Zweiklassengesellschaft Bundesliga

Eigentlich hat 05-Finanzvorstand Jan Lehmann zum neuen Verteilungsschlüssel für die TV-Gelder alles gesagt: Man hätte sich ein stärkeres Signal gewünscht. Wovon nicht auszugehen war, da der Großteil der Bundesligaclubs ja ohne uns zu diesem Thema getagt hatte (G-15). Die Schmuddelkinder, die Veränderungen gefordert hatten, waren nicht eingeladen. Weil die ohnehin Großen immer noch nicht satt genug sind? Als Kanonenfutter sind wir kleinen Vereine immer willkommen. Hier haben wir doch längst eine Zweiklassengesellschaft, bei der das obere Tabellenviertel den Titel unter sich ausmacht. Wenn das deren Selbstverständnis ist, können sie den Laden bald dichtmachen. Vielleicht erledigt das auch schon Corona – etlichen Clubs macht die zuschauerlose Saison finanziell derart zu schaffen, dass sie noch sehr tief in den roten Zahlen landen werden. Das befürchte ich auch für unsere Nullfünfer.

Beim neuen Schlüssel für die Verteilung der TV-Gelder nun von „Reform“ zu sprechen – das finde ich jetzt wirklich absurd. Die paar Prozent retten keinen Verein. Solidarität? Naja, ein ganz kleines bisschen… Vielleicht. Offenbar schlägt man bei Bayern, BVB und Co. alle Warnungen in den Wind, dass viele Fans die Entwicklung im deutschen Profi-Fußball nicht mehr lange mitmachen werden. Die Coronakrise zeigt uns anschaulich, wie leicht die Gunst kippen kann. Es bröckelt massiv, mehr und mehr wenden sich ab. Schließlich wird uns Fans seit Jahren immer mehr zugemutet. Vor allem, dass es fast nur noch um die Kohle geht und wir an zahlreichen Ecken immer häufiger zur Kasse gebeten werden. Und das finde nicht nur ich zum K… Wie sagte doch St. Paulis Ewald Lienen über FCB-Vorstandsboss Rummenigge: „Es ist natürlich schwer für Karl-Heinz zu akzeptieren, dass wir uns in einer Demokratie befinden, wenn ich bei Bayern München bin und mir kommt das Geld aus den Ohren raus.“ Klick.

Offenbar sind einige Verantwortliche von fetten Klubs der Meinung, dass es auch mit weniger Fans geht, dass sich eine Art Salon-Fan-Gesellschaft bilden soll, die all die kleinen Gruppierungen und Zuschauer mit weniger Patte verdrängt. Denen ist nicht klar, dass sie mit einer solchen Haltung ihr eigenes Grab schaufeln. Weniger Ego würde zu mehr Geschlossenheit führen. So aber geht immer noch eine deutliche Linie durch die Liga. Chance verpasst.

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