uns auch dem fügen“, sagt 05-Sportvorstand Rouven Schröder dazu.

Doch zunächst geht es an diesem Samstag (15.30 Uhr) ins Spiel gegen Köln, danach folgt eine Englische Woche plus Pokalspiel. Da sei es wichtig, mit Schwung in die neue Woche zu gehen, sagte Schröder in der Pressekonferenz zum Köln-Match (siehe oben). „Wir wollen da unten raus, da ist es doch völlig klar, dass wir am Samstag die ersten drei Punkte zu Hause holen wollen. Und das ist der Auftrag“, sagte der Sportvorstand. „Wir wissen, dass Köln einen Aufwärtstrend hat, aber wir wissen auch, was wir können.“ Das Potenzial der Mannschaft sei deutlich besser als das, was gegen Bielefeld zu sehen war.

Ist Danny Latza gegen Köln wieder dabei? Für Trainer Jan-Moritz Lichte ist das möglich, aber bestätigen wollte er es nicht. Ins Mittelfeld gehören auf jeden Fall mindestens zwei Fighter, zweikampfstarke Ballfresser, die alles weghauen, was durchstoßen will. Typen wie einst Milorad Pekovic, Miroslav Karhan und später auch Julian Baumgartlinger. Solch ein Kämpfer fehlt, wie jüngst auch der Kicker feststellte. Viele Fragen der Journaille gingen jetzt in Richtung Kevin Stöger. Mit ihm hat Lichte zumindest eine Alternative für die Position etwas weiter vorne im Mittelfeld, für den Zehner. Aber Stöger kann nicht nur im offensiven, sondern auch im zentralen Mittelfeld auflaufen. Das hat der 27-Jährige auch schon gespielt.

Lichte will am System zunächst jedoch nichts groß ändern, vor allem nichts an der Dreier-Defensive, doch ist er froh, flexibel sein zu können wie mit der Mittelfeld-Raute im zweiten Durchgang gegen Bielefeld. Immer wieder zu Großchancen kommen, aus einer guten Defensive heraus, das will er. Hier sieht er mit Burkardt einen geeigneten Mann, der rechts sowohl in der Defensive steht, als auch offensiv nach vorne gehen kann. „Auch wenn er ein bisschen offensiver ist als Ötztunali“, so Lichte. Der leider zurzeit verletzt ist. Doch sieht der Trainer jetzt keine Personal-Engpässe wegen der bevorstehenden Englischen Woche plus Pokal, denn der Kader sei dafür breit genug.

Die Niederlage gegen Bielefeld in dieser Form war hoffentlich lehrreich. Von Anfang an muss die Truppe hochkonzentriert ins Spiel gehen und möglichst schnell (und oft) treffen. Mateta als Goalgetter ist wichtig, aber von ihm alleine dürfen wir uns nicht zu abhängig machen. Es gibt noch neun andere Feldspieler – St. Juste hatte es zuletzt versucht, er hatte Pech, aber warum nicht mal Alex Hack. Dessen (vor allem läuferische) Werte gehen ohnehin nach oben, auch wenn er zuletzt der Unglücksrabe war, der den Schuss zum 0:1 gegen Bielefeld unhaltbar abfälschte.

Gebt Gas, denn diese Punkte zählen doppelt.

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