Mit frischen Kräften gegen Dortmund

Gut für eine Überraschung in Dortmund? Kaum jemand rechnet damit, dass unsere Nullfünfer beim Tabellenzweiten am Mittwochabend (20.30 Uhr) etwas holen. „Totgesagte leben länger“, sagte dazu Trainer Achim Beierlorzer, wohlwissend, dass sein Team im letzten Trainingslager gegen den BVB gewinnen konnte. Sie wollen es den Dortmundern in jedem Fall schwer machen und denken deshalb schon gerne an das 2:0 in Dortmund vom Mai 2018, das den Klassenerhalt seinerzeit besiegelte.

Neues Spiel, neues Glück, wenngleich Sportvorstand Rouven Schröder solche positiven Bilder nützlich findet für die Motivation und Einstellung bei dieser Begegnung. Auch Düsseldorf wäre zuletzt fast ein Punkt gegen den BVB geglückt, die Fortuna hatte ordentlich nach vorne gearbeitet. Von einem kollektiven Verteidigen über 90 Minuten sprachen auch weder 05-Trainer noch Sportvorstand in der Pressekonferenz vor dem Spiel (siehe Link oben), aber davon, mit voller Kraft in dieses Spiel hineinzugehen. „So, wie wir in die letzten Spiele gegangen sind, auch wenn wir uns nicht immer belohnt haben“, sagte Beierlorzer. Mit dem 0:1 gegen Augsburg soll sich das Team nicht mehr lange beschäftigen. „Wir gehen voller Selbstbewusstsein in diese letzten drei Spiele. Die Leistungen zuletzt waren nicht so wahnsinnig schlecht, als dass man da nicht optimistisch sein könnte.“

Die Mannschaft dürfe auch jetzt nicht schon ans Bremenspiel am kommenden Samstag denken und das Match in Dortmund von vornherein abschenken, „das wäre sehr unprofessionell“, sagte Schröder. Des Trainers Planspiel ist, frische Kräfte gegen Dortmund zu bringen – da könnte es also Überraschungen bei der Aufstellung geben. Taiwo Avoniyi dürfte nach seiner Gehirnerschütterung noch nicht wieder dazugehören; dem Spieler geht es jedoch viel besser. Aber was ist mit Kunde, warum spielte er nicht gegen Augsburg? Kunde benötige mehr Raum, als Augsburg ihm gegeben hätte, begründete der Trainer die Nichtberücksichtigung, aber Kunde sei ein Kandidat fürs Spiel gegen Dortmund.

Wie kann man den unglaublichen Haaland, den Top-Stürmer des BVB, bremsen? „Im Kollektiv, mit viel Fließ, mit engen Räumen und der nötigen Körperlichkeit, mit ganz viel Engagement in den Zweikämpfen, mit breiter Brust“, sagte Beierlorzer. Der Mannschaft habe man in einer intensiven Videositzung klar gemacht, wie sie auftreten müsse. Und da sprudelte es aus dem Trainer nur so heraus: „Den Dreier-Spielaufbau von Dortmund dürfen wir nicht in unsere eigene Hälfte lassen, da geht es darum, sie im Spielaufbau unter Druck zu setzen, und darum, ballorientiert sehr gut zu verschieben, darum, die beiden Sechser unter Kontrolle zu kriegen, sie immer wieder in den Deckungsschatten der Stürmer zu bringen“, so der Coach.

„Wir brauchen zwei stabile Sechser, die auch mal auf den Außen mithelfen können, eine stabile Kette hinten und immer wieder flexibles Außenbahnspiel, und wir müssen die Halbräume sichern, wo Hazard, Sancho und auch Brandt unterwegs sind, und vorne gilt es natürlich, den Zielspieler Haaland zu kontrollieren. Nicht zu vergessen, die Außenbahnen, wo sie immer wieder rausverlagern und diese flachen, scharfen Hereingaben bringen.“ Das Konzept greife, wenn die Mannschaft laufbereit sei und Zweikämpfe gewinne sowie schnell nach vorne spiele. Ein fürwahr komplexes Unterfangen, das die Mannschaft hoffentlich verstanden hat.

Die Frage der Journaille ging auch zu Aarón, dem linken Vertediger, bislang Rekordtransfer der Nullfünfer. Hier verwies Rouven Schröder auf fehlende Form und Überforderung mit der Situation. Das könne aber schnell mal wieder anders sein (mehr dazu hier).

Die Mannschaft wird am Dienstag gemeinsam das Spiel der Bremer gegen Bayern schauen. Eine Art teambildende Maßnahme. Hoffen wir, dass es hilft. Dass das Team von Anfang an hellwach ist.

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