Mainz 05 will in Köln wieder bei null anfangen

Samstag, 15.30 Uhr, in Köln? Hm…. Angesichts des sich rasend verbreitenden Coronavirus‘ halte ich es für möglich, dass der Spieltag bis dahin noch abgeblasen wird, möglicherweise gar die gesamte Saison. Es sollte uns mindestens nicht wundern. Dennoch muss 05-Trainer Achim Beierlorzer ja irgendwie planen, falls es doch zum Spiel kommt. Wenn, dann zwar vor leeren Rängen. Aber nicht unvorbereitet.

Freilich befassen sich auch die Nullfünfer mit möglichen Absagen, mit einem Abbruch der gesamten Saison. Dafür will man aber bis zum Montag warten, denn dann erst soll entschieden werden. Das Wichtigste sei die Gesundheit aller Menschen, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. Also doch eine Absage am Montag? Schröder: „Sicher eine Möglichkeit, aber wir entscheiden nicht alleine. Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, dass wir die Zuschauer dann auf einmal wieder reinlassen.“

Warum ist Köln auf einmal so stark? „Klare Abläufe, Cordoba macht die Bälle vorne fest, Köln ist einfach gut in Form, acht Siege in den letzten elf Spielen, sehr kompakt im 4-3-2-1, hätte gegen Gladbach sogar noch ausgleichen können. Das wird eine richtig schwere Aufgabe“, wusste der Mann, der in dieser Saison die Geißböcke drei Monate lang gecoached hatte. „Das sind ja die gleichen Spieler, die ich noch trainiert habe, aber sie haben sich gefunden. Ganz oft ist der Türöffner ein Standard, und sie kommen überfallartig schnell über die Außen.“

Das letzte Spiel seines Teams gegen Düsseldorf sei fraglos schlecht gewesen, aber jetzt gehe es um die Chance, in Köln vieles besser zu machen. „Wir beginnen wieder bei Null, und werden unsere Chancen bekommen.“ Vor leeren Rängen zu spielen, könne dem 1. FC nicht gleichgültig sein, jeder kenne die tolle Atmosphäre bei den Geißböcken. Vielleicht sei das ein Vorteil für seine eigene Mannschaft, aber „hinterher wissen wir mehr“.

Wie immer wollte der Trainer nichts verraten über seine geplante Aufstellung, die Karten seien noch gemischt. Aus der Journalistenrunde hakte aber auch niemand mal hartnäckiger nach, ein bisschen mehr zu erfahren, schließlich hatte die Mannschaft gegen Düsseldorf einen eher saumäßigen Auftritt. „Wir müssen besser Fußball spielen, besseres Timing finden, uns in den Räumen besser bewegen und mehr kombinieren“, sagte Beierlorzer mal wieder fast gebetsmühlenartig.

Ob wir hoffen können, dass etwas dabei herauskommt bei einem Verein, der unter seinem neuen Trainer Markus Gisdol quasi von den Toten auferstanden ist? Zweifel sind angebracht. Allerdings ist unser Team in dieser Saison auch immer wieder mal von der Bahre gesprungen, warten wir es also einfach mal ab.

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