Wichtiger Sieg gegen Paderborn

Direkt nach dem Spiel im Mannschaftskreis die erste Nachbesprechung.

Mainz 05 braucht dringend Punkte, um nicht ganz unten ans Ende der Tabelle gezogen zu werden. Da verwunderte die Aufstellung unserer Rot-weißen gegen den Tabellenletzten SC Paderborn schon ein wenig: Phillipp Mwene nach langer Verletzungspause von Anfang an in der Startelf, Pierre-Gabriel trotz seines teilweise desolaten Spiels in Wolfsburg wieder in der letzten Reihe, dafür ohne Brosinski wie auch ohne Latza, Barreiro mit erneuter Chance, vorne Mateta, Ötztunali, Onisiwo wie auch Quaison. Zusätzlich Baku, Bruma, Niakhaté, und natürlich Robin Zentner im Tor. Das war eine deutliche Reaktion von Trainer Achim Beierlorzer nach dem 0:4 von Wolfsburg. Aber ob es auch die richtige war?

Der Sturm nominell also sehr stark, die Verteidigung bis auf eine Umstellung dieselbe wie in Wolfsburg. Unsere Elf begann druckvoll, ja, fast ein wenig stürmisch bis überhastet. Im Mittelfeld versuchten sie es beinahe mit Manndeckung, doch gelang das nicht immer. Die beste Chance bei unseren Mainzern hatte gleich in der sechsten Minute Onisiwo, als er sich schön auf der linken Seite einen Ball erkämpfte und in die Mitte flankte, wo allerdings kein Mitspieler zu finden war. Paderborn hatte bis dato nur einen relativ gefährlichen Angriff gefahren, aber auch nur deshalb, weil die Gastgeber im Mittelfeld mal wieder einen Ball verloren hatten. In der neunten Minute dann mussten wir die Luft anhalten, da ein Eckball der Ostwestfalen gefährlich nah am Tor vorbeiflog. In der 14. Minute war es dann nur noch Zentner zu verdanken, dass es nicht 0:1 hieß, weil Ötztunali beim Zurückspielen zu nachlässig war.

Die Niederlage von Wolfsburg schien bei einigen noch in den Klamotten zu stecken, denn irgendwie wirkten sie ein wenig gehemmt oder übervorsichtig. Manchem Ball wurde nicht energisch genug nachgesetzt oder beim Passspiel wurden falsche Entscheidungen getroffen. Dieses Spiel war extrem wichtig, ohne Zweifel. Für beide Teams. Und das war deutlich zu spüren.

Der SC hatte die ansehnlicheren und gefährlicheren Attacken. In höchster Not rettete Bruma in der 21. Minute, Paderborns Antwi-Adjei war schon einschussbereit. Kurz darauf konnten Pierre-Gabriel und Zentner gerade noch klären. Insgesamt stellten unsere Jungs oft erst spät den Gegner, meist standen sie einen Tick zu weit weg, zumindest im Spiel nach hinten. Mitten im Sturm und Regen suchten sie noch ihre Form, vor allem nach Ideen für ihr Angriffsspiel.

Vielleicht mal bei einem Eckball in der 28. Minute? Nein, nicht beim Eckball, wohl aber im Anschluss an diesen. Der Ball war schon wieder fast an der Mittellinie, da spielte ihn Baku zurück. Quaison kam zum Schuss und setzte die Kugel passend ins linke untere Eck. 1:0. Ziemlich überraschend, ziemlich effektiv. Da war er wieder, unser Schwede, unsere Lebensversicherung. Mit seinem 12. Saisontreffer.

Mainz 05 führte gegen den Tabellenletzten, und der Regen wurde immer heftiger, der Platz immer schwerer. Die Zuschauer flüchteten aus den vorderen Rängen. Nicht so die ganz harten Fans, die mit „Mainzer, Mainzer“ lauthals ihr Team anfeuerten. Und das mit Erfolg: In der 37. Minute gelang Onisiwo das 2:0, mit etwas Glück durch den rutschigen Platz, schaffte er es, den Ball sehenswert an Torwart und Gegenspieler vorbeizuzirkeln. Da hatte er ziemlich frei gestanden, der Österreicher, und den Ball über Mateta und Ötztunali bekommen.

Freu dich niemals zu früh – das wissen wir nicht erst seit dem freitäglichen 3:3 von Düsseldorf. Doch war es beruhigend zu erleben, wie unser Rückkehrer Phillipp Mwene sich vor allem in der Abwehr engagierte, aufrieb, den Gegner stehen ließ. Er hatte es schon vor seiner Verletzung bewiesen, dass er wichtig werden kann, und es ist ihm sehr zu wünschen, dass er komplett wieder zurück findet ins Team. Zumal Aarón bei Trainer Beierlorzer zur Zeit eher abgemeldet ist.

Mit 2:0 ging es in die Pause.

Für den zweiten Durchgang, der just wieder mit Sonnenschein begann, war klar, dass Paderborn noch einmal alles versuchen würde, denn so viele Gelegenheiten dürften sie nicht mehr bekommen. Unsere Nullfünfer durften nicht nachlassen. Sie griffen weiter an, verspielten aber buchstäblich günstige Situationen, um den Vorsprung auszubauen. Dann musste Pierre-Gabriel angeschlagen raus. Beierlorzer brachte Kunde, und wie es aussah, beorderte der Trainer Baku auf Pierre-Gabriels Position.

Im Gegenzug wechselte SC-Trainer Baumgart seine letzte Offensivoption ein, er brachte Michel, der schon gegen die Bayern getroffen hatte. Beierlorzer reagierte defensiv, nahm Ötztunali runter, brachte für die Defensive Fernandes. Fast wäre in dieser Phase der Anschlusstreffer gefallen – Zentner zeigte leichte Unsicherheiten.

Eher selbstbewusster spielten dann unsere Jungs auf. Viel aufmerksamer als im ersten Durchgang stoppten sie die Vorstöße der Ostwestfalen, gingen zu zweit oder zu dritt auf den Gegenspieler, gelang häufiger mal ein Risikoball. Nur ganz vorne wollte nichts mehr so recht gelingen. Vielleicht mit Szalai für Mateta? Der protestierte gegen seine Auswechslung, aber sechs Minuten vor Schluss sollte das keine Drama sein.

Bei vier Minuten Nachspielzeit hatte der SC noch einmal eine Riesengelegenheit zum Anschlusstreffer, aber Zentner verhinderte Schlimmeres, obwohl er diesmal nicht so sicher wirkte. In dieser Phase mussten unsere Jungs noch einmal sehr aufmerksam verteidigen. Beierlorzers Aufstellung und Taktik gingen letztlich auf, erst recht seine Umstellungen nach der Pause. Weil unser Team heute sehr effektiv war, fuhr es drei Punkte ein und kann nun dem Spiel gegen den Verfolger Fortuna Düsseldorf am nächsten Sonntag (18 Uhr) mit trotzigem Kampfgeist entgegensehen.

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