„Wir können in Berlin gewinnen“

Punkte müssen dringend her. Sonst kann es passieren, dass wir am Ende dieses Spieltages im Falle einer Niederlage auf einem Abstiegsplatz stehen. Genau dahin wollen wir nicht. Kann also die Mannschaft von Achim Beierlorzer wieder einmal genau dann, wenn ihr das Wasser bis zum Hals steht, einen Befreiungsschlag landen? Ausgerechnet gegen Hertha BSC, das sich in der Winterpause für 77 Millionen Euro verstärkt hat.

Mit den Neuzugängen Ascacíbar, Counha, Piątek und Tousart hat Herthas Coach, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, deutlich mehr Optionen. Das hat 05-Trainer Beierlorzer bereits im letzten Bundesligaspiel und in der Pokal-Begegnung jeweils gegen Schalke ausgemacht. Einmal spielte Hertha mit der Viererkette, im Pokal stellten sie um auf Dreierkette. „Das ist schon eine Überraschung gewesen“, sagte der Übungsleiter in der Pressekonferenz zum Spiel. Klinsmann habe das System doch deutlich verändert – weg vom die Null muss stehen bis Vorne-wird-schon-was-passieren, auch wenn sie defensiv jetzt noch tiefer stehen. So stellt sich jetzt die Frage, wie der Gegner auflaufen werde – mit einem Stürmer oder mit zweien oder zwei schnellen Außen…

Mit Piątek und Lukebakio kann Hertha jetzt deutlich mehr Tempo entwickeln. Seine Mannschaft müsse darauf reagieren, sagt der Coach. Aber wie? „Wir müssen auf jeden Fall auf den Platz bringen, dass wir eine stabile Defensive gerade im Ballbesitz haben. Da ist dieser Begriff der Restverteidigung, man achtet schon im Ballbesitz darauf, dass man die entsprechenden Gegenspieler zustellt. Das wird eine ganz, ganz wichtige Aufgabe für uns sein“, gibt der Übungsleiter vor und bringt es dann doch auf eine kürzere Formel: „Ein gutes Gegenpressing und eine gute Restverteidigung. Diese Balance muss stimmen“, so der Trainer.

Skepsis war in der Journalistenrunde schon herauszuhören, ob es den Nullfünfern denn diesmal gelingen würde, etwas Zählbares aus Berlin mitzunehmen. Beierlorzer gab sich wie immer zuversichtlich: „Wir können in Berlin gewinnen.“ Aber auch der gebürtige Franke weiß, dass sich sein Team dann nicht mehr so leichte, einfache Gegentore einfangen darf wie zuletzt gleich mehrfach – das hängt derzeit als latente Gefahr über jedem Spiel unserer Mannschaft. Mit mehr Konzentration und Fokussierung sei das zu schaffen, meint der Coach, das sei mit der Mannschaft alles durchgegangen worden, zum Beispiel das Verhalten bei Standards. 

Neuzugang Jeffrey Bruma könnte in Berlin zu seinem ersten Einsatz kommen. Er habe bislang alle notwendigen Spieleinheiten mitgemacht und sich gut integriert. Und was ist mit dem so öffentlich abgestraften Pierre Kunde, den Beierlorzer im letzten Heimspiel noch vor der Pause vom Platz geholt hatte? „Da bleibt nichts hängen, das war am Sonntag schon beendet.“ Im Training habe Kunde eine klare Reaktion gezeigt, nur wer am Samstag (15.30 Uhr) dann im defensiven Mittelfeld wirklich spielen wird – Kunde, Latza, Barreiro, Mwene oder gar St. Juste –, wollte der Trainer noch nicht verraten.

Hoffen wir auf eine Reaktion wie gegen Hoffenheim oder Bremen. Dafür muss das Team wirklich defensiv einwandfrei stehen. Ohne Wenn und Aber.

Kommentar hinzufügen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Zur Werkzeugleiste springen