Gegen Schalke so weitermachen

„Schalke spielt eine überragende Saison, sie haben mit dem neuen Trainer eine andere Art, Fußball zu spielen auf den Platz gebracht, extrem aggressiv im Anlaufen und unglaublich willig.“ So bringt 05-Trainer Achim Beierlorzer den nächsten Gegner auf den Punkt. Der auf ein Team trifft, das nach dem 3:1 in Berlin mit einem anderen Selbstbewusstsein auftreten wird. Jeder habe sich dort in den Dienst der Mannschaft gestellt, sagte der Übungsleiter. „Wir wollen natürlich so weitermachen.“

So weitermachen heiße: Kompakt stehen, clever im Anlaufen sein, zweikampfstark sein, die individuell-starken Spieler wie Harid, Schöpf und Raman abklemmen. Die Dinge im Kollektiv lösen. Und konzentriert bleiben. „Wir müssen auch an uns glauben, denn Schalke ist der Favorit.“ Einfach Schalter umlegen und gut spielen? „Wenn es diesen Schalter gäbe, den würde jeder drücken“, erwiderte Beierlorzer in der Pressekonferenz zum Schalke-Spiel. So einfach sei das nicht. Seine wichtige Aussage: „Kontinuität ist so ziemlich das Größte, das jede Mannschaft versucht, leistungsspezifisch zu erreichen. Jede Woche, das Höchste abzurufen.“ Vielleicht sei es auch wichtig gewesen für die Begegnung in Berlin, dass mal andere auf dem Platz gestanden hätten. Das bringe die restlichen Spieler dazu, sich wieder stärker zu fokussieren.

Mit den Königsblauen erwartet er einen starken Gegner. „Es ist unglaublich zu sehen, welche Sprintleistung Schalke bringt, wenn man allein im ersten Spiel gesehen hat, wie [Benito] Raman alles ansprintet, was nicht bei 1, 2, 3 auf dem Baum ist“, sagt der Mainzer Trainer über die Königsblauen. „Wir wollen aber unseren Heimvorteil ausspielen, mit unseren Fans eine Macht sein. Denn wir brauchen Punkte.“ Mal wieder einen Heimsieg holen. Was dagegen spricht: Unsere Jungs laufen mit den Fastnachtstrikots auf. Und mit denen haben sie noch nie gewonnen…

Also wäre es auch mal wieder an der Zeit, eine Serie zu brechen. „Die Jungs haben sehr konzentriert trainiert, vor allem jene, die in Berlin nicht gespielt haben“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder in der Pressekonferenz vor der Begegnung. Aber egal, wer spiele am Sonntag (18 Uhr), man will gewinnen. Achim Beierlorzer erwartet Schalke mit zwei Sturmspitzen. Da die Mannschaft sehr variabel ist, dürfen wir dennoch mit Überraschungen rechnen. Suat Serdar, der Ex-Mainzer, ist schon mal nicht dabei, wie Schalkes Trainer David Wagner, der ja ebenfalls mal in Mainz gespielt hat, sagte. In der Abwehr dürfte Kabak ausfallen.

Dann ist da noch Robin Quaison, der Mainzer Stürmer, der immer häufiger trifft und eiskalt abschließen kann. Warum trifft der Schwede nun öfter, wie kam es dazu? Schröder: „Er ist sehr, sehr straight, keiner, der einen Roman erzählt, er sagt mal ja, sagt mal nein, dann kommt aber auch nichts mehr, ganz fokussiert nur auf den Fußball. So hat er sich im Schatten der etwas auffälligeren Spieler entwickelt. Wir müssen keine Sorge haben, dass er abhebt, sind froh, dass er hier ist und würden uns freuen, wenn er noch länger bleibt.“ Und Beierlorzer ergänzte, dass sich Quaison vor allem als hängende Spitze wohlfühle, dass er da alle seine Stärken ausspielen könne. Der Trainer schätzt vor allen, dass sich der Schwede stets in den Dienst der Mannschaft stellt. Kurz: „Toller Spieler.“

Wie groß ist die Chance, dass Quaison bleibt? Ab Minute 15 (Video oben) lässt sich Schröder darüber aus, und für 05 klingt das nicht sehr aussichtsreich. Quaison ist 27, hat noch ein Jahr Vertrag und will sicher den nächsten, den letzten Schritt machen. Da muss der Verein vermutlich ordentlich was drauflegen.

Was David Wagner zu Mainz 05 sagt, könnt Ihr im anschließenden Video sehen und hören. Auf Schalke nennt man die Pressekonferenz auch mal Mediengespräch. Man geht ja mit der Zeit. Hört rein – da hat einer schon großen Respekt vor den Nullfünfern: „Das ist der Verein, in dem ich groß geworden bin, da gibt es familiären Bezug, meine Frau wohnte da, meine Tochter studiert in Wiesbaden und den ein oder anderen kenne ich noch.“ Über das Team sagt er: „Eine gestandene Bundesliga-Mannschaft, die in der Offensive über sehr viel Wucht und Qualität verfügt“. Nichtsdestotrotz: Wenn sein Team ans Limit gehe, werde es ein positives Resultat holen.

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