Was ist da eigentlich passiert bei Mainz 05?

Sportvorstand Rouven Schröder versammelte sein Team nach dem Spiel noch einmal um sich herum. Noch einmal schwörte er alle auf Mainz 05 ein und bedankte sich bei der Mannschaft.

Einen Tag nach dem hart erkämpften Klassenerhalt kann ich es noch immer nicht so recht glauben. Was war da eigentlich passiert? Unsere Mannschaft schaffte es doch tatsächlich, zweimal hintereinander zu gewinnen. Insgesamt brachten die Siege gegen Frankfurt, Dortmund und Bremen die notwendigen Punkte ein. Plötzlich schaffen wir das, was wir fast eine ganze Saison lang nicht verbuchen konnten: einen Sieg gegen einen Top-Verein. Während wir gegen die vermeintlich kleineren sehr oft verloren hatten.

Was ist da passiert in dieser kurzen Zeit? Trainer, Betreuer, Sportvorstand und andere Verantwortliche müssen es gemeinsam mit der Mannschaft geschafft haben, genau die Dinge anzugehen, die im Argen lagen. Im Grunde haben sich alle auf Ur-Mainzer Tugenden besonnen, auf kollektives und kompromissloses Verteidigen, auf ein aggressives Pressing mit schnellem Umschalten und auf ein konsequentes Verengen der Räume. Trotzdem ist es nicht so, dass alle Tore auf diese Weise erzielt wurden – die Mannschaft gewann dadurch an Sicherheit und Glauben an sich selbst und spielte dann auch bei Ballbesitz sehenswert und erfolgreich.

So emotional, wie Sportvorstand Rouven Schröder nach Abpfiff zu seiner im Kreis versammelten Mannschaft sprach, können wir uns vorstellen, wie angespannt, aber auch wie verschworen die Truppe in den letzten Wochen gearbeitet haben muss. “Wir sind weiter in der Bundesliga, weil wir gut sind, weil wir Talente sind.“ Ein für mich wirklich bemerkenswerter und besonderer Moment.

Keine Frage: Ein Verein wie Mainz 05 wird aufgrund seiner Mittel, die ihm zur Verfügung stehen, immer irgendwie gegen den Abstieg spielen. Aber das ist kein ehernes Gesetz. Genauso wie es keines ist, dass unser Verein immer wieder Weltklasse-Trainer hervorbringen wird. Aber dank seiner guten Arbeit immer wieder hervorragende Nachwuchsspieler, die zur Bundesligatauglichkeit reifen. Darauf kann Schröder bauen, hat jedoch noch jede Menge Arbeit vor sich. Nicht nur ein ausgewogenes Team aus eigenen Nachwuchskräften und erfahrenen Spielern zusammenzustellen und die Fehler dieser Saison zu minimieren, sondern sich auch in dieser schweren Corona-Zeit auf einem Markt zu behaupten, der nicht mehr so sein wird, wie er einmal war.

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