Gegen wen wollen wir noch gewinnen?

Ein recht schnelles Spiel entwickelte sich von Anfang an gegen die TSG Hoffenheim, bei dem unsere Jungs früh eine optische Überlegenheit entwickelten, da sie aggressiv pressten und munter stürmten. Oftmals fand sich für einen Ball jedoch kein Abnehmer oder der Pass geriet zu ungenau. Und in der 27. Minute pfiff Schiedsrichter Stegemann Elfmeter für die Gäste.

Trainer Achim Beierlorzer vertraute der Abwehr, die bereits gegen Union gespielt hatte. Im Mittelfeld ließ er jedoch Fernandes neben Barreiro ran anstatt Kunde, im vorderen Mittelfeld Awoniji, Quaison und Boëtius, in der Spitze stürmte einsam Mateta.

Der Elfmeter für die TSG schien berechtigt, denn es hatten gleich zwei Mainzer den schnellen Baumgartner in die Zange genommen. Den Elfer hielt jedoch Florian Müller souverän – und die Mannschaft antwortete darauf mit mehreren Angriffswellen. X-mal hätten unsere Jungs treffen können, Quaison knallte den Ball beim Freistoß nur ans Aluminium, großes Pech. Leider – unsere Nullfünfer nutzten beste Gelegenheiten zum Führungstreffer nicht. Das rächte sich. Schoss der schnelle Skov bei seinem Konter in der 42. Minute noch knapp vorbei, machte es Bebou zwei Minuten später besser: schneller Konter. 1:0. Eine glückliche Führung für die Gäste.

Welch eine Pleite: Da spielt die Mannschaft schnell und gut nach vorne, belohnt sich nicht nur für eine gute Offensivleistung mit einem Treffer, sondern gerät in Rückstand, weil sie nach hinten wieder zu offen, zu weit aufgerückt, zu sorglos ist. Da muss es eine bessere Absicherung und eine bessere Koordination in der Rückwärtsbewegung geben – ein altes Leiden. So ging es mit einem 0:1 in die Pause.

Achim Beierlorzer reagierte, wechselte dreimal zur Pause: Brosinski für Hack, Onisiwo für Boëtius und Ötztunali für Mateta. Das war ziemlich eindeutig. Niakhaté wechselte in die Innenverteidigung, Brosinski nach links. Einige waren bereits gelb verwarnt, sechs Mal hatte der Schiri bis dahin die Karte gezückt.

Auch im zweiten Durchgang ballten sich die Teams immer wieder vor dem Hoffenheimer Tor – aber außer einem nicht gegebenen Tor von Awoniji passierte vorne nichts. Und auch da kommt man in Zweifel, wenn man sich die Szene in der Wiederholung anschaut – Hoffenheims Torwart Baumann beging durchaus ein ahndungswürdiges Foul. Der Pfiff von Schiedsrichter Stegemann wie auch der des Video-Schiedsrichters blieben aus. So blieb es beim 0:1. Hoffenheim kam dann immer wieder mal durch, durchaus gefährlich. Unsere Nullfünfer hielten jedoch dagegen, einige Male sehr riskant, sehr offen in der Defensive, und Florian Müller sei Dank, dass die TSG nicht erneut jubelte, aber so ist Abstiegskampf.

Hoffenheim verrammelte seinen Strafraum mit Mann und Maus, und unseren Jungs fiel nichts ein, wie sie die TSG knacken könnten. Mehr über die Flügel, schneller kontern, direkter spielen – das gelang selten. Der Trainer brachte sein letztes Aufgebot: Szalai für Quaison, Kunde für Barreiro.

Genutzt hat es nichts. Dieses wichtige Heimspiel ging mit 0:1 verloren. Und ich frage mich: Gegen wen wollen wir eigentlich noch gewinnen?

Ein Kommentar

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen