13 von 36 Ligaclubs vor der Insolvenz

Mainz 05-Profis beim Warmlaufen

Drei Wochen ohne Spiele mit Publikum – und schon droht laut Fachmagazin Kicker rsp. der DFL 13 von 36 Vereinen im deutschen Profi-Fußball die Pleite. Einige haben bereits ihre TV-Gelder abgetreten, obwohl nicht mal 100prozentig sicher ist, dass diese Saison überhaupt komplett zu Ende gespielt werden kann. Da frage nicht nur ich mich: Wie dünn ist das Eis, auf dem der deutsche Profi-Fußball unterwegs ist?

Ist dieses gesamte Konstrukt Profi-Fußball nicht längst schon derart mit Geld aufgeheizt, dass es die geschäftliche Grundlage eher gefährdet als sichert? Weil die Klubs inzwischen derart viel Mammon bewegen müssen, dass sich ein Ausbleiben von Einnahmen sofort auswirkt – Rücklagen haben anscheinend die wenigsten Vereine. Zu groß erscheint die finanzielle Last, der wirtschaftliche Druck, aber auch der Ehrgeiz manches Clubs.

In der Zweiten Bundesliga stehen sogar schon sieben von 18 Vereinen Ende Mai vor dem Aus, wenn der Spielbetrieb bis dahin nicht wieder begonnen hat. Das sind alles Zahlen, die die DFL kürzlich präsentierte: Klick. Dramatisch. Hoch gefährlich für den gesamten deutschen Profi-Fußball, der wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzen wird, wenn Clubs und Verband keine Lösung finden. Zumindest insofern reagierte die DFL, dass es bei einem Insolvenzverfahren keinen Punktabzug gibt.

Wir mögen uns generell fragen, ob wir Fußball in dieser aufgeheizten und finanziell aufgeblasenen Form noch mögen, einen Fußball, der immer weiter nur ins bloße Geschäft abrutscht. Jetzt besteht die Chance, einiges zu verändern. Denn es dürfte nicht lange dauern, bis wir dieselbe Nachricht auch von anderen nationalen Verbänden vernehmen müssen.

Wir wissen nicht, inwieweit der 1. FSV Mainz 05 davon betroffen ist. Auf Rosen gebettet liegt unser Club jedenfalls nicht. Da hat die Nachricht, dass unsere Nullfünfer ihr Trainingslager im Sommer abgesagt haben, eher nichts mit den Finanzen zu tun. Die Tour hätte in die USA geführt, wo angesichts der dramatischen Ausbreitung des Coronvirus‘ kaum irgendeine Veranstaltung überhaupt denkbar ist.

Kicker-Artikel zum Thema: Klick.

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