Hart erkämpfter Punkt gegen Hoffenheim

Ein höchst kämpferisches Spiel lieferten sich Mainz 05 und die TSG Hoffenheim am Sonntagabend. Mit gerade zum Schluss verbissen geführten Zweikämpfen. Einen Sieger gab es nicht, obwohl die Gäste am Ende in Unterzahl spielen mussten. Das 1:1 ist am Ende gerecht.

Lange Gesichter am Ende bei Boëtius (re.) und Quaison.

Für Mainz spielte exakt diejenige Elf, die bereits in Freiburg angetreten war. Danny Latza hatte sich kurz zuvor wegen Rückenproblemen abgemeldet. Die Frage einer Rückkehr des Mittelfeldmanns und Kapitäns stellte sich deshalb nicht – Fernandes und Barreiro hatten ihren Job hervorragend erledigt, vor allem der Luxemburger beweist mit seiner enormen Laufleistung – bundesligaweit zuletzt Spitze – typische Mainzer Tugenden. Am defensiven Mittelfeld entschied sich bislang das Mainzer Spiel, und mit den beiden Akteuren hat Trainer Lichte nicht nur technisch und läuferisch zwei gute Spieler, von denen sich besonders Barreiro weiterentwickelt hat. Beide haben einen guten Überblick aufs Spielgeschehen, gute Zweikampfwerte, und sie können kluge Pässe spielen.

Beide Teams konzentrierten sich zunächst im zentralen Mittelfeld, kämpften um die Bälle, wobei unsere Jungs ihre Chancen bekamen. So hätte Mateta in der 8. Minute beinahe per Kopf das 1:0 erzielt. 5 Minuten später scheiterte Boëtius am Hoffenheimer Keeper, kurz darauf erneut Mateta. Die TSG antwortete in der 20. Minute mit einem Freistoß, den Robin Zentner auf der Torlinie mit einem unglaublichen Reflex blockte. Beides sehenswert – Freistoß und Parade. Dann klärte Niakhaté in der 22. Minute zur Ecke – alle Mainzer Spieler verteidigten im Strafraum, und Stürmer Quaison verhinderte Schlimmeres. Kurz darauf klärte Barreiro in allerhöchster Not. Komplett stabil sind sie noch immer nicht hinten, aber sie helfen sich gegenseitig.

Beide Teams hatten bis dahin gute Szenen, unsere Mainzer aber die Nase leicht vorne. Sie spielten konzentriert und im Kollektiv, lauerten auf Umschaltmomente, von denen es nicht so viele gab und die sie auch nicht immer optimal nutzten. Und dann doch mal in der 33. Minute. Der Ball ging weit aus dem Mittelfeld in die Spitze zu Mateta, der konnte nicht auf den mitgelaufenen Quaison passen, also spielte er mit der Hacke zurück zum aufgerückten Boëtius, der dann zu dem Schweden passte – und dieser drückte die Kugel kompromisslos ins Tor (Foto unten). 1:0.

Robin Quaison trifft.

Der Treffer schien die TSG eher anzustacheln. Noch im ersten Durchgang hätte sie zweimal treffen können. Doch einmal verhinderte Robin Zentners Schädel das Tor, und kurz darauf war es Alex Hack, der einen Hacken in die Flugbahn des Balles stellte. Mit Glück und Können verhinderten sie so Schlimmeres. Es blieb zur Pause beim 1:0. Und ja – hinten sollte unser Team noch stabiler stehen.

Hoffenheim steigerte im zweiten Durchgang den Druck, rannte beharrlich an und kam zu guten Chancen. Die Gastgeber schufen zu wenig Entlastung mit Angriffen nach vorne, ließen sich ein wenig hängen. Und bei unseren Jungs mehrten sich die Fehler – in der 62. Minute war unsere Abwehr nicht nah genug am Hoffenheimer Stürmer Bebou – schon stand es 1.1. Nicht unverdient. Nun war wieder Feuer im Spiel. Schon kurz darauf verpassten unsere Mainzer die nächste Großchance, und im Gegenzug kratzte Ötztunali seinem schussbereiten Gegenspieler Kramatic gerade noch den Ball vom Fuß.

Ötztunali musste in der 70. Minute verletzt runter, für ihn kam Burkhardt. Bei diesem laufintensiven Spiel schwanden manchen die Kräfte – die Temperaturen lagen zudem irgendwo knapp über null Grad.

Dann ein Schrei in der 75. Minute. Mateta kam unverhofft an den Ball dank eines schönen Passes von Boëtius in die Tiefe, doch der Franzose traf leider nur den Pfosten. Lichte brachte dann Onisiwo und Kunde für Quaison und Fernandes. Gleich darauf gingen die Wogen im Stadion hoch, Weil Hoffenheims Geiger Onisiwo zu Fall gebracht hatte. Schiedsrichter Stegemann zückte die rote Karte. Was die Hoffenheimer erzürnte, weil ihr Spieler angeblich auch beleidigt worden sein soll.

Fünf Minuten vor Schluss kam Kevin Stöger zu seinem Debüt, gleichzeitig Aarón auch wieder mal zu einem Einsatz. Boëtius und Brosinski gingen vom Platz. Endspurt. In Überzahl musste doch was zu machen sein? Unsere Jungs warfen noch mal alles rein. Aber es blieb beim Remis. Aus meiner Sicht gerecht.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen