Mainz 05 bleibt erstklassig

Erleichterung nach dem Klassenerhalt bei Spielern und Verantwortlichen.

Mainz 05 geht auch in die nächste Fußball-Saison als Erstligist. In einem spannenden und aufreibenden Spiel behaupteten sich unsere Jungs mit einer konzentrierten, kollektiven und kämpferischen Leistung und gewannen gegen Werder Bremen mit 3:1. Als Zuschauer und Fan hatte uns das zwar einige Nerven gekostet, aber am vorletzten Spieltag haben die Nullfünfer endlich alles klargemacht.

Den ersten Aufreger hatten wir gleich in der vierten Minute: St. Juste drehte sich im Strafraum weg, so dass Sargents Schuss volley aufs Tor knallte, Florian Müller aber mit einem tollen Reflex Schlimmeres verhinderte. Bremens Gegenpressing funktionierte. Immer wieder eroberte Werder in den Anfangsminuten den Ball, schaltete sehr gut um und kam zu Chancen vor dem Mainzer Tor. Da mussten unsere Jungs hochaufmerksam verteidigen und schafften das wieder im Kollektiv. Die Gäste machten früh Druck, scheuten auch keine Zweikämpfe. Unsere Mainzer kamen fast nur zum Verteidigen.

05-Trainer Achim Beierlorzer hatte seine Elf gegenüber dem Dortmundspiel ein wenig verändert. Auf der linken Außenverteidigerposition spielte wieder Brosinski anstelle von Aarón, Onisiwo wechselte nach rechts und Quaison stürmte wieder auf der linken Seite. Im Kern spielte die Elf, die in Dortmund gewonnen hatte.

Nach einer anfänglichen Druckphase der Gäste kamen unsere Jungs stärker in die Offensive. Mateta verpasste zunächst und Onisiwo scheiterte an Werders Torwart Pavlenka. Beide Mannschaften waren bis dahin latent gefährlich, man konnte immer damit rechnen, dass einem Spieler ein Schuss aus dem Gewühl heraus und somit ein Treffer gelingt. Kaum gedacht und geschrieben – da passierte genau das in der 25. Minute. Quaison rangelte vor dem Tor mit zwei Bremern um den Ball und konnte den irgendwie über die Linie drücken. Kurzer Check auf die Technik, anschließend noch mal vom Video-Schiedsrichter – das Tor zählte.

Bremen reagierte darauf mit größerer Härte und verbisseneren Zweikämpfen. Doch die Mannschaft öffnete sich auch stärker, was unser Team schnell nutzte: In der 30. Minute mit einem wunderschönen Angriff von Danny Latza, der den Ball kunstvoll zu Boëtius brachte, der sich wiederum ein Herz nahm, nach vorne stürmte und fast schon lustvoll zum 2:0 abschloss. Fünf Minuten später scheiterte Mateta nur knapp an Bremens Torwart. Das wäre fast das 3:0 gewesen. Was war hier los? Bremen hatte mehr vom Spiel, aber die Gastgeber zogen davon. Letztlich wirkten unsere Mainzer abgeklärt, konzentriert und nervenstark.

Bremen aber gab sich nicht auf, sondern stürmte druckvoll weiter. Ein ums andere Mal kamen die Hanseaten vor Florian Müllers Tor, wo der Keeper entweder gut parierte oder unsere Abwehr aufpasste.

Nach dem Seitenwechsel brachte Bremens Trainer Kohfeldt seinen wiedergenesenen Goalgetter Füllkrug für Bittencourt und Bartels für Groß, bei Mainz ging Quaison, während Öztunali kam. Mit harten Zweikämpfen setzte sich das Spiel fort.Unser Kapitän Danny Latza musste dann nach einem bösen Tritt von Bremens Osako minutenlang behandelt werden, konnte zunächst aber weitermachen. Füllkrug hatte kurz darauf den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch konnte Müller parieren.

In der 58. Minute funktionierte das nicht mehr. Da kämpfte sich Bremen durch den Strafraum und Osaka drosch den Ball kurzerhand ins Mainzer Tor. Nur noch 1:2. Das war klar eine Bremer Willensleistung. Hier mussten unsere Jungs aufpassen, dass sie sich nicht schon in Sicherheit wähnten. Sie ließen sich in dieser Phase zu sehr hinten reindrängen. Längst hatte Beierlorzer den angeschlagenen Latza runtergenommen und Barreiro gebracht, kurz darauf kam Fernandes für Kunde – ein neues defensives Mittelfeld. Szalai ersetzte dann noch Mateta und hätte gleich das 3:1 machen können, aber Bremens Schlussmann Pavlenka war wieder auf der Hut.

Dieses Spiel wurde noch einmal spannend. Bremen witterte die Chance, und Mainz musste unbedingt diesen Vorsprung halten. Onisiwo, eben noch böse von Bartels getackled, scheiterte in der nächsten Minute ebenfalls knapp am Bremer Torwart. Immer wieder gab es Unterbrechungen wegen Fouls, bei denen sich der Bremer Finn Bartels negativ auszeichnen konnte. Schiedsrichter Gräfe ließ einiges laufen. Der Mainzer Trainer reagierte noch einmal, nahm den diesmal sehr starken Onisiwo runter und versuchte, mit Hack die Defensive zu stärken, denn Bremen drängte weiterhin heftig.

Bremen bereitete dann wieder einmal seine Wunderwaffe vor: Claudio Pizarro. Der 41 Jahre alte Spieler hatte gegen Mainz schon einige Joker-Tore erzielt. Das hatte natürlich auch symbolische, psychologische Bedeutung. Denn in diesem Kampf um den Klassenerhalt zählte alles. Was auch für unsere Farben galt, denn die machten 5 Minuten vor dem offiziellen Ende eigentlich alles klar: Fernandes startete zu einem schönen Tiefenlauf, bekam den Ball vom starken Baku wunderschön serviert und versenkte das Leder sehenswert im Bremer Tor. 3:1. Das war gleichzeitig der Endstand und die Entscheidung. Wir sind gerettet! Ein riesengroßes Dankeschön an die Mannschaft, die wieder leidenschaftlich und kämpferisch war, alles gegeben hat! Heute heißt es feiern! Ich hebe das Glas auf euch alle!

Hielt nach dem Spiel eine emotionale Rede und bedankte sich bei der Mannschaft: Sport-Vorstand Rouven Schröder.

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