Niederlage nach 43 Sekunden – Mainz bleibt im Abstiegssog

Enttäuschung nach dem 0:1 gegen Augsburg.

Viel stand auf dem Spiel in dieser Begegnung gegen den FC Augsburg. Drei wichtige Punkte wären zu holen gewesen. Drei Punkte zum Klassenerhalt. Drei Punkte, die wir nicht holen konnten. Obwohl die Mannschaft alles versuchte und etliche Chancen hatte. Ein Punkt wäre verdient gewesen.

Der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer vertraute auf dieselbe Aufstellung, die gegen die Frankfurter Eintracht 2:0 gewonnen hatte. Phillipp Mwene und Daniel Brosinski spielten wieder auf den Außenverteidiger-Positionen, Latza und Barreiro im defensiven Mittelfeld, Awoniyi wieder auf links, Mateta ganz vorne. Die Taktik gegen Augsburg? „Viele Sprints in die Tiefe, um den Gegner mitzunehmen, dass er mit zurückziehen muss,“ sagte 05-Trainer Achim Beierlorzer vor der Begegnung und hatte da vor allem Levin Ötztunali im Blick. Sehr kompakt und umschaltstark, so beurteilte Rouven Schröder den Gegner vor dem Anpfiff. Was sich noch bestätigen sollte.

Die taktischen Überlegungen waren quasi noch nicht ganz abgeschlossen, da lag der Ball auch schon im Mainzer Tor. Der Einwurf und das darauffolgende Weiterleiten des Balls auf Florian Niederlechner, der mit einer kurzen Drehung den Ball über Torwart Florian Müller hinweg ins Netz beförderte, dürfte alle taktischen Überlegungen der Mainzer erst einmal durcheinandergewirbelt haben. 0:1 nach etwa 43 Sekunden. Da sah unsere Defensive einschließlich Torwart nicht gut aus, hatte den Augsburger Stürmer kurz aus dem Blick gelassen. Jetzt lag unser Team in der ersten Minute schon sehr früh zurück. jetzt hieß es, den Kopf oben behalten, nicht die Nerven zu verlieren und konzentriert zu bleiben.

Konzentrierter in der Defensive ging es zunächst weiter, beherzt auch nach vorne, aber ohne schnelle Umschaltmomente. Der FCA hatte immer genug Zeit, kompakt vor dem eigenen Tor zu verteidigen. Nach vorne versuchten es die Gäste meist mit hohen und langen Bällen, un über das Mittelfeld der Mainzer hinweg schon in den Rücken der Abwehr zu kommen, wobei die schnellen Stürmer der Schwaben sofort mitzogen. Immer wieder gab es ein ziemliches Gerangel und eine Fülle kleinerer Fouls. Hier wollte keiner aufstecken.

Ganz böse erwischte es Taiwo Awoniyi in der 17. Minute: Im Augsburger Strafraum stieß er per Kopf so heftig mit einem Abwehrspieler zusammen, dass er offenbar bewusstlos zu Boden stürzte – denn er fiel mit dem Kopf zuerst und unternahm keinerlei Versuche, sich abzustützen. Minutenlang lag er regungslos zur Behandlung auf dem Platz, und der Trainer durfte nicht zum Verletzten (unverständlich). Karim Onisiwo ersetzte dann Avoniyi – nach einiger Verspätung. Bis dahin passte alles in ein typisches Spiel gegen Augsburg, diese besonderen Vorkommnisse, diese Dramatik.

Unter diesem Eindruck musste unsere Mannschaft weitermachen, da half nichts. Vorne eher ideenlos, kaum mit Abschlüssen und hinten immer wieder unter starkem Druck nach überfallartigen Angriffen der Augsburger. Solche Attacken meist über Richter oder Niederlechner fingen wir nicht mal im Ansatz ab und hatten dann oftmals nur reines Glück, dass nicht mehr passierte. Dabei sprach die reine Statistik für unser Team: mehr Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. Unser Team kam einfach nicht flink genug vor das gegnerische Tor, gab es keine schnellen Spielzüge und keine Überraschungsmomente, da fehlte es oft auch an Genauigkeit.

Mateta hätte den Ausgleich in der 39. Minute machen können. Aber er ließ sich abdrängen und sein Schuss wurde noch von der Linie gekratzt. Vier Minuten später vergab Onisiwo eine Top-Chance. Die Mainzer wurden jetzt gefährlicher. Und die Fouls mehrten sich, denn Augsburg versuchte, jede Umschaltaktion der Gastgeber zu verhindern. Die drängten nun vehement auf den Ausgleich. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatte der Schlussmann der Gäste dann jede Menge zu tun, doch blieb unser Team leider ohne Erfolg.

Beierlorzer brachte nach der Pause Baku für Mwene. Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die vorangegangene. Augsburg war früh vor dem Mainzer Tor, nutzte aber seine hochkarätigen Chancen nicht. Vargas‘ Schuss strich knapp über die Latte. Auf der anderen Seite ging Onisiwos Hackenschuss nach einem Eckball direkt in die Arme von Schlussmann Luthe. Augsburg zog sich dann mehr in die eigene Hälfte zurück, verrammelte den eigenen Strafraum, lauerte aber immer wieder auf schnelle Gegenstöße. Mainz kam stärker auf. Längst wäre der Ausgleich hochverdient gewesen.

Bei einem schnellen Gegenstoß der Schwaben hatten unsere Jungs viel Glück, dass Vargas‘ Schuss knapp vorbeiging. Die zwei vorangegangenen Fouls hatte Schiedsrichter Fritz nicht beanstandet. Dann kam Boëtius für Barreiro. Ein Tor unserer Farben fehlte immer noch, auch wenn sie drängten. Bei diversen Eckbällen klappte es diesmal leider nicht, die waren etwas hektisch und unpräzise. In jedem Fall war es ein Wahnsinns-Geduldsspiel hier, endlich ein Tor auszugleichen, das bereits nach 40 Sekunden gefallen war. Mühsam, aufreibend und aufwändig, enervierend.

Beierlorzer wechselte ein letztes Mal, brachte Fernandes und Szalai für Latza und Ötztunali – beide wirkten platt, waren sehr viel gelaufen. Die Gäste beschränken sich jedoch weitgehend auf das Verteidigen ihres knappen Vorsprungs, während sich unsere Mainzer zusehends aufrieben gegen den kompakt stehenden Gegner und sich immer wieder diverser Fouls erwehren mussten. Einsatz, Laufbereitschaft und Wille stimmten. Aber es fehlte an der Präzision vor allem in der letzten Aktion. Am Ende stand doch das traurige 0:1.

Es wird sehr knapp im Rennen gegen den Abstieg für unseren FSV. Am nächsten Samstag könnte er gegen Bremen ein deutliches Zeichen setzen, aber dazwischen ist noch das Spiel in Dortmund. Aus meiner Sicht kaum zu ertragen, wenn wir wegen eines Tores abstiegen, das ein ehemaliger Mainzer Spieler erzielt hat…

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