Zwei Tore gegen Gladbach, aber Mainz verliert

Mainz gegen Mönchengladbach – wir erinnern uns an viele verlorene Spiele. Ausgerechnet in der jetzigen Krise unserer Mainzer, die noch punktlos am Tabellenende der Fußball-Bundesliga fristen, trat die Borussia im leeren heimischen Stadion an. Gladbach hatte noch zur Woche in der Champions-League ein schweres Spiel gehabt – würde das zu spüren sein?

Schon wieder eine Niederlage. Auch Barreiro ist niedergeschlagen

Tatsächlich hatte 05-Trainer Jan-Moritz Lichte diejenige Grundformation ausgewählt, mit der JP Mateta für seine Farben bislang die meisten Tore erzielt hatte, nämlich ein 4-2-3-1, wobei Pierre Kunde seine Rolle tatsächlich deutlich defensiver interpretierte als sonst. Quaison statt Burkardt – das war die einzige Änderung in der Startelf gegenüber dem Leverkusenspiel. Und der Schwede sollte ein entscheidender Faktor dieses Spiels werden.

Offensiv begann das Team sehr gut, kam zu Chancen, spielte diese aber nicht gründlich genug aus. So passierte es, wie es in einer solchen Phase oft passiert. Es waren gerade mal 15 Minuten vergangen, da lagen unsere Jungs wieder in Rückstand. St. Juste und Kilian verteidigten den Ball hinten nicht energisch genug, der sprang noch einmal auf, Stindl war sofort da und haute das Ding ins Mainzer Tor. Boëtius hatte nach wunderschöner Vorarbeit von Quaison die Riesen-Chance nur drei Minuten später zum Ausgleich, aber er verschoss kläglich.

Dann aber doch – wieder war es Quaison, der sich vorne freispielte. Sein Schuss landete am Pfosten und den Abpraller nutzte Matata clever zum Ausgleich. Er kann es doch noch, unser Torschütze aus Frankreich. Alles wieder offen. Und das tat dem Spiel unserer Mainzer gut. Sie setzten nun den Bällen konsequenter hinterher, gingen vor allem vorne entschlossener in die Zweikämpfe, so dass der Gegner auch mal Bälle verlor. Und die Pässe kamen häufiger zum Mitspieler. Gladbach blieb natürlich hochgefährlich, kam immer wieder vors Mainzer Tor. Herrmann setzte den Ball in der 31. Minute an die Latte, da hatte Zentner das Nachsehen.

Es kam dann jedoch viel doller: Unser Team drehte das Spiel. Nicht zu fassen, wie Mateta im Strafraum den Ball mit der Brust annahm, sich blitzschnell drehte und das Spielgerät ins lange Eck schoss. Welch ein Jubel, lange nicht mehr gesehen bei unserem Team. Und erneut Mateta. Bei ihm sollte der Knoten damit geplatzt sein. Und auch Robin Zentner fühlte sich wohl beflügelt, vereitelte kurz vor der Pause im 1:1 gegen Herrmann den Ausgleichstreffer. Nur in der Spieleröffnung zeigte er Schwächen.

Unser Schlussmann parierte dafür um so prächtiger in der 51. Minute, als die 05-Abwehr quasi schon ausgehebelt war und Zentner zweimal kurz hintereinander eingreifen musste, unterstützt von St. Juste. Da hatte Latza zuvor im Mittelfeld dumm den Ball verloren und Gladbach schnell umgeschaltet. Das sind solche Momente, in denen wir immer dumme Tore fangen. Diesmal nicht, aber das Team war gewarnt.

Das Ziel konnte hier nur heißen, das 3:1 zu machen, den Gegner nicht stärker zu machen. Und sie griffen weiter an. Boëtius und Ötztunali hätten erhöhen können, aber Gladbachs Keeper Sommer war auf dem Posten. Borussias Trainer Marco Rose reagierte, brachte nach und nach seine erste Garde mit Thuram, Plea, Hofmann und Neuhaus. Rose wollte dieses Spiel keinesfalls verlieren.

Die Mainzer ebenfalls nicht. Lichte brachte Barreiro und Fernandes für Ötztunali und Kunde, kurz darauf Burkardt für Quaison. Rose tauschte den gelbverwarnten Embolo gegen Wolf. Gladbach kam nun häufiger nach vorne, hatte Chancen, holte Eckbälle heraus. Mainz reagierte mit Kontern, so war St. Juste in der 74. Minute auf und davon, hätte schießen müssen, verdaddelte jedoch. Praktisch im Gegenzug gab es Elfmeter für die Borussia – Niakhaté war der Ball im Strafraum an den Oberarm gesprungen. Und Jonas Hofmann vollendete. Schon wieder der. Ausgleich. Sehr ärgerlich.

Lichte riskierte viel, löste eine Sechserposition auf, nahm Latza vom Feld und brachte mit Dong-Won Ji einen zweiten Spitzenstürmer. Noch 10 Minuten. Und ausgerechnet in dieser Phase kassierten unsere Jungs das 3:2, wieder bei einem Standard, einem Eckball. Da kassieren wir immer wieder Tore. Ginter setzte den Ball problemlos mit dem Kopf in Zentners Tor.

Diese Niederlage müssen Mannschaft und Fans erst einmal wegstecken. Denn sie wurden in letzter Minute sozusagen um den Lohn gebracht. Der Lohn für ein deutlich besseres Auftreten mit zwei Toren, bei dem es allerdings bei defensiven Schwächen bleibt. Es bleiben uns auch nach dem fünften Spieltag null Punkte. Negativrekord zum Saisonbeginn 2005/2006 mit Jürgen Klopp eingestellt.

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