Nullfünfer in Überzahl gegen Union nur remis

Heute einer der Besten, nicht nur wegen seines Treffers zum 1:0: Ridle Baku.

Ein Remis beim Hauptstadtclub 1. FC Union Berlin – das hilft unseren Mainzern nicht. Trotz eines guten Spiels, das die Nullfünfer weitgehend in Überzahl bestritten, wollte der Siegtreffer nicht gelingen. Wobei die Mainzer in der Schlussphase extrem mutig auftraten.

Trainer Achim Beierlorzer stellte seine Elf nach der 0:5-Pleite gegen Leipzig auf einigen Positionen um. In der sich fast wehrlos ergebenden Defensive platzierte er den etatmäßigen Innenverteidiger Moussa Niakhaté auf die linke Außenposition und ließ an dessen Stelle den zuletzt im Februar gefragten Alexander Hack auflaufen. St. Juste (Knieverletzung) und Aarón blieben draußen. Bruma und Baku ergänzten die Viererkette. Im Mittelfeld durfte neben Kunde von Anfang an Barreiro für Fernandes ran, davor wieder Boëtius. Ganz nach vorne beorderte Trainer Beierlorzer Mateta und den zuletzt positiv auffälligen Awoniji. Der hünenhafte Nigerianer sollte Unions Defensive knacken.

Von verängstigten Mainzern war zunächst nichts zu spüren. Sie machten die Räume ganz gut zu und schienen recht konzentriert zu Werke zu gehen – sowohl in der Defensive als auch im Angriff. Vor allem in der 13. Minute, als Barreiro den Ball flach in den Strafraum gab, Mateta mit der Hacke verlängerte und Baku überlegt und konzentriert ins lange Eck traf. 1:0 für die Gäste. Geht doch. Ob unsere Jungs das beflügeln konnte?

Nach vorne ergaben sich für unsere Nullfünfer immer wieder Räume, in die sie beherzt vorstießen, über außen wie durch die Mitte. Quaison und Awoniji fingen auf den Außenpositionen nicht nur manchen Angriff ab, sondern schufen auch Räume und Gelegenheiten.

Union konnte sich nach etwa 25 Minuten ein wenig befreien, kam häufiger nach vorne und vermehrt zu Eckbällen. So richtig gefährlich war das jedoch nicht, auch weil unsere Mainzer diesmal engagierter die Zweikämpfe suchten und gut sortiert waren. Wenn aber schon nicht aus dem Spiel heraus, so glückte Union jedoch bei einem Standard ein Tor: Ingvartsen traf beim Freistoß. Torwart Florian Müller stand in der Mitte, machte einen Schritt nach links hinter die Mauer, die er dorthin postiert hatte, genau dorthin also, wo der Ball dann nicht landete. Elementarer Fehler. Und Ausgleich. Lange Gesichter.

Unsere Mainzer mussten wieder mehr tun für das Glück und den Erfolg, sie hatten Union nach ihrem eigenen Treffer zu sehr zurückkommen lassen. Vielleicht nach der roten Karte für Andrich, der ein weiteres Mal zu heftig gegen Barreiro eingestiegen war? Im ersten Durchgang war davon aber noch nichts zu spüren. Union witterte die Chance auf mehr und hatte an Selbstvertrauen gewonnen.

Die erste gute Gelegenheit im zweiten Durchgang hatte Union, doch konnte Müller entschärfen. Sie machten es den Gastgebern hier viel zu leicht, zu Chancen zu kommen, da fehlte es nach Wiederanpfiff defensiv an Ordnung und konsequentem Vorchecken. Union versuchte es mit langen und hohen Bällen, kam damit immer wieder weit vor den Mainzer Strafraum. Chancen hatten unsere Jungs aber auch – Mateta hätte in der 53. Minute das 2:1 erzielen können. Und Awonijis prächtige Flanke landete kurz darauf im leeren Raum.

Die Angriffe steigerten sich, doch waren nur wirklich wenige gute Chancen dabei. Es fehlte an Präzision und guten Ideen, an der finalen Aktion. Sehr knapp scheiterte Boëtius in der 70. Minute, und Matetas Hackenschuss aus 14 Metern geriet zu harmlos. Überlegene, aber glücklose Mainzer. Der Trainer brachte Ji, nahm Quaison runter. Der Koreaner sollte das Flügelspiel beleben. Wobei sich Union immer stärker zurückzog und auf Konter beschränkte. Da war nun kaum ein Durchkommen, zudem mehrten sich die Fouls.

Zwischenzeitlich war Onisiwo für Awoniji gekommen. Zudem gingen dann Kunde und Mateta noch raus, Szalai und Latza kamen. Der Trainer schöpfte sein Wechselkontingent gut aus. Acht Minuten noch – dem FSV wollte trotz Überlegenheit und in Überzahl kein weiteres Tor gelingen. Der letzte Pass, die letzte Aktion, wollten nicht gelingen. Dazwischen spritzte immer wieder Union noch mal durch. Müller musste zweimal eingreifen, in der 89. Minute hatte er gar viel Glück, da konnte er den Ball erst im Nachfassen kontrollieren. Drei Minuten Nachspielzeit kamen dann noch drauf.

Es blieb jedoch beim 1:1. Mainz kommt nicht voran. Düsseldorf ist jetzt nur noch einen Punkt hinter uns und sieht bereits das rettende Ufer. Alles sehr eng im Tabellenkeller.

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