Mutlos in Augsburg – Siebte Niederlage in Folge

Unser FSV in Augsburg – nein, mit dieser Konstellation verbinde ich nichts Gutes. Ärgerlich knappe Niederlagen meist, Elfmeter, rote Karten. Irgendwas Tragisch-Dramatisches. Und diesmal? Äußerst dramatisch. Mit wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung. Ganz im Gegenteil. Negativ-Startrekord der Bundesliga eingestellt.

André Hahn trifft zum 2:1.

05-Trainer Jan-Moritz Lichte hatte derselben Elf vertraut, die gegen Mönchengladbach gespielt hatte. Wieder im 4-2-3-1 mit Mateta als alleiniger Spitze. Und schon in der 2. Minute genügte Augsburg ein weiter, öffnender Pass in die Spitze, um seinen Stürmer Vargas in eine hervorragende Schussposition zu bringen. Es ging gut, aber hinten war alles weit offen. Genau so sollte das nicht passieren in der Mainzer Defensive, aber genau so geschieht es immer noch. Ob das den Jungs eine Warnung war?

Beide Teams begannen verhalten, vor allem unser FSV scheute erst mal das Risiko und versuchte, sehr kontrolliert von hinten herauszuspielen. Augsburg sollte offenbar das Spiel machen oder machte es einfach. Der FCA holte in der 16. Minute den ersten Eckball heraus – Alarmstimmung im Mainzer Strafraum, denn Standards verteidigen sie schlecht. Und gleich noch einmal Ecke. Oh Schreck – Zentner griff vorbei, Augsburg war aber ebenfalls nicht zur Stelle. Zwei Minuten später erneut Eckball für den FCA, Pärchenbildung bei Mainz: abgewehrt.

Das Spiel verlief arm an Höhepunkten, denn beide Mannschaften egalisierten sich weitgehend im Mittelfeld, wobei Augsburg noch häufiger vors Mainzer Tor kam als umgekehrt. Dann in der 33. Minute endlich mal ein Freistoß für unsere Mainzer am rechten Strafraumeck des FCA. Doch Brosinskis Schuss ging ins Leere. Schwach. Nach vorne ging bei unserem Team kaum etwas.

Noch bevor sich bei mir der Eindruck verfestigte, dass alle mit diesem 0:0 zufrieden sein könnten, klingelte es im Mainzer Tor. Wieder ein Treffer der Kategorie kurios. Sehr unglücklich von St. Juste in der 39. Minute verteidigt, ungewollt auf Vargas abgelegt, der den Ball mit einem Fallrückzieher ganz schief ins Mainzer Tor beförderte. 0:1 aus Mainzer Sicht. Da biste bedient. Wenn Du Scheiße am Fuß hast…

Unverändert ging es aus der Pause. Das wunderte mich. Trainer Lichte hatte offenbar doch Vertrauen in sein Team. Dann wollen wir doch mal sehen… Schließlich wollen wir keinen neuen Negativ-Startrekord für die Bundesliga aufstellen. Der blühte uns jedoch. Denn unser Team blieb viel zu passiv, spielte schwach weiter. Kaum ein öffnender Pass, kaum Widerstand, kein Kampfgeist, schlechte Pässe oder Ballannahmen. Wollten die nicht alles reinwerfen? Lassen die sich so leicht beeindrucken?

Lichte wechselte Onisiwo für den heute nicht so starken Mateta ein – schon eine Überraschung. Ausgerechnet unser torgefährlichster Stürmer hatte einen Sieg gegen die Schwaben versprochen. Lichte brachte nun einen wie den Österreicher, der sich vorne physisch gut behaupten konnte. Die Auswechslung Matetas war dann schnell kein Thema mehr, denn Onisiwo stellte gleich darauf nach Zuspiel von Ötztunali den Ausgleich her. Sehenswert. Ball resolut angenommen und am Keeper vorbei in den Kasten gebolzt. Saubere Leistung. Alles richtig gemacht vom Trainer.

Gut fürs Selbstvertrauen. Unser Team kam, Augsburg ließ etwas nach – aber die Nullfünfer auch in ihrer Defensive. Gregoritsch verpasste in der 71. Minute nur knapp das 2:1. Dafür musste der Augsburger dann Finnbogason Platz machen, der Isländer, der schon mehrfach gegen uns getroffen hatte. Und tatsächlich. Kilian und Niakhaté standen in der 80. Minute zu weit weg von Finnbogason, der legte ab auf Hahn, und der traf trocken zur erneuten Führung für die Augsburger. Grottenschlecht verteidigt. In der Abwehr liegt es weiterhin im Argen, die ist zurzeit kaum bundesligatauglich.

Lichte wechselte nun vierfach, Burkardt für Quaison, dann Ötztunali, Latza und Kunde runter, stattdessen Ji, Fernandes und erstmals Stöger rein. War da noch was zu retten?

Nichts. Augsburg nutzte sogar die weit aufgerückten Mainzer, um das 3:1 zu machen. Selbst ausgeknockt. Desolat. Das ist nicht mehr zu begreifen. Die Mannschaft steckt in einem unglaublichen Loch. Wenn man alles reinwerfen will, muss man entschlossener und mutiger auftreten, aktiver sein. Selbst Daniel Brosinski sagte gegenüber dem Sender Sky: „Das war nicht bundesligatauglich.“

Und jetzt besser machen gegen Schalke. Noch ist nichts verloren!

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