Es geht wieder los – aber wer hat wirklich Lust drauf?

Nun also wieder Bundesliga, am 16. Mai geht es los, aber ein unangenehmes Gefühl bleibt bei mir zurück. Auf Ränge ohne Publikum habe ich keine Lust und das bei mir so empfundene Übers-Knie-Brechen einer derart fortgesetzten Saison verschafft mir alles andere als Zuversicht. Das Risiko einer Covid-19-Infektion bleibt bestehen, vor allem für die Spieler. Testen auf Teufel-komm-raus zur eigenen Beruhigung. Und die Manager finden das gut. Es geht ja schließlich um die Kohle.

Die reale Gefahr, dass es neue Infektionsketten geben kann, die den Fußball dann für längere Zeit lahmlegen, diese Gefahr nimmt man in Kauf. Ein Risiko vor allem für die Gesundheit von Spielern und deren Angehörigen. Und man beruhigt sich selbst damit, dass ja ständig getestet werde. Positive Testergebnisse auf diese Weise zu bekommen, um so vielleicht andere zu schützen, sind kaum hilfreich, da die erste Infektionszeit meist symptomlos verläuft und ein negatives Testergebnis erbringt. Bis dahin kann ein Spieler schon jemanden angesteckt haben. Vielleicht das Kind, die vorerkrankte Partnerin… Ist es dieses Risiko wert? Da wünsche ich uns allen, dass sich niemand infiziert.

Nicht schön finden viele Fans außerdem, dass sie für ihren Verein echte Opfer erbringen, ihre Dauerkarten für Helden-Tickets spenden oder für ausgefallene Spiele kein Geld zurückverlangen. Bei unseren Nullfünfern denkt man jedoch darüber nach, das von den Spielern gespendete Geld irgendwann zurückzuzahlen. Hallo? Die von den Fans erbrachten Opfer wiegen gegenüber dem Verzicht der Spieler angesichts deren Gehaltsniveaus deutlich schwerer. Das tut den Fans teilweise echt weh. Ist das dem Verein nicht klar? Eigentlich ziemlich unsensibel…

Was wird bleiben von all den Überlegungen, dass sich im Fußball was ändern muss? Ich fürchte nichts. Sorry, aber dieses „Geschäft Fußball“ geht langsam irgendwo an mir vorbei. Und da bin ich vermutlich nicht allein.

Auch mal hier reinhören in den SWR-Podcast:

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