Mainz 05: Was ist wirklich passiert?

Hut ab vor dem Team, schrieb mir der Fan eines anderen Bundesligaklubs und meinte damit unsere Mainzer. Dass sie für einen ihrer Mitspieler, Adam Szalai (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images), streikten, sich also für diesen einsetzten. Ja, das ist eine starke Leistung. Weniger stark erscheint mir, wie man offiziell damit umgeht. 05-Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Achim Beierlorzer treiben Fans und Presse nun erst recht in die Spekulation: Was ist da wirklich der Anlass gewesen? Die FAZ schreibt (Link weiter unten), Szalai habe dem Trainer die Kompetenz abgesprochen. Daraufhin sei er freigestellt worden. Steht hinter Szalais Suspendierung also eine disziplinarische Entscheidung, keine sportliche, wie kolportiert? Und vor allem: Solidarisiert sich die Mannschaft mit Szalais Kritik oder gegen dessen Suspendierung?

Unterstützt die Mannschaft Szalais Kritik am Trainer, dann haben wir im Verein ein echtes Problem. Dann frage ich mich, warum dies nicht offen angesprochen wird? Weil Schröder dem Mann, den er selbst geholt hat, den Rücken freihalten will? Ist das der Fall, verschärft er mit seinem Verhalten die Situation sogar noch. In solchen Fällen sollte man mit der größtmöglichen Transparenz arbeiten – aber genau diese vermisse ich. Andererseits ist alles Spekulatius. Die Mannschaft kann sich theoretisch auch für Szalai eingesetzt haben, *weil* er suspendiert wurde und um seine Rückkehr zu fordern. Was ich wiederum für nicht so wahrscheinlich halte – irgendwo muss es auch um die Interessen *aller* gehen, sonst hätten nicht *alle* gestreikt.

Warum auch immer. Schröder und Beierlorzer sind für mich angezählt. Weil sie hier so viele Unklarheiten, so viele Fragen stehen lassen. Schaut man ins Umfeld, in die Fanforen, so braut sich da schon eine Stimmung gegen Schröder, vor allem aber gegen Beierlorzer auf. Warum wurde Szalai im Pokalspiel eingesetzt? Weil zu viele Spieler an Nationalteams abgestellt waren, sagte Beierlorzer. Wenig glaubhaft. Trotz Länderspielen und Corona standen noch genügend Stürmer zur Verfügung. Gerade die Aussage des Trainers, warum man Szalai ein Trainingsprogramm für Zuhause erstellen ließ sowie seine Einlassungen dazu, könnten einem glauben machen, dass der Ungar ein schwieriger, aufrührerischer Charakter sei. Ist er das? „Mehr will ich dazu nicht sagen“, meinte der Trainer. Warum nicht? Raus mit der Wahrheit.

Hier hilft nur die Wahrheit. Alles andere fliegt den Verantwortlichen dann eben zu einem späteren Zeitpunkt um die Ohren. Und dann dürfte der Schaden noch größer sein.

Link zum FAZ-Artikel. Klick

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