Unsere Mainzer müssen die Situation ernster nehmen

Vielleicht bin ich ja heute ein wenig auf Krawall gestrickt. Jedenfalls rege ich mich den ganzen Tag schon über dies und jenes auf – was seine Ursache in dem schlechten Spiel unserer Mainzer gegen Leipzig haben könnte. Über die ich mich natürlich auch aufrege. Immer noch.

Mit 60 Gegentreffern haben wir laut Kicker jetzt schon zwölf Gegentreffer mehr als in der gesamten vorigen Saison. Schießbude der Liga, heißt es wieder. In einem Interview, das der Kicker mit unserem Abwehrchef Moussa Niakhaté geführt hat, habe ich den Eindruck gewonnen, dass sich dieser über die Situation entweder nicht richtig im Klaren ist oder dass sie ihn nicht sonderlich bewegt. Die Lage beunruhige ihn nicht, wird er zitiert. Schon in den letzten beiden Spielen habe ich mich oft gefragt, warum dieser Mann in besonders brenzligen Situationen noch einmal eine Pirouette drehen musste, warum noch einmal dribbeln, warum in dieser höchsten Gefahr nicht abspielen, warum jetzt so resolut zur Sache gehen im eigenen Strafraum? Ist das Selbstüberschätzung? Oder Scheißegal-Mentalität?

Die Mannschaft sei sehr jung und mache deshalb den ein oder anderen Fehler, meint Niakhaté. Den ein oder anderen Fehler? Beim 0:5 waren es Fehler am laufenden Band, die so auch einer jungen Mannschaft nicht passieren dürfen – Paradebeispiele dafür sind die ersten beiden Treffer. Und selbst das 0:3 wäre zu verhindern gewesen. Dass derart offen und ungehindert geflankt werden darf in den Strafraum, die Bälle dort auch noch einen Abnehmer finden und der Gegner unbedrängt vollenden darf – am Sonntag war das symptomatisch im Mainzer Spiel. Wer sich da so äußert wie Niakhaté, nimmt meiner Auffassung nach die Situation wirklich nicht ernst genug.

Mindestens sehr unsensibel ist das gegenüber den Fans, die von ihrer Mannschaft erwarten, dass sie alles gibt. Einige von ihnen haben schließlich auf die Rückerstattung offener Tickets verzichtet und ihren Beitrag geleistet. Die Stimmung ist gerade gar nicht gut, da sollte man alles unterlassen, was sie noch weiter verschlechtern kann.

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