Gegen Freiburg endlich mal wieder punkten

Neulich ein Fußballspiel im Fernsehen gesehen – dachte zunächst, da spielen unsere Nullfünfer, Rückblick auf ein hoch verlorenes Spiel in Leipzig. War aber Spanien gegen Deutschland. 6:0. Irgendwie glichen sich die Bilder – wehrloses Ergeben ins Schicksal, Passivität in der Abwehr, kaum Züge nach vorne, den Angreifern fast immer hinterherhechelnd. Das darf und soll so jetzt beim SC Freiburg mit unseren Nullfünfern nicht laufen. Sie müssen da komplett anders auftreten. Anfänge hatten sie gemacht in den Spielen gegen Gladbach und Leverkusen. Durchhalten müssen sie aber noch. Über eine komplette Spielzeit konzentriert bleiben. Und nicht kurz vor Schluss wieder den Fokus verlieren.

Gar nicht so einfach nach 14 Tagen Länderspielpause. Mit dem Rest des nicht involvierten Kaders machte Trainer Jan-Moritz Lichte intensive Trainings. Die Länderspielakteure kamen später dazu. Irgendwas anders trainiert? „Das war eine Mischung“, sagte Lichte. Es seien vor allem die Inhalte gewesen, die zuletzt nicht so geklappt hätten. Lichte muss jetzt auf einige Spieler verzichten: Latza ist gelbgesperrt, Mwene hat sich verletzt – er fällt für mindestens vier Wochen aus – und der zuletzt nicht berücksichtigte Szalai hatte einen operativen Eingriff. Aber das muss nicht negativ sein, dem Coach bleiben noch viele fitte Jungs, die er einsetzen kann. Vieles spreche dafür, bestätigte Lichte, dass der zuletzt verschmähte Aarón zurückkehre.

„Freiburg lebt von sehr organisierten Abläufen, offensiv wie defensiv“, sagte Lichte über den nächsten Gegner. Aber sein Team wolle Tempo ins Spiel bringen – was bislang nicht kontinuierlich gelinge – und in gewissen Bereichen stärker die Bälle erobern. „Es wird Situationen geben, in denen wir Geduld haben müssen, wo wir die Bälle nicht so schnell erobern.“ Der SC ist auch bei Standards sehr gefährlich – und hier sind unsere Nullfünfer ja eklatant gefährdet. Licht kennt auch diese Freiburger Stärke. „Es ist etwas, das sie seit Jahren stark macht“, so der Coach. Man trainiere das, enger am Gegner sein, verhindern, dass der Gegner frei zum Kopfball komme. Schaun wir mal, ob es diesmal gelingt.

In jedem Fall wird dieses Spiel ohne Zuschauer stattfinden. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen in der Covid19-Pandemie sollte niemand damit rechnen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert. Wir sollten eher froh sein, wenn kein Spiel ausfällt, weil zu viele Akteure in Quarantäne müssen. Für die kleineren Clubs wie unsere Mainzer ist das fatal. Die Situation und Stimmung in der Mannschaft ist letztlich auch ein Resultat der Pandemie, weil weniger Geld da ist, Spieler an Marktwert verlieren, weniger gefragt sind und Wechsel nicht zustande kommen.

Das ist nun mal so und aktuell wird sich nichts daran ändern. Bis die ersten beiden verfügbaren Impfstoffe entsprechend verteilt wurden, wird es noch dauern. So lange brauchen wir Geduld. Und auch so lange gilt: Gebt Gas und seht zu, dass Ihr aus dem Tabellenkeller kommt. Ich kann mich auch an erfolgreiche Mainzer Spiele gegen Freiburg erinnern. Einmal mit einem gewissen Gbamin, der ein tolles Distanztor erzielt hatte. Robin Quaison – das kannst Du auch. Var så god och gör äntligen en mål igen. Wäre mal wieder an der Zeit.

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