Nach der Schockstarre von Wolfsburg die richtige Reaktion zeigen

05 gegen SCP. Wir
brauchen die Punkte!

Wie Abstiegskampf (!) aussehen muss, hat unser nächster Gegner bei den deutlich teureren Bayern eindrucksvoll gezeigt. Der SC Paderborn stand den Münchnern pausenlos auf den Schlappen, gab ihnen kaum Räume, presste vorbildlich und erzielte seine Tore nach blitzschnellen Umschaltaktionen. So ungefähr dürfte sich das der Mainzer Trainer Achim Beierlorzer auch von seiner Truppe wünschen.

„Obwohl sie Tabellenletzter sind, ist Paderborn eine Mannschaft, die uns alles abverlangen wird“, sagte der Coach vor dem Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr). „Das kann auch ein richtiges Kampfspiel sein, bei dem es ganz, ganz eng sein wird.“ Genau deshalb sei es extrem wichtig, dass seine Mannschaft zurück in die Stabilität finde. Was passieren müsse, um wieder mehr Konstanz zu finden, lautete die erste Frage in der Pressekonferenz zum Spiel. „Wir dürfen uns nicht durch solche Rückschläge wie beim Ferntor in Wolfsburg aus dem Konzept bringen lassen, nicht in eine solche Schockstarre verfallen.“ Jetzt, genau jetzt, gegen Paderborn, brauche das Team mehr Frustrationstoleranz.

Wie aber dahin kommen? Alles was wichtig sei in einem Spiel, werde von den Trainern „gebetsmühlenartig“ wiederholt, sagte Beierlorzer. Man sehe in manch engen Begegnungen immer wieder, wie schnell die Spiele auf die eine und mal auf die andere Seite kippten. Da sei es extrem wichtig, mental stark zu sein. Die Trainer wüssten, dass die Mannschaft gerade jetzt mental stark sein müsse und versuchten, genau dies in den Trainingseinheiten herauszukitzeln. Und in vielen Gesprächen den Spielern zu vermitteln. Auf der anderen Seite sei es aber auch der Job der Trainer aufzuzeigen, was nicht funktioniert hat. „In Wolfsburg haben wir uns frustrieren lassen und am Ende nicht mehr alles gegeben.“ Das Grundprinzip in jedem Spiel sei, alles zu geben, alles zu investieren. „Das ist die Grundvoraussetzung.“

Auch Rouven Schröder waren Frust und Ärger nach dem Wolfsburgspiel noch immer anzumerken. Da habe man dem Team schonungslos vor Augen geführt, woran es gefehlt habe, sagte er. Genau das will er dann an diesem Samstag gegen Paderborn nicht mehr sehen. Ansonsten musste sich der Sportvorstand immer noch mit Klagen über seine Spieler beschäftigen, die sich beim Rosenmontagszug dem Publikum gegenüber eher desinteressiert gezeigt hatten. „Das geht nicht.“ Gleichwohl fand er einige Reaktionen übertrieben. Die Spieler selbst hatten das offenbar gar nicht so wahrgenommen. Spätestens jetzt wissen sie’s.

Zurück zum Paderbornspiel, das wir in der Hinrunde mit 2:1 gewonnen hatten: Schlecht für diese Begegnung ist schon mal, dass Jeremiah St. Juste sehr wahrscheinlich bis Samstag nicht fit ist. Unsere Defensive braucht unbedingt mehr Stabilität, die er bieten kann. Vielleicht wird Beierlorzer schon deshalb die letzte Reihe umbauen, vielleicht Fernandes bringen, Baku und auch wieder Aarón, eventuell auf Viererkette setzen? Nein, keine „finale Aussage“, meinte Beierlorzer zu dieser Frage. Bis Samstag sei ja noch Zeit.

Das ist auch Zeit, die der Mann braucht, um sein Team auf den Hochgeschwindigkeits-Fußball der Ost-Westfalen einzustellen. Kneifen gilt nicht. Kopf hängen lassen erst recht nicht. Hinterherlaufen und den Gegner begleiten schon gar nicht.

Auf geht’s!

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen