Mainzer Dusel gegen Düsseldorf

Mainzer Fans geben ein Zeichen gegen Rassismus und Mäzenatentum.

Ein schnelles und munteres Spiel entwickelte sich da im Mainzer Stadion. Die Fortuna aus Düsseldorf baute von Anfang an Druck auf, den unser FSV in dieser Form nicht erwidern konnte. Das Team wirkte überrascht und bekam die vordere Reihe der Düsseldorfer nicht in den Griff. Von Anfang an ließen sich unsere Nullfünfer zu weit hinten reindrängen, gelang zudem nach vorne sehr wenig.

05-Trainer Achim Beierlorzer hatte seine Elf gegenüber dem Paderbornspiel nur auf einer Position geändert: Für Ötztunali rückte Latza zurück ins Team. Doch schaffte diese eher defensivere Komponente keine erkennbare Sicherheit. Thommys Volley-Schuss in der 7. Minute ging zum Glück genau so vorbei wie dessen Freistoß drei Minuten darauf.

Es war mehr dem Pech der Düsseldorfer zuzuschreiben, dass sie nicht früh in Führung gingen. Sie kombinierten schnell, überbrückten oft das Mittelfeld mit langen Bällen und kamen zu Abschlüssen – was unsere Jungs offenbar beeindruckte, weil sie zu oft zögerlich und ängstlich wirkten. Im Gegenzug fand unser Team oft kaum einen freien Mitspieler, so gut schloss die Fortuna die Räume und bewachte ihre Gegenspieler.

Torwart Zentner versuchte, mit langen Abschlägen den hochstehenden Düsseldorfern aus dem Weg zu gehen. Der Keeper musste in der 24. Minute behandelt werden, eine kurze Auszeit, die Trainer Beierlorzer zu Instruktionen am Spielfeldrand nutzte.

Offensiv fanden unsere Mainzer gar nicht statt – weder Mateta noch Quaison bekamen Bälle, Onisiwo agierte unauffällig. Zu allem Verdruss des Publikums pfiff der Schiri in der 32. Minute Freistoß für die Fortuna direkt am Mainzer Strafraum, obwohl eigentlich Niakhaté gefoult worden war. Die Mannschaft konnte klären. Nur zwei Minuten später bewahrte Robin Zentners Kopf das Team vor dem Rückstand – der Keeper hatte voll im Torschuss gestanden und so das Tor verhindern. Dusel gehabt. Düsseldorf hätte hier so leicht in Führung gehen können.

Haarscharf nur strich ein Düsseldorfer Schuss kurz vor der Pause am Mainzer Tor vorbei. Die Fortunen schafften es immer wieder in den Mainzer Strafraum und unser Team kam dort kaum mehr hinaus. Ein typisches Spiel zweier Mannschaften, die viel zu verlieren hatten. Torlos ging es unter Pfiffen in die Pause.

Müller für den angeschlagenen Zentner, Ötztunali für Pierre-Gabriel, und Baku gab nun den rechten Außenverteidiger – das blieb zunächst die einzige Mainzer Umstellung bei Wiederanpfiff. Unsere Mainzer fanden noch immer nicht in die Spur – zu viele Ballverluste, Fehlpässe, Unkonzentriertheiten. Vor allem die letzte Reihe geriet immer wieder ins Schlingern. Das Publikum war längst unruhig geworden. Von leidenschaftlichem Spiel waren unsere Mainzer weit entfernt. Und Düsseldorf von irgendwelcher mentaler Schlappheit nach der Pokalniederlage von Saarbrücken.

Die bis dahin erste Mainzer Ecke in der 59. Minute endete so harmlos wie bislang alle Angriffe. Dann endlich in der 61. Minute – aber auch da mussten wir erst mal zittern, ob abseits oder nicht. Mateta hatte den Ball schön über Fortunas Keeper gechipt, Ötztunali mit dem Kopf ins Tor nachgestoßen. Erst der VAR hatte dem Treffer dann zugestimmt. Wieder Dusel gehabt. War dieses Tor nun der berühmte Dosenöffner? Fortuna griff weiter giftig an, Trainer Rösler tanzte an der Linie wild hin und her und kassierte eine gelbe Karte – er konnte nicht zufrieden sein, da sein Team hier die bessere und aktivere Mannschaft war.

Es lief die 76. Minute, die Mainzer griffen an mit Mateta, da wälzte sich ein Düsseldorfer tödlich getroffen, so schien es, auf dem Rasen. Getroffen von Matetas Ellenbogen. Der Mainzer sah sofort gelb-rot. Tja, so wird das nichts mit einer Empfehlung bei diversen Topclubs.

Empfehlenswert war wenig an diesem Sonntagabend. Auch nicht die 86. Minute, als Torwart Müller notgedrungen einen Ball los ließ, den Fortunas Karaman einnetzte. Bruma hätte wegbleiben sollen, dann hätte Müller die Kugel gehabt. Wieder ein Gegentor der Marke vermeidbar.

Die letzten Minuten inklusive vier Minuten Nachspielzeit sollten noch mal eine Zitterpartie werden. Am Ende blieb es aber beim aus meiner Sicht gerechten 1:1. Gegen Köln muss, auch ohne Mateta, wieder mehr Leidenschaft auf den Platz. [Originaleintrag von http://05blog.de]

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