Bye, bye Beierlorzer

Nun ist es passiert: Mainz 05 hat sich von Trainer Achim Beierlorzer getrennt, nicht mal ein Jahr konnte der Coach als Nachfolger von Sandro Schwarz übernehmen. Nach meinem Eindruck hat er in dieser Zeit deutlich weniger bewirkt als sein Vorgänger. Vorerst übernimmt der Co, Jan-Moritz Lichte. Er erhält die Chance, auch Cheftrainer zu werden. Damit jedoch ist die Situation bei 05 weder geklärt noch gelöst: Die Analysen sollen weitergehen. Es bleiben auch viele Fragen.

Somit ließe sich das Kapitel Achim Beierlorzer für mich unter der Bezeichnung „schwerer Fehler“ einordnen, offiziell wird es jedoch vermutlich als „Missverständnis“ gewertet. Ein Kumpel aus alten Tagen… Wer einen Sandro Schwarz entlässt, muss auch einen holen, der wirklich mehr bewegt. Beierlorzers sehr kurze Laufbahn beim 1. FC Köln hätte uns eine Warnung sein müssen, meine ich. Auch deshalb sollte die Analyse weitergehen.

Hat die Mannschaft allem Anschein nach nie wirklich erreicht: Achim Beierlorzer.

Folgendes hat der Verein am Montag in einer Pressemitteilung veröffentlicht. Wörtlich heißt es da:
Sportvorstand Rouven Schröder betont, dass die intern angestoßenen Prozesse zur Aufarbeitung der vergangenen Tage weitergeführt werden. „Mit dem Wechsel an der Position des Trainers ist unsere Analyse der aktuellen Situation nicht abgeschlossen. Wir sind weiter in intensivem Austausch innerhalb der Vereinsgremien und mit der Mannschaft, um die Vorkommnisse der vergangenen Woche selbstkritisch aufzuarbeiten und Lösungen zu finden. Ich spüre dafür in allen Bereichen des Vereins das große Verlangen nach Geschlossenheit“, sagt Rouven Schröder, „ich werde als eine erste Maßnahme in den kommenden Wochen nahe an die Mannschaft rücken, um Jan-Moritz Lichte in seiner neue Rolle zu unterstützen und die wichtigen internen Prozesse um das Team zu begleiten. Für die weitere Analyse und nachhaltige Maßnahmen nehmen wir uns aber auch die nötige Zeit.“

Selbstkritisch – ja, das muss sein. Denn auch Schröder kann, und das unterstelle ich, in den letzten Monaten nicht entgangen sein, wie weit sich Trainer und Mannschaft voneinander entfernt hatten. Er war es, der die Motivationsrede nach dem rettenden Sieg gegen Bremen gehalten hatte, nicht der Trainer. Schröder muss sich hier ein großes Stück selbst in die Pflicht nehmen und Kritik an seinen Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen gefallen lassen. Er kann aber daraus lernen. Und ich glaube dran, dass er daraus lernt. Für den Verein ist vor allem seine sehr gute Transferpolitik wichtig.

In der Pressemitteilung wird Schröder weiter zitiert:
„Wir haben uns gemeinsam sehr intensiv mit unserem sportlichen Weg auseinandergesetzt und mit der Frage, in welcher Form wir der aktuellen Entwicklung Rechnung tragen und der Mannschaft kurzfristig und perspektivisch neue Impulse geben können. Ergebnis dieses sehr offenen und ehrlichen Gespräches ist, dass wir als Verein die gemeinsame Arbeit mit Achim Beierlorzer nicht fortsetzen.

Über Jan-Moritz Lichte sagt der Sportvorstand:
Wir trauen ihm daher zu, unser Team in die weitere Saison zu führen. Die neue Rolle bietet Jan-Moritz Lichte auch die Chance, seine Ideen für unseren Fußball umzusetzen und sich als Führungspersönlichkeit zu entwickeln und zu profilieren.

Der 40-Jährige selbst sagt:
„Ich werde mich in meiner neuen Rolle jetzt auf das konzentrieren, was ich unmittelbar beeinflussen kann. Das ist die Arbeit mit der Mannschaft im Training und in der Vorbereitung auf die Partie bei Union Berlin am Freitag. Für das Team und mich steht diese Fokussierung absolut im Mittelpunkt.“

Jan-Moritz Lichte. Foto: Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images

Man hofft wohl auf den Klopp- oder Flick-Effekt [danke, Bernd]. Aber es geht hier wohl auch ums Geld, schließlich muss 05 jetzt noch zwei ehemalige Cheftrainer weiterbezahlen (Sandro Schwarz hatte ja ebenfalls noch einen Vertrag). Ich hoffe, dass sich Schröder in dem „neuen“ Mann nicht täuscht, dass unser Verein endlich wieder einen innovativeren Trainer bekommt, einen, der sich vor jedem Spiel und gegen jeden einzelnen Gegner einen echten Plan erarbeitet und die Jungs nach ihren Stärken und Schwächen berücksichtigt, einen, der endlich mal wieder eine Grundabstimmung in die Mannschaft bekommt, ein System, das flexibel ist und gleichzeitig für unsere Spieler leicht einzuprägen. In den letzten Monaten hatte ich mehr den Eindruck, dass es meist nur hieß: „Gehts naus und spuits Fußball“. Ausnahme: Die letzten Spiele der Vorsaison. Da sah mir das indes sehr nach Schröder aus, nicht nach Beierlorzer.

Sowas darf nicht noch einmal passieren!

Goodbye Achim Beierlorzer. Trotzdem danke! Soviel Respekt muss sein.

Das sagt die AZ dazu (Video). Klick.

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